Auch nach dem zehnten Mord lacht das Publikum

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Nach zahlreichen Morden an seinen Verwandten findet auch Richard III. sein unrühmliches Ende auf dem Schlachtfeld. Foto: Angela Schollmeyer

Geilenkirchen. Dass Shakespeare ein großartiger Autor ist, ist so einigen bestimmt schon bewusst gewesen. Und allen, denen er bisher vielleicht doch eher bizarr vorkam, lernten ihn auf eine neue Art und Weise zu schätzen.

Möglich machte dies das „Kellertheater” mit seiner Aufführung von „Shakespeares Greatest Hits”. Mit der deutschen Version der „Comedy of Tragedy” von George Isherwood präsentierte die Theatergruppe gemeinsam mit der Band „Sinnsang” eine Shakespeare-Fassung von eher ungewohntem Charakter.

Beim Lesen der vier Titel, die das Stück beinhaltet, denkt man zunächst an Tod, Trauer und Dramatik. Bei den Werken Macbeth, Richard III, Antonius und Cleopatra und Hamlet dreht es sich nämlich in der Hauptsache um machtsüchtige Menschen, die vor keiner Schandtat zurückschrecken, um ihr Ziel zu erlangen. Und der Tod kam auch. Die wahre Trauer blieb jedoch aus. Selbst nachdem der zehnte Mord auf der Bühne geschah, brachte dies kein Auge zum Weinen, sondern das Publikum zum Lachen.

Was in den originalen Shakespeares als herzzerreißende Szenen in den Kerkern von London, den Wäldern Schottlands, dem dänischen Königshaus oder am Ufer des Nils dargestellt wird, wurde bei der Premiere von „Shakespeares Greatest Hits” mit viel Humor und makaberen Witzen geschmückt.

Das Besondere der Aufführung war vor allem, dass dem Publikum vier Stücke auf einmal präsentiert wurden, was immer wieder Orts- und Charakterwechsel mit sich brachte und es für die Akteure erforderlich machte, mehrere Rollen abwechselnd zu spielen. Manches Mal veränderten sie sich sogar auf der Bühne und wurden von Römern zu Ägyptern und von Ägyptern zu Römern. Umhänge wurden dann kurzerhand zu Kopftüchern umgewandelt und anstatt mit „Ave Caesar” zu grüßen, hieß es folglich „Anubis Ra Ra Ra”.
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