Gangelt - Auch das Schneechaos konnte sie nicht aufhalten

Auch das Schneechaos konnte sie nicht aufhalten

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Nach einer mehr als 24-stündigen Reise und etlichen Strapazen hat dann doch noch alles geklappt: Markus R. aus Gangelt bei der Stammzellspende in Dresden.

Gangelt. Schneechaos in Köln: Christoph H. und Markus R. sollten eigentlich nach Dresden fliegen. Dort war schon alles für ihre Stammzellspende am nächsten Morgen vorbereitet. Doch es kam alles ganz anders.

Es ist der 20. Dezember 2009. Bedingt durch den Wintereinbruch kommt es auf dem Köln-Bonner Flughafen zu Verspätungen und Flugausfällen. Davon betroffen sind auch Markus R., 21 Jahre aus Gangelt und Christoph H., 33 Jahre aus Bermel. Ohne zunächst voneinander zu wissen, warten die beiden auf ihren Flug nach Dresden, weil sie dort am nächsten Morgen zur Blutstammzellspende angemeldet sind. Beide telefonieren in regelmäßigen Abständen mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei, die alles versucht, die Spender pünktlich in Dresden ankommen zu lassen.

Mietwagen mit Winterreifen sind nicht mehr zu bekommen und bei der Bahn bricht ebenfalls Winterchaos aus. DKMS-Mitarbeiterin Sabine Mauersberger bietet den beiden Männern an in einem Flughafenhotel zu übernachten, und sie auf eine der ersten Maschinen am nächsten Morgen zu buchen. Dabei informiert sie sie auch, dass es noch jemanden gibt, der am nächsten Morgen in Dresden Stammzellen spenden soll, und am Flughafen wartet. Kurzerhand schließen sie sich kurz und Christoph H. hat eine Idee.

Autobahn gesperrt

Ein Freund von ihm besitzt einen Geländewagen mit Allradantrieb. Er ruft seinen Bruder an und bittet ihn nach dem Auto zu fragen. Ohne zu zögern stellt der Freund das Auto zur Verfügung, und Christophs Bruder macht sich auf den Weg zum Flughafen. Dort angekommen, bietet er an mitzufahren. Schließlich ist Köln-Dresden eine lange Strecke und zu dritt kann man sich gut mit dem Fahren abwechseln. Schließlich scheint der morgige Spendentag gerettet. Oder doch nicht?

Kurz vor Jena wird die Fahrt plötzlich unterbrochen. Ein Lkw-Unfall bringt den Verkehr zum Erliegen. Die Autobahn ist gesperrt. Mittlerweile ist es 5 Uhr am nächsten Morgen. Um 8 Uhr werden sie in der Klinik erwartet. „So viel Pech auf einmal kann doch keiner haben. Wir müssen gleich spenden”, meint Markus verzweifelt. Aufgeben kommt für ihn und Christoph jedoch nicht in Frage.

Was tun? Christoph steigt aus und macht sich auf den Weg zur Polizei am Unfallort, um sie um Hilfe zu bitten. „Wir müssen dringend nach Dresden, weil wir dort um 8 Uhr zur Stammzellspende erwartet werden. Zwei Leben hängen von uns ab”, erklärt er einem Polizisten. Dieser verweist ihn jedoch an die Einsatzleiterin, die gerade mit der Unfallaufnahme beschäftigt ist. Enttäuscht geht er wieder zurück zum Auto. Plötzlich sieht er die Einsatzleiterin in seine Richtung laufen. Sofort geht er ihr entgegen und erläutert die Dringlichkeit nach Dresden zu kommen.

Die Einsatzleiterin verspricht zu helfen und veranlasst, dass alle Verkehrteilnehmer eine Gasse bilden und das „Lebensspenderauto” als erstes am Unfall vorbei fahren kann.

Endlich! Um 8:07 Uhr, nach nun mehr als 24 Stunden auf den Beinen, kommen sie müde aber glücklich am Universitätsklinikum in Dresden an. Noch kurz Zeit für Kaffee und ein Frühstück und dann werden Markus und Christoph schon an den Zellseparator angeschlossen.

Die jungen Männer haben es geschafft. Sie haben alles möglich gemacht, um Chance auf Leben zu schenken.

Nun heißt es Daumen drücken, denn erst nach 100 Tagen zeichnet sich ein erstes Anwachsen der Blutstammzellen bei ihren Patienten ab.
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