Aus Estland ins Geilenkirchener Klassenzimmer

Von: g.s.
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Margit Raud (2.v.l.) und Markus Peterson (3.v.r.) zeigen ihren Gastgeberinnen Maren Solty und Miriam Davids (v.r.) sowie Schulleiter Uwe Böken (l.) und Koordinator Josef Küppers (3.v.l.) ihr Heimatland auf der Landkarte. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Partnerschaft der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule mit ihrem Pendant in Estland wird regelmäßig mit Leben gefüllt. Es sind aber auch die vielen kleinen Maßnahmen, die zum gegenseitigen Verständnis beitragen und die Völker einander näherbringen.

Seit zehn Tagen sind nun zwei junge Menschen der Partnerschaftsschule, dem Nöo-Reaal-Gümnaasium, in Geilenkirchen zu Gast.

Beim Besuch der Estland-Schüler in 2014 hatten die beiden Schulen über eine Erweiterung der Partnerschaft in Form von Praktika nachgedacht. Mit dem Besuch von Margit Raud aus Torma und Markus Peterson aus Laeva wurde nun der Grundstein für weitere Praktikantenaustausche gelegt.

Die beiden 18-Jährigen machten sich erstmals in ihrem noch jungen Leben mit einem Flugzeug auf den Weg nach Deutschland. Von Riga über Berlin kamen sie am 19. Januar in Düsseldorf an und wurden hier von Miriam Davids (18) und Maren Solty (19) empfangen. Seitdem wohnen sie bei ihren Gastfamilien und fühlen sich dort auch wohl. Eine Woche lang nahmen die Jugendlichen aus Estland am Unterricht in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule teil.

Mit dem Software Unternehmen CSB System AG fand Markus Peterson einen IT-Betrieb, der den jungen Mann einmal im Bereich Marketing in das berufliche Alltagsleben einer weltweit agierenden Firma reinschnuppern ließ. Der 18-Jährige bekam den Auftrag, bestimmte Recherchen im Internet zu tätigen, um später qualifizierte Aussagen machen zu können. „Er hat seine Sache gut gemacht“, bestätigt CSB-Mitarbeiter Albert Baeumer. Markus Peterson war im Jahre 2014 bereits einmal bei CSB und hat das Unternehmen bei einer Führung kennengelernt.

Praktikantin Margit Raud erhielt bei Wilhelm Wirtz einen Einblick in den Aufgabenbereich eines Architekten. Sie arbeitete mit einem speziellen Computer-Programm, entwarf virtuell ein komplettes Haus und stattete es mit Mobiliar aus. Vier Tage lang schnupperten die Schülerin und der Schüler aus Estland in den beruflichen Alltag.

Das Schulsystem in Estland verlangt den Schülern einiges mehr ab, als das deutsche. So bekamen Margit und Markus Schulaufgaben mit auf den Weg, die sie während ihres Aufenthaltes in Geilenkirchen zu bearbeiten hatten. Eine Tatsache dürfte den deutschen Schülern allerdings gut gefallen: In Estland haben die jungen Menschen drei volle Monate Sommerferien.

Wanderung durch die Heide

In der Stadt an der Wurm gefällt es dem Duo ganz gut. „Hier ist es so ruhig im Vergleich zu unserer Stadt“, erzählt Markus. „Es ist schön mit den beiden, wir haben viel Spaß gehabt“, sagen Maren Solty und Miriam Davids unisono. Mit ihren Gästen hätten sie am Wochenende einiges unternommen. So seien sie in Köln und Aachen gewesen, hätten gemeinsam gekocht und gegessen und eine ausgiebige Wanderung durch die Teverener Heide gemacht. Der koordinierende Lehrer und Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Josef Küppers, hat sich um die Gäste gekümmert, und auch Schulleiter Uwe Böken, der die Partnerschaft in den 90er-Jahren mit auf den Weg gebracht hat, freut sich, dass die Freundschaft weiter lebt.

Böken wünscht sich, dass auch Schüler der Geilenkirchener Gesamtschule bald einmal ein Praktikum in Estland absolvieren können. Miriam Davids und Maren Solty jedenfalls stehen dem positiv gegenüber und würden mitmachen.

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