Ausstellung, die Historie und Gegenwart miteinander verbindet

Von: Markus Bienwald
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Passend zum Titel der Ausstellung „Hommage an Benno Werth“ trägt Professor Gisela Engeln-Müllges auf diesem Bild eine seiner Skulpturen bei sich, ihre Werke sind hier im Hintergrund zu sehen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Eine wohl einzigartige Ausstellung hat am Sonntag im Schloss Zweibrüggen ihre Pforten geöffnet. Denn mit der gemeinsamen Werkschau von Prof. Benno Werth und seiner Lebensgefährtin Professor Gisela Engeln-Müllges gelingt dem dort ansässigen Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen eine Ausstellung mit herausragender Kunst.

Möglich wird dies durch das Schaffen von Gisela Engeln-Müllges, die die Kunst ihres langjährigen Lebensgefährten Benno Werth nicht nur in den von ihm geschaffenen Werken lebendig hält, sondern auch in ihren eigenen. „Er war sicherlich nicht nur mein Partner, den ich unendlich vermisse, sondern auch meine Inspiration“, sagt die ausgebildete Diplom-Mathematikerin und Professorin im Gespräch mit unserer Zeitung, in dem sie ihre Kunst und ihr Schaffen durch und für den 2015 gestorbenen Aachener erläuterte.

„Ich war fast 21 Jahre lang Schülerin, Assistentin und Lebensgefährtin“, sagt sie über ihre Zeit mit Benno Werth. In dieser Zeit erlernte sie nicht nur das von Werth erfundene Negativ-Form- und Gussverfahren für Metalle. Sie ließ sich auch im eigenen künstlerischen Schaffen, das seit 2014 mit verschiedenen auch internationalen Ausstellungen richtig Fahrt aufnahm, von ihm inspirieren.

Und wer durch das Schloss streift, stellt schnell fest, dass sich die durchmischt angeordneten Arbeiten beider Künstler ergänzen. Aber: „Ich arbeite anders“, sagt Engeln-Müllges, auch wenn eine Verwandtschaft mit den Werken Werths durchaus sichtbar und sicherlich auch gewollt ist.

„Ich beziehe mich mehr auf geometrische Formen, beispielsweise Kugeln“, so die Künstlerin. Eindrucksvoll wird dies sichtbar beim im gleichen Gussverfahren aus einem Stück hergestellten „Composto di sfere“, das sie im vergangenen Jahr aus Aluminium fertigte.

Scheinbar simple Kugelformen finden dort zueinander. Skylines und hochhausartige Skulpturen sind die andere große Liebe der Künstlerin. „Ich benutze immer sehr viele Schichten“, sagt sie auch über ihre vornehmlich in Kontrasten und in Schwarzweiß gehaltenen Bilder. Schicht um Schicht trägt sie dabei auf, bleibt in ihrer Umsetzung stets auf der ersten Ebene der Abstraktion, die den natürlichen Objektursprung noch durchscheinen lässt.

Ideale Ergänzungen dieser eindrucksvollen Werke finden sich in den gezeigten Werken aus Benno Werths gigantischem Schaffen. Er ist mit Skulpturen und Bildern allgegenwärtig und ergänzt sich mit der Arbeit seiner Lebenspartnerin.

Atemberaubende Karriere

Dass der Titel der Ausstellung mit „Hommage an Benno Werth“ bestens gewählt ist, ließen auch die einführenden Worte von Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Preising durchblicken. „Sie sind zwei Künstler, die viele Jahre im Leben miteinander verbunden waren, sie knüpft an seine Arbeiten an und hat inzwischen selbst eine atemberaubende Karriere hingelegt“, sagte Dr. Preising.

Wer sich nun selbst ein Bild von der Ausstellung machen will, kann dies noch bis Sonntag, 22. Oktober, im Schloss Zweibrüggen tun. Jeweils sonntags und an Feiertagen ist die Ausstellung von 11 bis 18 Uhr geöffnet, dazu montags zwischen 16 und 19.30 Uhr. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

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