Gangelt - Ausbildung nah am Praktischen

Ausbildung nah am Praktischen

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Praktische Anleitungen in Arbeitstechnik gibt Peter Dreissen (2.v.r.) im neuen Raum der Gangelter Hauptschule weiter an Thuva, Kevin, Jasmin, Marc, Jean und (r.) Giorgina. Die übrigen Mitschüler der 7d absolvieren zur gleichen Zeit Hauswirtschaft; später werden die Blocks getauscht.

Gangelt. Ausbildung in einer guten, soliden Umgebung. Das muss - schon vor der Lehre - in der Schule machbar sein. „Das heißt”, überspitzt Peter Ruske, „die Bohrmaschine sollte nicht aus den 50er Jahren sein.”

Der Rektor der Hauptschule in Gangelt arbeitet mit seinen Fachkollegen zurzeit daran, die spezielle Ausbildungssituation modernen räumlichen Verhältnissen anzupassen.

Im vorigen Jahr sind in der Schule an der Mercatorstraße rund 30.000 Euro investiert worden, um vorrangig den Fachraum für Arbeitslehre Technik sowie einen zweiten für Computer und neue Medien herzurichten. Alle acht Fachschaften der Schule von Kunst bis Textilkunde sollen von dem Erneuerungsprogramm profitieren, das mit machbaren Schritten umgesetzt werden soll.

Für den naturwissenschaftlichen Trakt, der bei Peter Ruske als Nächstes auf der Liste steht, gibt es jedoch schon bei der Planung Finanzierungsprobleme, „obschon die Gemeinde Gangelt sehr um Unterstützung bemüht ist”, betont der Schulleiter, seit rund zwei Jahren dort im Amt. Der Renovierungsetat von etwa 40.000 Euro sei für das Kalenderjahr 2010 folglich schon ausgelastet. Ob es damit für eine mögliche Kernsanierung reicht, stellt sich in Frage.

Rund 400 Schülerinnen und Schüler werden in der Hauptschule, erbaut im Jahr 1973, unterrichtet. Mit seinen 29 Kolleginnen und Kollegen sieht Rektor Ruske ein klares Ziel im Sinn seiner Schützlinge: Berufswahlorientierung und Berufsvorbereitung. „Moderne Fachräume unterstützen unsere Arbeit bei dieser Vorbereitung”, sagt der Schulleiter. „Im Kern geht es um Ausbildung und Praktika.”

Dieses „Lust wecken auf die Praxis”, nennt es Peter Ruske, kann die Hauptschule vermitteln und fördern. Acht Fachgebiete mit ganz unterschiedlicher Ausrichtung von Keramikarbeit bis zum Umgang mit dem PC gibt es an der Mercatorstraße. Das verlangt auch nach einer vollständigen, aktuellen Ausstattung der Räume, der Ablösung eines - in manchen Fällen - „Sammelsuriums”, so Peter Ruske.

Der Schulleiter greift nicht nach den Sternen. „Es geht uns um ein âbesser als vorher, schlicht um eine gute, solide Umgebung.” In der Arbeitstechniklehre bei Peter Dreissen beispielsweise konnten Teile für besondere Anforderungen angefertigt werden. „Wo Qualitatives geleistet wird, muss Qualität vorhanden sein”, betont Peter Ruske. In Stichworten: Arbeitstische für Schüler und Lehrer, Tageslichtprojektor, Maschinen (Bohrer/Sägen) und Schränke.

Fertig ist mit Beginn des Schulhalbjahrs auch der zweite PC-Raum, der endlich als Ablösung dient für die bislang geübte „Insellösung” in den einzelnen Klassenräumen. Bei Fachlehrer Christian Häntsch geht es jetzt im Ganzen um Office, Word, Exel und Power Point. Zwei Schüler üben zusammen an einem Platz. „Wir wollen Anwender heranbilden”, erläutert Peter Ruske, „Die Internet-Recherche ist eine Schlüsselqualifikation fürs Leben.”

Im freiwilligen Nachmittagsangebot der Hauptschule Gangelt gibt´s bislang Förderstunden in Sprachen, Abwechslung bei Sport und Kochversuchen. „Am Feinschliff und kleinen Veränderungen arbeiten wir in den kommenden Monaten”, versichert der Schulleiter, der seine Modernisierungsziele fortschreibt: 2011 geht´s an Küche und Textilraum. Auch dort soll „Solidität” greifen. „Wir wollen nicht alles ganz anders machen”, sagt Peter Ruske, „aber alles besser.”
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