Ausstellung: Spiele mit Licht, Schatten und Schoko-Brotaufstrich

Von: mabie
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Dr. Dagmar Preising und die Künstlerinnen Kathrin Philipp und Alexandra Knie (v.l.) bei der Vernissage im Haus Basten. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Scheinbar achtlos hingeworfene Wäschestücke, ein Kleiderschrank, in dem offenbar nur wenig Ordnung herrscht, und wundersam erscheinende Objekte, die gestickt auf ihre Entdeckung warten: das sind Teile der Ausstellung „Textile Verschiebungen“, die im Haus Basten in Geilenkirchen eröffnet wurde.

Urheber der textilen Kunst, die nicht immer das Medium Stoff zum Transport ihrer Aussage nutzt, sind Alexandra Knie und Kathrin Philipp. Sie nutzen das Grundthema Textiles und zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Herangehensweise sein kann. So zeigt eine Fotografie von Alexandra Knie einen verschmierten Mund, der mit einem bestickten Tuch abgewischt wird. Auf den ersten Blick mag das Szenario wie ein simples Mundabwischen nach einer Mahlzeit wirken, doch das ist es nicht.

„Ich nutze für meine Stickereien die vergrößerten und eingefärbten Abbildungen von Viren“, sagt Alexandra Knie. Mit diesen natürlich vorkommenden Gebilden, die inzwischen aber auch künstlerisch gestaltet werden, geht sie in riesiger Vergrößerung um, stickt sie rasterartig auf eine Tischdecke und lässt ihre fotografierte Probandin damit den Mund abwischen. Das Verschmierte am Mund ist eigentlich ein bekannter Schoko-Nuss-Brotaufstrich, könnte aber dem Betrachter, der um die Virenform des hier abgebildeten Herpes-Virus weiß, auch andere Assoziationen auferlegen. Genau da liegt das Spiel von Alexandra Knies Kunst, das sie auch in anderen Werken eindrucksvoll spielt. So werden hässliche Hinterhofszenarien aus Städten durch ein darüber gelegtes Stickmuster aus der Realität entrissen.

Kathrin Philipp nutzt die Fotografie als Hilfsmittel ihrer Kunst, aber sicherlich trägt auch ihr häusliches Umfeld mit dazu bei. „Ich habe erwachsene Kinder, und wenn die zu Besuch kommen, wird das Bettzeug fertiggemacht“, sagt sie beispielsweise über eine Bildidee. Das auf dem Zimmerboden liegende Schlafutensil wird so abfotografiert, wie es gefaltet da liegt und später gemalt. Clean wirken die Bilder dabei, nichts lenkt den Blick von der Wäsche und vor allem den Falten- und Schattenwürfen ab. „Licht und Schatten sind die Elemente, mit denen Kathrin Philipp gerne spielt“, meinte auch Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Preising, die in die Ausstellung einführte. Wer Lust bekommen hat, sich die Werke unter der Überschrift „Textile Verschiebungen“ im Haus Basten anzusehen, kann dies noch bis Sonntag, 25. Mai, jeweils donnerstags von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt tun.

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