Ausstellung in der Volksbank: Facetten der Kunst genießen

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
11973146.jpg
Angelika Keller, Uschi Zantis und Karin Thiel freuten sich, dass zahlreiche Gäste zur Eröffnung der Ausstellung gekommen waren. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg. Wenn eine Kunstausstellung mit den Werken von drei Künstlerinnen eröffnet wird, dann ist für die Besucher der Tisch für Entdeckungen und ästhetischen Genuss besonders reichlich gedeckt.

Im Rahmen ihrer Ausstellungsreihe „Kunst in der Bank“ gelang dieses Angebot der Volksbank Heinsberg nun mit den Werken von Angelika Keller (Keramikbildhauerin), Karin Thiel und Uschi Zantis. Die Laudatio hielt Professor Dieter Crumbiegel, Vorsitzender des Künstlerforums Schloss Zweibrüggen. Die Vernissage zur Ausstellung „EigenSinniges“ im Kompetenzzentrum der Bank in Heinsberg eröffneten die Vorstandskollegen Thomas Giessing und Dirk Cormann.

„Wir sind bekannt dafür, dass wir als Genossenschaftsbank Kunst und Kultur in der Region fördern“, betonte Thomas Giessing eine lange Tradition der Bank. Die Ausstellung diene jedoch nicht dazu, um Geschäfte zu generieren, sondern dokumentiere in der Kunstförderung die enge Verbundenheit mit dem Kulturleben in der Region, ließ Giessing keinen Zweifel am Engagement für die Kunst aufkommen.

In bester hermeneutischer Tradition nahm Professor Dieter Crumbiegel die Zuhörer dann mit auf seine Deutungsreise zu den Kunst-Werken und über die Arbeitsweisen der Künstlerinnen. In seiner Interpretation über das Verstehen der ausgestellten Kunstwerke nahm er Bezug auf die Funktion von Kunst. „Der Sinn eines Bildes ergibt sich nicht dadurch, dass man es an die Wand hängen kann.“ Das Können des Künstlers liege in der Auswahl der Inhalte und der adäquaten technischen Umsetzung.

Ein Bild werden zu lassen, bedeute darüber hinaus auch Verzicht auf viele vorhandene Möglichkeiten im Sinne dessen, was Friedrich Dürrenmatt in seinem Roman „Justiz“ beschrieb als „… das Wirklichkeit streng begrenzt, das Mögliche dagegen beinahe unendlich ist“. Alle drei Künstlerinnen seien in diesem Sinne auf dem Weg, interpretierte Crumbiegel die von ihm so definierte Gemeinsamkeit der Ausstellungswerke.

Karin Thiel habe eine ihrer Ausstellungen einmal „Zwischenergebnisse“ genannt. Und dies treffe ihre Bilder ganz genau. „Ihre Bilder zwingen zum Nachvollziehen des Entstehungsprozesses und zum genauen Betrachten“, betonte Dieter Crumbiegel. An ihre Bilder die Frage zu stellen, was uns die Künstlerin mitteilen wolle, führe in die Irre. Die Wurzeln ihrer Intentionen lägen in der informellen Malerei der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, verortete Crumbiegel Thiels Werke.

Uschi Zantis verfolge in ihren Bildern eine andere Absicht, indem sie Gegenstände zum Teil ihrer Bilder mache. Jedoch sei ihre gestalterische Intention nicht das reine Abbild. Durch ungewohnte Blickwinkel und eine Überdimensionierung alltäglicher Gegenstände oder Produkte wie die eines Holzspans zeige sie die Wirklichkeit in einem neuen und auch ganz ungewohnten Erscheinungsbild.

Eine andere Tendenz zeige sie in ihren fast monochromen Abstraktionen. Die würden den Betrachter schließlich zu einer assoziativen Weiterentwicklung anregen, bei der eigene Vorstellungen unbewusst mit eingebracht werden könnten.

„Angelika Keller stellt keramische Plastiken aus, die als dreidimensionale Skulpturen zur Bildhauerei zu rechnen sind. Es gelten andere Regeln als bei der Malerei“, leitete Professor Dieter Crumbiegel in seinen Einführungsworten zur dritten Künstlerin über. Auch wenn Ton der Ausgangspunkt der Gestaltung des Bildhauers sei, stelle kaum einer den Endzustand seiner Plastiken mit dem Ausdrucksmittel des gebrannten Tons dar. Dazu bedürfe es einer langjährigen Erfahrung wie bei Angelika Keller, die mit ihren Plastiken in einer jahrtausendalten Tradition stehe. Mit ihrer keramischen Farbgebung verleihe sie ihren Werken, die einer gewissen archaischen Wirkung nicht entbehrten, einen spezifischen Ausdruck, war sich Dieter Crumbiegel sicher.

Die Vielfalt dieser besonderen Ausstellung bot Anlass zu anregenden Gesprächen mit den Künstlerinnen, die die begeisterten Gäste natürlich gerne nutzten. Den musikalischen Rahmen der gelungenen Vernissage gestaltete Hermann Schenkenberg.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert