Ausländerfeindlichkeit war vielleicht der Grund für eine Schlägerei

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Geilenkirchen. Unterbrochen wurde die Verhandlung gegen einen 25-jährigen Angeklagten, weil die entscheidenden Zeugen und der Geschädigte selbst, der allerdings aus Krankheitsgründen entschuldigt war, zum ersten Verhandlungstag vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz nicht erschienen waren.

Die Verhandlung soll am 10. März fortgesetzt werden.

„Hier schwirrt so ein bisschen Rechtsradikalität durch die Akte”, hatte Strafverteidigerin Karin Stein bemerkt, nachdem Staatsanwalt Dennis Bäcker die Anklageschrift vorgestellt hatte.

„Am 16. September 2007, an dem in Übach-Palenberg das Kaiser-Karl-Fest stattfand, hat der Angeklagte einem aus Pakistan stammenden Aussteller mit einem Holzbrett auf den Kopf geschlagen, ihn mit der Faust traktiert und den am Boden liegenden Geschädigten mit Fußtritten verletzt”, stellte der Staatsanwalt die Anklageschrift vor.

Dabei sei auch ein Schlagring zum Einsatz gekommen. Die herbeigerufenen Polizeibeamten hätten zunächst einen Platzverweis ausgesprochen. Nachdem der Angeklagte die Polizeibeamten in übelster Weise beleidigt und beschimpft habe, sei er mit zur Wache genommen worden. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, die um 4.25 Uhr eine Alkoholkonzentration im Blut von 2,21 Promille auswies.

Der Angeklagte erläuterte in der Verhandlung, dass er sich an den Abend noch gut erinnern könne. Er habe sich mit rund zehn Personen, von denen er aber niemanden kenne, rein zufällig bei dieser Übach-Palenberger Veranstaltung getroffen.

Ab 18, 19 Uhr habe diese Gruppe den gesamten Abend ausschließlich Bier getrunken. „Ich war mit fortgeschrittener Zeit ziemlich alkoholisiert und kann mich an Einzelheiten nicht mehr so richtig erinnern”, erklärte der 25-Jährige. Wie und weshalb es zu der Schlägerei gekommen sei, daran könne er sich nicht erinnern. Auch nicht daran, wieviel Personen daran beteiligt gewesen seien.

„Haben Sie etwas gegen Ausländer?”, fragte der Richter den Angeklagten, um weiter zu erläutern, dass es zu der Auseinandersetzung gekommen sei, als ein aus Pakistan stammender Aussteller bei diesem Kaiser-Karl-Fest hinter dem Lenkrad seines Lkw versucht habe, ein paar Stunden zu schlafen.

Aufschlussreich für das Gericht war sicherlich die Aussage einer der beiden Polizeibeamten: „Wir sind zu einer Schlägerei im ausländerfeindlichen Bereich gerufen worden”, erklärte ein 51-jähriger Beamter.

Sein 49-jähriger Kollege erläuterte zudem, dass der Angeklagte sich sehr kratzbürstig gegeben habe. „Wir hatten ihn eigentlich aufgefordert, nach Hause zu gehen. Aber der Angeklagte hat geantwortet, dass er sich auch von Sch...bullen nicht vorschreiben lässt, wohin er zu gehen hat.”

Daraufhin habe man ihn mit zur Wache genommen. Bekleidet war der Angeklagte nach Angaben der Polizisten unter anderem mit Springerstiefeln und einem Koppelschloss, auf dem ein Hakenkreuz zu sehen war. Für seinen Gürtel hatte der Angeklagte eine Erklärung: „Ich sammle Gegenstände aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Da mir an diesem Abend mein Gürtel kaputt gegangen war, habe ich den mit dem Koppelschloss und Hakenkreuz benutzt.”
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