Auftritt eines Wunderkindes beim Sinfoniekonzert

Von: Renate Kolodzey
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Das „Kammerorchester Gladbeck“ mit seinem Dirigenten Desar Sulejmani und die zwölfjährige Ausnahmepianistin Laetitia Hahn begeisterten das Publikum im CMC. Foto: Renate Kolodzey

Übach-Palenberg. Ein „Sinfoniekonzert für die ganze Familie“ war angekündigt, und in der Tat saßen im Publikum viele Kinder, die vor allem wegen der zwölfjährigen Pianistin Leatitia Hahn ins Carolus-Magnus-Centrum (CMC) gekommen waren.

Organisiert worden war das Sinfoniekonzert des Kammerorchesters Gladbeck von VHS, Kulturamt und den „Freunden der Kammermusik“. Dirigent Desar Sulejmani moderierte den Abend. Er erklärte, dass das erste Stück „Aus Holbergs Zeit, Suite im alten Stil, G-Dur op. 40“ von Edvard Grieg als Auftragsarbeit für den 200. Geburtstag des Dichters Ludwig Holberg entstand und an Tänze der Renaissance am Hofe des dänischen Königs erinnere.

Prelude, Sarabande, Gavotte, Air und Rigaudon präsentierte das 1993 gegründete Orchester mit 50 Musikern von 16 bis 80 Jahren „zum Dahinschmelzen“ und mit riesiger Spielfreude: Teils lebhaft, teils sanft, dann feierlich, zum Träumen verleitend und fast zu Tränen rührend mit fulminantem Ende.

Sulejamni setzte präzise Akzente und dirigierte mit vollstem Körpereinsatz, so dass sich das gebannt lauschende Publikum über ein intensives und harmonisches Klangerlebnis freuten konnte. Jetzt war Laetitia an der Reihe, und Sulejmani kündigte ihr „Klavierkonzert A-Moll, op. 54 – Allegro affetuoso. Intermezzo. Allegro vivace.“ von Robert Schumann an. Laetitia sei in der Tat ein Wunderkind, hob er hervor und prophezeite ihr eine große Karriere.

Technisch perfekt

Laetitia betrat in einem bodenlangen Glitzerkleid die Bühne, und es ging los mit einem musikalisch-schwungvollen „Knall“. Sie spielte, teils zusammen mit dem Orchester, traumwandlerisch sicher und entlockte den Tasten fulminante wie auch enorm zarte Klänge, wobei viele Zuschauer die Augen schlossen. Man hatte den Eindruck, als „lebe“ die junge Künstlerin die Töne förmlich, denn sie begleitete sie mit Bewegungen ihres Körpers, beugte sich tief auf die Tasten, über die ihre Finger liebkosend dahinzuschweben schienen.

Technisch perfekt erfüllte die eindringliche Interpretation ihres perlenden Solos das CMC. Bei Laetitis Zugabe, dem 2. Satz aus der „Pathetique“ von Beethoven, ihrem Lieblingskomponisten, verschmolz das junge Talent geradezu mit seinem Flügel.

„L‘Arlesienne“ von Georges Bizet – Pelude, Minuetto und Carillon – stand als letztes auf dem Programm, und hier offenbarte sich wieder das kongeniale Zusammenspiel aller Orchestermitglieder, geführt von einem überragenden Dirigenten, der die Töne aus ihnen herauszukitzeln schien. Ihre Zugabe war „Farandole“ aus „L‘Arlesienne“, eine lebensfrohe, rhythmisch geprägte Melodie.

Zum Schluss spielte Laetitia mit ihrem sechsjährigen Bruder Philip den „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms – ein wegen der vielen Temposchwankungen schwieriges Stück, besonders für vier Hände, was die Geschwister jedoch hervorragend meisterten. Mit tosendem Beifall dankten die Zuschauer allen Künstlern für ihre brillante Leistung.

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