Aus der „Wasserautobahn“ wird ein ruhiger Fluss

Von: mabie
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Ein Bagger sorgte mit ein paar Schaufelbewegungen dafür, dass das Wasser aus der alten „Wurmautobahn“ seit Freitag in den neuen renaturierten Teil fließt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Wir lassen die Wurm heute wieder in ihr altes Bett frei“, sagte Robert Steegmans, Dezernent für Gewässer beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER), und strahlte. Am Freitag war es soweit, dank Baggerführer Ingo Hoekstra und der Mithilfe von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch wurde der kleine Wall zwischen der alten „Wasserautobahn“ und dem neu geschaffenen, renaturierten Flussbett freigegeben.

Rund 100 Zaungäste

Und während sich das erste Wasser, noch braun von Matsch und Erde, sich langsam in den neuen, von Menschenhand geschaffenen naturähnlichen Flusslauf ergoss, machte Steegmans deutlich, dass es sich hier nur um den Durchstich handelt: „Die Arbeiten werden natürlich direkt nach dem offiziellen Teil heute fortgesetzt.“ Und das mit Riesentempo, wie der Dezernent abseits der rund 100 Zaungäste, die das Spektakel beobachteten, zu Verstehen gab.

Warten auf die Brücke

Wäre der WVER nicht von der Brückenlieferzeit für die neue Brücke in Richtung Zweibrüggen abhängig, könnte das Ganze noch schneller vonstattengehen. So aber schlängelt sich die nun wieder freie Wurm noch bis in den Herbst hinein durch eine riesige Baustelle. 1,2 Millionen Euro werden hier vom WVER investiert, um den Ende der 60er Jahre im damaligen Zug der Zeit gestalteten schnurgeraden Verlauf der Wurm wieder zurückzubauen. Der Abschnitt des Flusses verlängert sich dadurch um 150 auf 510 Meter, die Breite beträgt zwischen 70 und 90 Meter.

50 Zentimeter Wassertiefe und die wesentliche Verbreiterung des dann ungestört mäandernden Flussverlaufes bedeuten auch, dass die mit eingeplanten Auen an gut 100 Tagen im Jahr mit Flusswasser überflutet sein können. Angesichts der aktuellen Flutkatastrophe in Deutschland sicherlich kein Nachteil, da sich nicht nur der Lebensraum für Flora und Fauna erweitert, sondern dem Fluss zusätzliche Ausdehnungsmöglichkeiten gegeben werden.

Lokale Bebauung sicher

Die Renaturierung, da war sich der WVER schon beim ersten Spatenstich zur Baumaßnahme im Februar sicher, hat übrigens „keinen negativen Einfluss auf die lokale Bebauung“.

Die Wanderer und Radler, die seit Ende Februar und voraussichtlich bis zum Ende der Baumaßnahme im Herbst einen Umweg in Kauf nehmen müssen, erwartet kleine Änderungen. So wird die angesprochene neue Brücke an der Schnittstelle zwischen altem und neuem Verlauf einen schönen Aussichtspunkt bilden. Und dort, wo früher die Brücke im Naherholungsgebiet war, gibt es eine zweite Möglichkeit, auf den nach Fertigstellung geschützten Auenraum der Wurm zu werfen.

Die alte Brücke aus dem Naherholungsgebiet hat übrigens jetzt schon einen neuen Platz gefunden: Sie verbindet den Parkplatz „In der Schley“ mit dem Naherholungsgebiet und lässt das Naturerlebnis an dieser Stelle weiter wachsen.

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