Auch EWV und NEW wollen das Wasser liefern

Von: Jan Mönch
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Wasser, Wasserhahn
Woher kommt Übach-Palenbergs Wasser? Die Antwort wird mit Spannung erwartet. Foto: Oliver Berg/dpa

Übach-Palenberg. Es ist still geworden um die Vergabe der Übach-Palenberger Trinkwasserkonzessionen. Hinter den Kulissen werden zurzeit die Interessenbekundungen geprüft, die bei der Stadt eingegangen sind. Das entsprechende Verfahren ist zum 30. April ausgelaufen, nunmehr werden die interessierten Unternehmen auf Eignung geprüft.

Zwei maßgebliche Kriterien hierbei sind die Qualität des Wassers und ob der Versorger dazu in der Lage ist, die gewünschten Mengen zu liefern. Erst im nächsten Schritt müssen die Kandidaten konkrete und verbindliche Angebote einreichen.

Bislang war lediglich bekannt, dass Kreiswasserwerk und Enwor um die Gunst Übach-Palenbergs wetteifern, was im vergangenen Jahr zu einigen Störgeräuschen geführt hatte. Die Stadt hatte bekanntlich zunächst dem Kreiswasserwerk die Zusage gegeben, dass man gemeinsam eine eigene Versorgungsgesellschaft gründen würde. Anschließend ruderte man zurück, und der Stadtrat entschied, dass die Gesellschaft gemeinsam mit dem bisherigen Versorger Enwor ins Leben gerufen werden soll. Dann erst erfolgte die Ausschreibung der Konzessionen.

Konfuser Verlauf

Dies geschah auch auf Druck des Kreises Heinsberg. Denn während die Konzessionen bei einer Unternehmensgründung mit dem Kreiswasserwerk ohne öffentliche Ausschreibung hätten vergeben werden können, war dies mit Enwor laut Kreishaus nicht möglich. Grund hierfür waren indirekte privatwirtschaftliche Beteiligungen an dem Herzogenrather Versorger, die beim Kreiswasserwerk als zu 100 Prozent kommunalem Anbieter nicht vorliegen. So unübersichtlich, man könnte sagen konfus, gestaltete sich der bisherige Verlauf.

Derweil haben auch weitere regionale Versorger ihren Hut in den Ring geworfen. Sowohl die EWV GmbH aus Stolberg als auch die NEW AG aus Mönchengladbach bestätigten unserer Zeitung, dass sie ihr Interesse an den Konzessionen offiziell kundgetan hätten. Die Aachener Stawag indes teilte auf Anfrage mit, dass man nicht zur Reihe der Interessenten zähle.

Europaweite Ausschreibung

Somit gibt es mindestens vier Interessenten. Ob noch weitere Unternehmen Kontakt mit der Stadt aufgenommen haben, blieb am Donnerstag unklar, theoretisch könnten sich auch Wasserversorger aus entfernteren Regionen Deutschlands oder gar dem Ausland beworben haben – schließlich handelt es sich um eine europaweite Ausschreibung. Die Stadt Übach-Palenberg machte hierzu keine Angaben. Informationen unserer Zeitung, das bereits eine Unternehmensgründung mit Enwor in die Wege geleitet worden ist, wollte man nicht bestätigen. Es gebe dahingehend „keine rechtsverbindlichen Vereinbarungen“, hieß es aus dem Rathaus. Man lege Wert auf ein „transparentes und diskriminierungsfreies Verfahren“. Mehr war nicht in Erfahrung zu bringen.

Derweil darf es mittlerweile als unwahrscheinlich gelten, dass die Konzessionen pünktlich zum 30. Juni neu vergeben sind, wenn die alten Verträge mit Enwor enden. Die Bürger müssen sich deswegen keine Sorgen machen, ein Versorger ist gar nicht dazu berechtigt, kurzerhand den Hahn zuzudrehen. „In diesem Falle greift eine sogenannte Nachwirkfrist, die analog zum Energiewirtschaftsgesetz angewandt wird“, bestätigt Ina Albersmeier aus der Enwor-Pressestelle.

Heißt: Dasselbe Wasser würde weiter zu denselben Konditionen geliefert, bis eine Lösung gefunden ist. Aus Sicht der Stadt hingegen wäre die Verspätung zumindest ärgerlich. Die Neuvergabe der Konzessionen und insbesondere die Gründung einer eigenen Gesellschaft ist nicht zuletzt auch mit der Hoffnung auf beträchtliche finanzielle Vorteile verbunden. Je länger der Abschluss des Themas hinausgezögert wird, desto länger dauert es also naturgemäß, bis diese Vorteile es aus der Theorie in die Praxis schaffen.

Zur Theorie hatte auch gehört, dass die Entlastung des Haushaltes die Rettung des Ü-Bades ermöglicht.

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