Ausstellung im Haus Basten: Kunstwerke aus Marmormehl und Sumpfkalk

Von: g.s.
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Johannes Donner beschäftigt sich mit Marmormehl und Sumpfkalk in seinen Kunstwerken. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. In der Galerie Haus Basten ist Donner derzeit nicht nur hörbar, er ist auch sichtbar. Gemeint ist nicht der in den Naturgewalten dem Blitz folgende Schlag, sondern der Künstler Johannes Donner, der bis zum 24. November seine Werke dort ausstellt.

Außergewöhnlich sind die zum Teil großflächigen Bilder auf jeden Fall, vielleicht kann die Art seiner Malerei sogar mit spektakulär beschrieben werden. Der Betrachter, der „Acryl oder Öl auf Leinwand“ erwartet, wird erstaunt sein, welche Techniken Johannes Donner bei der Herstellung seiner Bilder verwendet. Die Kunstwerke faszinieren durch das verschwenderische Auftragen von Pigmenten, Ölen, Schellack, Beizen, Wachse, Binder und Tuschen, wobei das Ergebnis in eine erhabene Oberflächenstruktur mündet.

Seit rund 40 Jahren hat sich der Wegberger künstlerischen Tätigkeiten verschrieben. Sein Studium führte ihn zunächst nach Aachen, wo er auch bis vor 18 Jahren lebte, bevor es ihn nach Wegberg zurückzog. Viele Jahre lang arbeitete Johannes Donner hauptberuflich als Fotojournalist, was sein Interesse in Richtung Fotokunst lenkte. Er begann, seine Fotos zu verfremden, wobei er sich parallel dazu Grafik und Radierung annahm. „Ich habe immer experimentell gearbeitet“, blickt Donner zurück. Inspiration holte sich der Künstler bei seinen zahlreichen Auslandsreisen. Beispielsweise lernte er in Florenz den klassischen Aufbau von Fresken, „ein schwieriges Handwerk“, wie er zugibt.

Doch die Fresken führten ihn in sein aktuelles Betätigungsfeld, der künstlerischen Gestaltung mit Marmormehl und Sumpfkalk. Ein Zeit intensives Unterfangen, wobei es ein halbes Jahr dauern kann, bis ein Werk vollendet ist. Als Untergrund verwendet Johannes Donner eine Bauplatte aus Austro, die er zunächst grundiert, bevor Marmormehl oder Sumpfkalk aufgetragen wird. Aus dem Bauch heraus entstehen abstrakte Werke, die durch das Auftragen der eingangs erwähnten verschiedenen Materialien und satten Farben einen starken Oberflächenreiz aufweisen. „Spannungsfelder“ ist der Titel der Ausstellung, er ergibt sich auch aus der erzeugten Oberflächen-Spannung, die durch die natürlichen Abläufe im Entstehungsprozess beim Trocknen reißen können. Donners neuestes Experiment sind Arbeiten, die den Betrachter an verbrannte Erde und Naturexplosionen erinnern.

In Geilenkirchen präsentiert der Künstler 23 Werke in Marmormehltechnik auf Leinwand und Sumpfkalk-Fresko/Intonacoarbeiten auf Austroplatten aus jüngster Zeit. Bürgermeister Thomas Fiedler war voll des Lobes über den Künstler wie auch Kunsthistoriker Stefan Skowron, der in die Ausstellung einführte. Während Annegret Heesen mit der klassischen Gitarre für den musikalischen Rahmen sorgte, hatten die rund 60 Besucher bei der Vernissage Gelegenheit, sich von der Schaffenskraft des Künstlers zu überzeugen.

Die Ausstellung im Haus Basten ist dienstags bis donnerstags von 16 bis 20 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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