Ausbildung soll Flüchtlinge vor Abschiebung retten

Von: Helmut Wichlatz
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Erkelenz. „Leben retten durch Ausbildung.“ So heißt die Aktion, mit der sich der Flüchtlingsrat im Kreis Heinsberg an Betriebe und Unternehmen wendet, die jungen Afghanen eine Ausbildung oder einen Praktikumsplatz bieten könnten. Gerade Flüchtlinge aus Afghanistan sind derzeit von Abschiebung bedroht, da das Land als sicher gilt. Schon im Herbst hatte der Flüchtlingsrat auf die Problematik hingewiesen.

Gemeinsam mit aktiven Ehrenamtlern aus der Flüchtlingsarbeit, Hilfsorganisationen und kirchlichen Angeboten hat der Flüchtlingsrat die Initiative „Abschiebestopp Afghanistan“ ins Leben gerufen. Sie setzt sie sich dafür ein, den zumeist jungen Männern eine realistische Bleibeperspektive zu vermitteln. Und dies geht durch einen Arbeitsvertrag. Andrea Ludwigs-Spalink vertritt in der Initiative die Kückhovener Dorfgemeinschaft. „Wir haben die jungen Männer als disziplinierte und integrationswillige Menschen kennengelernt“, erklärt sie.

Im Heimatland seien sie erneut Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt. Denn im Gegensatz zur derzeit offiziellen Lesart sei Afghanistan kein sicheres Herkunftsland. Darüber hinaus führe eine Abschiebung unweigerlich zu einer erneuten Flucht, womit niemandem geholfen sei. Dies gelte es zu verhindern und vielmehr eine Situation zu schaffen, die sowohl für den jungen Bewerber als auch für das Unternehmen von Vorteil ist.

„Kann ein Flüchtling einen Ausbildungsvertrag vorweisen, haben er und sein Arbeitgeber die Garantie, drei Jahre voneinander profitieren zu können“, heißt es in einem Brief, mit dem sich die Initiative an Ausbildungsbetriebe im Kreis wendet. Wenn beide zusammenpassen, kann zu einem Arbeitsverhältnis übergegangen werden. „Eine Ausbildungsduldung kann also Leben retten“, betont Ludwigs-Spalink. Auch eine vorgeschaltete Einstiegsqualifizierung kann helfen.

Die Ausbilder werden mit ihrem neuen Azubi nicht allein gelassen. „Wir unterstützen die Betriebe, um die jungen Männer zusätzlich gezielt zu fördern“, führt sie aus. Vor allem sprachliche Barrieren können so schnell abgebaut werden.

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