Auch der Sponsor darf immer nur Zaungast sein

Von: Markus Bienwald
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Fördervereinsvorsitzender Kar
Fördervereinsvorsitzender Karl-Heinz Stamm (l.) begrüßte mit Vereinsvorsitzendem Egbert Symens (r.) Thomas Korr (2.v.l.) von Alemannia Aachen, unseren Sportchef Christoph Pauli (3.v.l.), Dr. Robert Wiegand (M.), Verena Rücker vom Deutschen Tennisbund und Kreissparkassen-Vorstand Thomas Pennartz zu „Sport trifft Wirtschaft” im Geilenkirchener Haus Basten. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Natürlich war das Relegationsspiel der Fußball-Bundesliga auch an diesem Donnerstagabend im Bürgersaal des Hauses Basten überall präsent. Dennoch waren die am Sport Interessierten dem Ruf des Tennisclubs Rot-Weiß Geilenkirchen gefolgt, sich mit dem Thema „Sport trifft Wirtschaft” auseinanderzusetzen.

Unter den Gästen war keine wirklich klare Trennung der beiden Bereiche auszumachen, zumal sich viele Clubmitglieder oder Tennisfreunde darunter befanden. Wohl aber bot die Besetzung des Podiums Möglichkeiten, sich mit der Möglichkeit anzufreunden, den regionalen Sport als Werbeträger für die lokale Wirtschaft zu nutzen. TC-Vorsitzender Egbert Symens bedankte sich für die Unterstützung des clubeigenen Fördervereins mit seinem Vorsitzenden Karl-Heinz Stamm, der diesen Abend überhaupt erst ermöglicht hatte. Gleichzeitig freute es ihn sehr, mit dem aktuell als Marketing-Direktor eines internationalen Spielwarenhändlers tätigen Sponsoringexperten Dr. Robert Wiegand als Referent für das Eingangsstatement gewonnen zu haben.

„Haste mal nen Euro?” begann der seine Ausführungen. Denn genau darum drehe es sich laut Dr. Wiegand in den meisten Gesprächen zwischen Vereinsvertretern und lokalen wie regionalen Unternehmern, die das Geschehen im Verein finanziell begleiten sollen. Klare Unterscheidungen machte Wiegand allerdings hinsichtlich des Unterschieds zwischen Mäzenatentum, das eher mit Liebhaberei zu tun hat, und dem Sponsoring, bei dem beide Seiten auch wirtschaftliche Interessen verfolgen. So scheute sich der Redner auch nicht zu betonen, dass der Verein ein Gegenangebot für den finanziellen Einsatz machen müsse: „Sonst sollten sie ihn in die Pflicht nehmen”, riet Wiegand. Neben einem unterhaltsamen Ausflug in die Geschichte des Sponsorings mit flüssigen Meilensteinen wie einem Cola-Fabrikanten und dem ersten deutschen Fußballsponsor, einem Kräuterschnaps, spannte der Experte den Bogen zu modernen Marketingstrategien. So mache das Sportsponsoring nach seinen Recherchen mehr als 50 Prozent des gesamten Sponsoringaufkommens von knapp fünf Milliarden Euro jährlich aus. „Damit ist das Sportsponsoring im Marketing angekommen”, schloss Wiegand, „und ist in Deutschland nicht mehr die Vorliebe des Vorstandsvorsitzenden”. Und den Unternehmern unter den Sportfreunden machte er klar, dass es sich lediglich um Sport handele und der Sponsor immer Zaungast sei und nie immer im Mittelpunkt stehen könne. Mindestens ebenso viel Anklang wie der kurzweilige Vortrag des Referenten fanden auch die Fragen und Kommentare des Sportchefs dieser Zeitung, Christoph Pauli, der an diesem Abend als Moderator tätig war.

Schnöder Mammon

Geschickt lenkte Pauli den Fokus auf Phrasen wie den „schnöden Mammon”, die Entdeckung des Breitensports für Unternehmenszwecke oder auch schlicht die Frage, wie sehr überregionale Unternehmen in die Geschicke eines lokalen Vereins einzubinden seien. Als Gesprächspartner waren ihm neben dem Referenten noch drei weitere Gäste zugeteilt, die sich im Metier bestens auskennen. Einer von ihnen war Thomas Korr von Alemannia Aachen. Er musste sich die Frage gefallen lassen, was wohl ein Verein noch tun müsse, der eigentlich schon so bekannt sei, dass er kaum noch für sich Werbung machen muss.

„Die Konzepte sind nicht rein auf Bandenwerbung ausgelegt”, gab Korr zurück. Er betonte die Nachhaltigkeit im Handeln und die regionale Verbundenheit, die sich, trotz der Abteilung Profifußball auch in den anderen Abteilungen wie Leichtathletik oder Volleyball wiederfinde. Zweite Gesprächspartnerin bei der Podiumsrunde war Verena Rücker vom Deutschen Tennisbund (DTB), die dort für den Breitensport verantwortlich zeichnet. Sie machte sich dafür stark, immer neue Ideen und Projekte zu entwickeln, um für Sponsoren wie Mitglieder gleichermaßen interessant zu bleiben. „Sponsoren können zum Beispiel nicht nur Geldleistungen, sondern auch Sachleistungen einbringen”, riet sie.

Zudem sprach sie sich für die Bildung von Netzwerken aus, die beiden Seiten positive Effekte bringen könnten. Eine Seite, die zahlende, kannte der letzte Gesprächspartner in der Runde mit Christoph Pauli an diesem Abend, Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz von der Kreissparkasse Heinsberg. Er öffnete einen reichen Erfahrungsschatz in Sachen Sponsoring. „Wir wollen erkennbar machen, dass der Ertrag in der Region reinvestiert wird”, sagte er von der Geberseite aus. Zudem ankerte für ihn die regionale Verbundenheit auch in der Tatsache, dass sowohl Kunden wie Mitarbeiter auch in lokalen Sportvereinen Mitglied seien.
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