Ausstellung: Kühe und Birken in abstrakter Umgebung

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
14633223.jpg
Meinolf Schrage (l.) und Johannes Bindels (M.) verfolgten zusammen mit dem Maler Jochen Jung (r.) die Spur der Kühe auf den Bildern. Foto: Fischer

Geilenkirchen. Dem Maler Jochen haben es die Kühe angetan, die schöne Landschaft entlang der Wurm und die Birken. „Malerei in Aquarell und Acryl“ heißt seine aktuelle Ausstellung im Krankenhaus Geilenkirchen. Es ist die nunmehr 65. Ausstellung, die die Gruppe „Kultur im Krankenhaus“ um Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage im Flurbereich der Station C3/B3 präsentiert.

Der Aufenthaltsbereich in der dritten Etage des Krankenhauses bietet galerieähnliche Präsentationsmöglichkeiten, die von Künstlern immer wieder gerne genutzt werden. Die Liste der bereits vereinbarten Ausstellungen ist dementsprechend lang. Jochen Jung zeigt bis zum 3. September eine repräsentative Auswahl seiner Werke. Johannes Bindels, Mitglieder der Gruppe „Kultur im Krankenhaus“, vermittelte dem Vernissagepublikum einen Einblick in das Schaffen des Künstlers.

Nicht nur die Malerei war da zu erwähnen, sondern auch die Lyrik. Bindels zog den Vergleich zu Günter Grass, der sich wie Jung in der bildnerischen wie der sprachlichen Gestaltung zu Hause fühlte. „Die Bilder Jungs treten uns auf den ersten Blick als abstrakte Landschaften entgegen. Aber sehr wohl sind konkrete Objekte vorhanden, teils versteckt und dennoch mittels goldenen Schnitts in das Zentrum des kreativen Geschehens platziert. Das Rindvieh, weniger despektierlich die Kuh, dominiert als Subjekt.“ Der Betrachter frage sich aber: „Ist es, was es ist? Oder ist es mehr?“

Da Jochen Jung nicht nur die schwarz-weiß gefleckte Kuh gerne malt, sondern sein zweites Thema, die Birke, auch schwarz-weiß gescheckt daherkommt, gerät der Betrachter hin und wieder ein wenig in Verwirrung, ob er nun gerade dabei ist, ein Tier oder einen Baum zu entdecken. Was das Erkennen nicht gerade einfacher macht, ist die Tatsache, dass Jungs Bilder sich der Grenze zur Abstraktion nähern. Manchmal überschreiten sie diese Grenze, ein anderes Mal bleiben sie im Gegenständlichen.

Ganz und gar naturalistisch ist ein Werk des Künstlers, das sich der Bergbautradition widmet. Bergleute, Loren und Kohle sind dargestellt. Jung: „Das ist schon ein bisschen kritisch: Leute, die Kohle für andere machen.“ Auch einen kleinen Einblick in das lyrische Schaffen des Künstlers erhielten die Vernissagebesucher. Johannes Bindels und der Künstler selber trugen kurze Passagen vor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert