Ausstellung auf Schloss Zweibrüggen: Kinderstuhl wird Kunstobjekt

Von: Markus Bienwald
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Ein Stuhlmodell, drei Varianten: Horst Zocher, Hedi Klee und Peter Hyden (v.l.) zeigen, wie vielfältig Kunst sein kann. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Eigentlich mag ich kein Pink“, gab Hedi Klee am Rande der Vernissage zur Gemeinschaftsausstellung mit Horst Zocher und Peter Hyden zu. Doch die drei Mitglieder und Künstler des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen hatten sich für ihre jüngste Werkschau im Schloss nun einmal vorgenommen, je einen Kinderstuhl einzufärben und zu gestalten.

Und da blieb am Ende für Hedi Klee die pinkfarbene Sitzgelegenheit übrig, während die Herren sich auf schwarzem (Zocher) oder weißem (Hyden) Untergrund austoben durften. Doch die Stühle waren nicht das einzige Gemeinschaftswerk. Im Beisein von Forums-Vorsitzendem Prof. Dieter Crumbiegel und Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, die in die mit gut 200 Gästen gut besuchte Schau einführten, führten die Künstler selbst noch einen Dialog zur Einstimmung.

Dabei ging es natürlich um die Frage, ob das Geschaffene schon Kunst ist, oder doch lieber noch einmal verändert werden sollte. Den Gästen wurde damit auf spielerische Art und Weise und mit einem Augenzwinkern vorgeführt, was in der Kunst eigentlich reale Gegenstände sind was es mit Illusion, Manipulation, Simulation oder dem Malen mit Licht in der Fotografie auf sich hat.

Und dabei durften die mit Malerei beschäftigten Hedi Klee und Peter Hyden, ebenso wie der sich der Fotografie verschriebene Horst Zocher über die Ebene ihres eigenen Schaffens hinaus mit Kunst befassen. „Genau wie der Maler, sollte der Fotograf seine Bilder planen, Fotografien be- und überarbeiten“, stellte Peter Hyden dabei fest. Hedi Klee meinte zur Idee der Ausstellung, die dem Trio schon vor rund einem Jahr kam, dass beispielsweise der wunderschöne Fußboden im Entree von Schloss Zweibrüggen in all seinen Verwitterungen und Abnutzungserscheinungen erfasst und als Kunst verewigt wurde. „Wenn man nun dieses Schloss mit all seinen Facetten einbezieht, kann man durchaus von Schlosskunst sprechen“, schloss Zocher daraus.

Aber schließlich einigten sich die Drei vor dem begeisterten Publikum darauf, dass Kunst immer wieder die Frage unbeantwortet lässt, was denn nun eigentlich Kunst ist. Eine Hommage an die Kunst, nach der auch thematisch durchaus passenden Melodie von „Let it Be“ gab es dann noch von Hedi Klee. „Das ist Kunst, kann nicht weg, ist das gut, es ist kein Dreck, wünschen sich hier die Künstler im Schloss“, sang sie.

Ohne ihren Gesang, dafür mit Kunst im gesamten Schloss und selbst auf der Zufahrt können sich die Besucher der Ausstellung noch bis einschließlich Sonntag, 11. Oktober, mit der Frage befassen, was vom Gezeigten ihnen nun gefällt oder eben auch nicht. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils sonntags und an Feiertagen zwischen 11 und 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

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