Auch in der Nacht innerhalb von 15 Minuten im OP

Von: Udo Stüßer
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Sie haben die Akutversorgung ausgebaut: Dr. Achim Dohmen (li.) und Dr. Michael Lörken. Foto: Schmitz

Geilenkirchen. Verkehrsunfall auf der B221. Der herbeigeeilte Notarzt meldet der Rettungsleitstelle einen Schwerverletzten. Innerhalb von 15 Minuten kommt ein zwölfköpfiges Team im Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus zusammen: ein Unfallchirurg, ein Chirurg, zwei chirurgische Assistenzärzte, zwei Anästhesisten, zwei OP-Pflegekräfte, zwei Anästhesiepflegekräfte, ein Röntgenassistent und ein Laborassistent.

Rund um die Uhr, zu jeder Tages- und Nachtzeit. „Oft bin ich noch vor dem Unfallopfer in der Klinik“, erklärt Dr. Achim Dohmen, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Und: „Diese personellen Ressourcen zu jeder Tages- und Nachtzeit kann sich nicht jedes Krankenhaus leisten. Große Teile des Teams sind immer in Bereitschaft.“

14 Kliniken in der Region haben sich zum Traumanetzwerk Aachen zusammengeschlossen. Einziger Maximalversorger ist das Aachener Klinikum, die anderen Krankenhäuser hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie als lokales oder regionales Traumazentrum eingestuft. Das Geilenkirchener Krankenhaus hat sich nun vom Basisversorger zum regionalen Traumazentrum hochprüfen lassen. „Damit sind wir einziges regionales Traumazentrum im Kreis Heinsberg. Das werden die anderen Krankenhäuser im Kreis Heinsberg auch in den nächsten Jahren nicht erreichen können“, sagt Dohmen. Möglich sei dieser Erfolg aufgrund der personellen und apparativen Ausstattung. Um als regionales Traumazentrum anerkannt zu werden, müssten pro Jahr mindestens 75 schwere Arbeitsunfälle behandelt werden. „Bei uns sind es über 100. Dazu kommen noch 15 bis 20 Schwerstverletzte“, sagt Dohmen.

Einige 100.000 Euro hat das Geilenkirchener Krankenhaus in den vergangenen Jahren in die apparative Ausstattung investiert. Mit einem Spiral-CT kann innerhalb von zehn Minuten eine Ganzkörperuntersuchung vorgenommen werden. Brüche, Verletzungen von Organen, Kopf-, Hirn- und Wirbelsäulenverletzungen können schnellstens diagnostiziert werden. Alleine für einen Bildwandler, der im Operationssaal dreidimensionale Bilder von Knochen liefert, hat die Krankenhausleitung 25.000 Euro gezahlt. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg habe, so Dohmen, Dr. Michael Lörken, Leitender Arzt für Unfallchirurgie, der vor zwei Jahren vom TH-Klinikum nach Geilenkirchen gewechselt sei. „Die Akutversorgung ist teuer und bringt vergleichsweise wenig Geld. Viele Krankenhäuser können sich diesen personellen und apparativen Aufwand nicht leisten. Wir wollen die Unfallchirurgie in Geilenkirchen weiter stärken, denn wir brauchen ein großes unfallchirurgisches Zentrum“, sagt Dohmen, Leiter der einzigen unfallchirurgischen Abteilung im Kreis Heinsberg. Und er versichert: „Wir werden personell weiter aufstocken.“

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