Aus Liebe zu Geilenkirchen ein Buch geschrieben

Von: jkü
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„Joffé“ Dahlen hat eine Art Tagebuch über seine Heimatstadt Geilenkirchen verfasst. Foto: Jessica Küppers

Geilenkirchen. Josef „Joffé“ Dahlen ist ein Urgestein in Geilenkirchen. Im Jahr 1925 ist der heute 91-Jährige an der Wurmbrücke geboren, viele Jahre war er im Ordnungsamt der Stadt tätig und setzt sich für sämtliche Vereine ein. Schon seine Großeltern waren Geilenkirchener und hatten in der Nähe des Marktes ein Textilgeschäft.

Geilenkirchen, das bedeutet für ihn „zu Hause“, auch wenn er nicht mehr in der Stadt lebt, sondern bei seiner Tochter in Aachen. Aus Liebe zu seiner Heimatstadt, deren Ordnungsamtsleiter er 33 Jahre lang war, hat er im Rentenalter ein ehrgeiziges Projekt gestartet: Dahlen hat ein Buch geschrieben – eine Art Tagebuch. Viel geschrieben habe er immer schon, sagt er.

Die Kontakte für Bildmaterial und Informationen kannte er noch von früher. „Wenn ich mir nicht sicher war, habe ich mich bei anderen Menschen vergewissert und Informationen eingeholt“, erklärt er seine Vorgehensweise für „Geschichten aus meiner rheinischen Heimat“, wie sein Buch betitelt ist. Auch die fehlenden Kenntnisse des Computers konnten ihn nicht von seiner Idee abbringen. „Ich habe eine Dame gebeten, die Texte zu tippen“, sagt er.

Mit ihr hat er viele Stunden zusammen gesessen, die Texte diktiert und immer wieder an Formulierungen gefeilt. So ist ein 171-seitiges Werk entstanden, das eine Zusammenfassung seine gesamten Lebens darstellt. Es sind seine ganz persönlichen Erlebnisse – verpackt in einzelne „in sich geschlossene Geschichten“, wie Dahlen sagt. Dazwischen hat er kleine Gedichte gesetzt. „Das ist mal Heiteres, mal Ernstes“, sagt er.

Zu den ernsteren Themen zählen unter anderem Kriegserlebnisse, die der Senior als Soldat in Jugoslawien machen musste. Dort hatte er drei Jahre lang gedient und wurde beim Versuch, einen Flugplatz zu verteidigen, schwer verwundet. Anschließend kam er in Gefangenschaft, bis er im Jahr 1945 wieder nach Geilenkirchen zurückkehren konnte. Seine Erlebnisse während des Krieges finden sich unter anderem in einer berührenden Erzählung wieder, die den Heiligabend im Jahr 1944 beschreibt. Darin geht es ebenfalls um einen Angriff auf seinen damaligen Fliegerhorst in der Nähe von Menden, den er wie durch ein Wunder in einem Schutzraum überlebte.

Doch nicht nur solche emotional belastenden Erfahrungen finden Platz in seinem Erstlingswerk. Auch die Schützen, die in Geilenkirchen sehr aktiv sind, werden thematisiert. Als langjähriges Mitglied der Vereinigten St.-Sebastianus- und Junggesellenschützenbruderschaften weiß er einiges aus dem Vereinsleben zu erzählen. So verfasste er beispielsweise eine Chronik für die Jubiläumsschrift im Jahr 1976, die auf 42 Seiten seines Buches in vollem Umfang abgedruckt ist. Umso schwerer fällt es ihm, wenn er mit ansehen muss, dass die Schützenfeste, die „früher etwas Besonderes“ gewesen seien, heute nicht mehr so gefeiert würden.

Damit dieses Brauchtum und seine Erlebnisse auch in Zukunft nicht verloren gehen, hat er das Buch geschrieben und am 15. Januar veröffentlicht. „Ich habe mir die Aufgabe gesetzt, manches, was droht, in Vergessenheit zu geraten, in Erinnerung zu rufen“, sagt er.

Daher richte sich sein Buch nicht nur an Weggefährten und Freunde, sondern auch an geschichtlich interessierte Menschen, die wissen wollen, was Geilenkirchen vor vielen Jahren ausgemacht hat.

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