Geilenkirchen - Aufrüttelnde Ausstellung zu beiden Weltkriegen

Aufrüttelnde Ausstellung zu beiden Weltkriegen

Von: g.s.
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VDK-Landesgeschäftsführer Pe
VDK-Landesgeschäftsführer Peter Bülter, Bezirksgeschäftsführer Martin Gadow, Bürgermeister Thomas Fiedler und Oberst i.G. Jürgen Buchholz (v.l.) schauten sich die Ausstellung an. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Die vielfältigen Aspekte von Grausamkeit, Elend und Völkermord wie auch die Rolle Deutschlands im Zweiten Weltkrieg stehen hier im Vordergrund”, sagte Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler bei der Eröffnung einer ebenso erschütternden wie aufrüttelnden Ausstellung im Haus Basten.

Unter dem Titel „Aus der Geschichte lernen” hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Wanderausstellung mit Zeitdokumenten aus den Kriegstagen beider Weltkriege zur Verfügung gestellt. Hunderte Fotos und Abbildungen geben Einblicke in die Zeiten von Krieg und Gewaltherrschaft und veranschaulichen dem Betrachter in aller Deutlichkeit die dramatischen Ereignisse zu Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft”, zitierte Thomas Fiedler den Gelehrten Wilhelm von Humboldt und meinte, dass dieser Ausspruch als Synonym für den Titel der Ausstellung verwendet werden könne. „Der Umgang mit der Geschichte und vor allem unser Umgang mit der Geschichte wird auch in Zukunft immer Thema in Politik und Gesellschaft sein”, so der Bürgermeister weiter.

Eine intensive Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus habe in Deutschland erst zögerlich eingesetzt. Die Erinnerungskultur habe sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Mittlerweile sei die Verantwortung, die sich aus der Vergangenheit ableite, deutsche „Staatsräson”. Doch ein Problem ergebe sich in der Tatsache, dass immer mehr Zeitzeugen verschwinden würden. Berichte der Überlebenden der Kriege und des Völkermords im Dritten Reich seien zu seltenen Quellen geworden, aber ihre Bedeutung sei unermesslich. Geschichte finde heute als Fernsehereignis statt und sorge für Einschaltquoten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge halte die Erinnerung aufrecht, auch über Generationen hinweg. Die Ausstellung des VDK zeichne ein Bild vom Wesen des Krieges. Fiedler brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass gerade junge Menschen durch die Ausstellung einen Zugang zur Geschichte und den so einschneidenden Ereignissen bekämen. „Denn nur so besteht die Chance, aus vergangenen Erfahrungen und Fehlern zu lernen.”

In Anwesenheit von Brigadegeneral Jürgen Beyer, Oberst i.G. Jürgen Buchholz und Oberst Ton van Happen sowie des VDK-Landesgeschäftsführers NRW, Peter Bülter, führte Bezirksgeschäftsführer Martin Gadow in die Ausstellung ein. „Aus der Geschichte lernen heißt Einblick haben in das vom Krieg verursachte Leiden, verbunden mit der Mahnung, die Erinnerung daran wach zu halten und aktiv für den Erhalt des Friedens einzutreten”, sagte Gadow. Die Ausstellung gliedere sich in drei Bereiche und umfasse den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und die Arbeit des Volksbundes. Zehn Millionen Tote habe der Erste, 55 Millionen Tote der Zweite Weltkrieg gefordert.

Der VDK betreute heute 2,5 Millionen Kriegsgräber auf 800 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern weltweit. Martin Gadow wies auf die in diesen Tagen gestartete Sammlung hin. In den kommenden Wochen werden wieder Frauen und Männer für die Kriegsgräberfürsorge sammeln.Mit der Vernissage hatte sich der VDK-Kreisverband eine alternative Eröffnungsform für den Sammlungsbeginn einfallen lassen, nachdem die Soldaten in den Jahren zuvor auf dem Geilenkirchener Marktplatz mit Sammelbüchse angetreten waren. Die Gäste im Haus Basten bekamen Musik von Bach, Beethoven, Haydn und Schubert zu Gehör. Mit dem Cellisten Jan Trost und Pianisten Florian Koltun stellten sich Meisterschüler der Musikhochschulen München und Köln vor und wurden begeistert gefeiert.
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