Ausstellung: Michel Saran kauft Drucke und Repros auf und übermalt sie

Von: Markus Bienwald
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Der Erkelenzer Maler Michel Saran stellt auf Einladung des Vereins „GK Kulturgut!“ seine Werke im Alten Museum aus. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. So ein Rahmen gehört für manche Menschen einfach zu einem Bild dazu. Und auch gewisse Bildformate spielen in der Vorstellung über künstlerische Arbeit eine Rolle. Dass Kunst aber auch aus bereits Geschaffenem wieder etwas Neues schaffen kann, das zeigt nun der Erkelenzer Maler Michel Saran im Alten Museum in Geilenkirchen.

In den Räumen des früheren Kreismuseums an der Vogteistraße 2 im Zentrum von Geilenkirchen nahm Saran auf Einladung des Vereins „GK Kulturgut!“ dabei seine aktuellsten Arbeiten mit. „Die eine und die andere Seite“ hat er seine Werkschau, die im Rahmen der diesjährigen Kunsttour einen Geilenkirchener Beitrag abliefert, überschrieben. Und wer sich ein wenig in den sehr ansprechenden Räumen umschaut, entdeckt vielleicht beim zweiten Blick die vielen Ebenen, die Saran mit diesem vieldeutigen Titel anspricht.

Da ist zunächst einmal die Spannbreite von beinahe erwartbaren Bildformaten, die Saran hier zeigt. Den Größen der Werke, die ein ungeübtes Auge sicherlich unter dem Kapitel „Passt in den Wohnraum“ abheftet, wohnt aber schon eine zweite Ebene inne, wie Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges bei ihren einführenden Worten zur Vernissage enthüllte. So fing Michel Saran vor einiger Zeit damit an, sich auf Flohmärkten und bei Trödlern mit alten Kunstdrucken und Reproduktionen alter Gemälde einzudecken.

Dann übermalt er sie und schafft so aus bereits entstandener Kunst wiederum neue Kunst. „Michel Saran erzählt damit die Geschichte eines Bildes ganz neu“, so Simon-Tönges. Die Übermalung sei dabei kein Akt der Zerstörung oder Auslöschung. „Es ist der Wunsch und Wille, dem Bild eine neue Geschichte zu geben und ein modernes Gesicht zu verleihen“, schloss die Fachfrau. Die Inspiration darf dabei durchaus von der ursprünglichen Vorlage fließen, doch die Bildaussage, die der Künstler damit erreicht, ist völlig neu. „Das Resultat ist eine stark abstrahierte Darstellung, die aber häufig von einem sehr konkreten, manchmal fast poetischen Bildtitel begleitet wird“, so Alexandra Simon-Tönges.

Damit trifft sie genau den Ton, den Michel Saran sich als Rahmen für seine Arbeiten wünscht. Er nennt die insgesamt 31 Stücke mal „Fibel“, mal „Sommerfenster“, schweift mit „Le Basar“ oder „Hommage á Wie Wei“ ins französische ab, und zeigt auch „Wo der Hammer hängt“.

Da blieb den Gästen, die die Vorsitzende von „GK Kulturgut!“, Henriette Echghi-Ghamsari, gemeinsam mit Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz begrüßte, nur, die Augen immer wieder auf die neue, meisterhafte Kunst Sarans zu richten. Der hatte übrigens noch ein bei strahlendem Sonnenschein eher schwer zu entdeckendes Detail eingefügt. Durchdrungen vom Gedanken der Kunst wie er nun einmal ist, sorgte er mit einer dezenten Hinterbeleuchtung jedes Bildes nicht nur für noch mehr dreidimensionalen Bildgenuss. Er rückte gemäß des Ausstellungstitels auch die andere Seite so im wahrsten Wortsinn ins richtige Licht.

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