Auf der Leinwand werden Träume wahr

Von: Renate Kolodzey
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Die ausstellende Malerin Katia Inkiova-Kersten (2. v. l.) zusammen mit vier Mitgliedern des Vereins „Kunst im Krankenhaus (KiK)“: Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage, Hedi Heinrichs, Eva-Maria Kozikowski (mit Töchterchen Clara) und Johannes Bindels (v.l.). Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Ich male Erinnerungen – Lebenssituationen, Begegnungen mit Menschen oder Gegenständen und Träume“, erläutert Katia Inkiova-Kersten ihre Werke, die derzeit in ihrer Ausstellung „Erinnerungen“ im St.-Elisabeth-Krankenhaus zu bewundern sind.

„Auf meinen Gemälden stelle ich beispielsweise die Zeit dar, wie sie zwischen den Fingern zerrinnt, oder Ausnahmesituationen wie nach der Geburt eines Kindes“, fährt sie fort und weist darauf hin, dass die meisten der 19 ausgestellten Bilder in den vergangenen beiden Jahren entstanden sind.

Ihre Bilder sind expressiv und erzählen Geschichten, sind dabei weder abstrakt noch naturalistisch. „Man kann sich etwas darunter vorstellen, wenn man sie betrachtet“, charakterisiert die Malerin ihren Stil. Auch in Tempera gemalte Ikonen befinden sich unter den ausgestellten Werken. Alle sind käuflich zu erwerben.

Früher habe sie Öl bevorzugt, erzählt die aus dem bulgarischen Sofia stammende und jetzt in Gangelt lebende Künstlerin. Als sie vor 15 Jahren nach Deutschland kam und Mutter wurde, habe sich ihre Malweise geändert. Jetzt bevorzuge sie Acryl und arbeite mit Spateltechnik. „Mit dem Spatel vermischen sich die Farben ganz anders als mit dem Pinsel“, beschreibt sie ihre Erfahrungen.

In Sofia ausgebildet

Die in Sofia ausgebildete Diplom-Bühnen- und Kostümbildnerin und Modedesignerin hat auch ein Diplom als Kunsttaxatorin in der Tasche. In ihrer früheren Heimat gründete sie unter anderem eine Galerie für „Moderne Kunst“ und arbeitete als Kunstexpertin im Kultusministerium.

Sie freue sich, im Krankenhaus ausstellen zu können und dass ihr die Gruppe „KiK – Kunst im Krankenhaus“ dies ermögliche, erklärt Inkiova-Kersten. Kulturelle Veranstaltungen anbieten und Bereiche im Menschen ansprechen, die die Seele berühren, ist das Ziel von KiK. Gegründet im Jahre 2000, engagieren sich hier derzeit ehrenamtlich Hedi Heinrichs, Eva-Maria Kozikowski, Johannes Bindels und Heinz-Leo Gerads unter der Leitung von Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage.

Bis 11. September zu sehen

Bei der Vernissage „Erinnerungen“ gesellten sich unter die zahlreichen Gäste von Seiten des Krankenhauses Geschäftsführer Stefan Bienert, Verwaltungsdirektor Roland Brudermanns und Carsten Konstanty von der Pflegedienstleitung. Johannes Bindels hielt die Laudatio und hob hervor, dass dies bereits die 62. Ausstellung von KiK sei. Katia Inkiova-Kersten sei eine internationale Künstlerin, die ihre Gemälde unter anderem in Sofia, in den Niederlanden und Italien präsentiere. Mit geschultem Auge und kritisch-wachem Blick betrachte sie die Welt und übersetze die gewonnenen Eindrücke in bildhafte Sprache.

Mit ihrer Freude für experimentelles Arbeiten gelinge es ihr immer wieder, Themen hintergründig darzustellen und Gegensätzliches zu verbinden.

Auf Bindels Frage, welchen Stellenwert die Kunst im Leben der Malerin einnehme, erwiderte sie mit einem Lächeln: „Kunst ist alles in meinem Leben – ich muss Erlebtes auf der Leinwand zum Ausdruck bringen.“ Bindel hakte nach, wie sie an die Bilder herangehe und was ihr wichtig sei.

„Ich male viele politische Bilder, will Mut und Hoffnung ausdrücken und suche stets meinen Weg zum Kunstwerk – teils spontan, teils als langfristige Arbeit“, war ihre Antwort. Mit einem Zitat des kolumbianischen Malers Fernando Botero „Nicht die Abbildung der Wirklichkeit ist das Ziel der Kunst, sondern die Erschaffung einer eigenen Welt“ lud Bindels sodann die Gäste zur Betrachtung der Bilder ein.

Den Anwesenden gefielen die farbenprächtigen Motive ganz offensichtlich, und Barbara Owczarski aus Geilenkirchen drückte es so aus: „Mir gefällt sehr gut, dass die Gemälde gegenständlich sind. Man kann beispielsweise bei dem Bild ‚Weg der Hoffnung‘, das vorwiegend in Rot- und Gelbtönen gehalten ist, geradezu ins Licht gehen.“

Die Ausstellung „Erinnerungen“ von Katia Inkiova-Kersten ist bis zum 11. September täglich im Lichthof der Stationen C3/B3 auf der dritten Etage zu besichtigen.

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