Ausstellung beschäftigt sich mit Schicksalen von Opfern der NS-Zeit

Von: Georg Schmitz
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Franz Josef Dahlmanns, Uwe Bö
Franz Josef Dahlmanns, Uwe Böken, Elfriede Goertz, Thomas Fiedler (von links) und Richard Jochims (r.) schauen sich die Ausstellung „Zug der Erinnerung” an. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Eine beeindruckende Ausstellung in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule mit dem Titel „Zug der Erinnerung” beschäftigt sich mit Schicksalen von Opfern der NS-Zeit aus dem Kreis Heinsberg.

Verantwortlich für die Ausstellung zeichnet das Amt für Schule, Kultur und Weiterbildung der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg. Im März 2011 legte der „Zug der Erinnerung” bekanntlich einen Zwischenstopp in Geilenkirchen und Heinsberg ein.

Die Ausstellung in der Geilenkirchener Gesamtschule, die nach der im Konzentrationslager ums Leben gekommenen Jüdin Anita Lichtenstein benannt ist, wird ergänzt durch Texte und bisher unbekannte Fotos der Familie Lichtenstein. Die Exponate stammen aus dem Fundus von Uriel Rosen aus Israel, einem noch lebenden Cousin von Anita, sie wurden von Lehrer Walter Scheufens zusammengetragen.

„We shall overcome” stimmte der Schulchor an, bevor Schulleiter Uwe Böken die Gäste willkommen hieß. Darunter waren neben den VHS-Vertretern Franz Josef Dahlmanns und Richard Jochims auch Elfriede Goertz, Heinz Wolf und Karl-Heinz Nieren, die sich in einem Initiativkreis seit vielen Jahren mit den jüdischen Mitbürgern aus Geilenkirchen beschäftigen. Elfriede Goertz hat die Original-Puppe, mit der Anita Lichtenstein spielte, im vergangenen Jahr der Gesamtschule als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

„Die Erinnerung darf nicht enden. Sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen”, zitierte Uwe Böken den Bundespräsidenten a.D., Roman Herzog. Weiter meinte er: „Es ist deshalb wichtig, eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.”

Böken brachte seine Freude zum Ausdruck, im Laufe des Jahres die beiden Vettern von Anita Lichtenstein in der Schule empfangen zu können. „So ist die Ausstellung auch zugleich Auftakt zu einem weiteren Jahr der Erinnerung”, endete Uwe Böken und gab das Wort an Bürgermeister Thomas Fiedler weiter.

Dieser wies auf die Wannseekonferenz in Berlin hin, die sich vor wenigen Tagen zum 70. Mal jährte. Bei dieser Konferenz seien 15 Herren in Uniform zusammengekommen, um den größten Völkermord der Menschheitsgeschichte zu beraten und seine Umsetzung zu organisieren. „Die Maschinerie des Völkermordes bekam ausgehend von dieser Konferenz die Dimension, die uns heute noch atemlos werden lässt”, blickte Fiedler zurück. Es sei wichtig, sich auch heute noch an den Mord an sechs Millionen Juden zu erinnern.

Der Bürgermeister: „Weil auch heute Menschen unter uns leben, die gegen alles vermeintlich Fremde sind und bereit sind, Gewalt anzuwenden.” Heinz Wolf richtete im Namen des Initiativkreises ein paar Worte an die Gäste, bevor der Schulchor mit Sängerin Katharina Latten den offiziellen Teil der Vernissage mit dem „Song for Anita” abschloss. Musiklehrer Guido Beisner hat 1993 anlässlich der Namensgebung der Schule das Lied komponiert und getextet.
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