Geilenkirchen - Arbeitszeiten der Diebe: Tagsüber von 12 bis 20 Uhr

Arbeitszeiten der Diebe: Tagsüber von 12 bis 20 Uhr

Von: Renate Kolodzey
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Meist kommen sie am Tag, wenn niemand da ist. Einbrecher wollen ihren Opfern nicht begegnen. Foto: Stock/Jochen Tack
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Kriminalhauptkommissar Wolfgang Ulbrich zeigt eine sichere Pilzkopfverriegelung an einem Fensterbeschlag. Foto: Kolodzey

Geilenkirchen. „Vorsicht – wachsamer Nachbar“, dies ist eine der vielen Möglichkeiten, sich vor Einbruch zu schützen. „Bitte haben Sie keine Hemmungen, bei der Polizei anzurufen, wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt“, bittet Kriminalhauptkommissar Wolfgang Ulbrich vom Bereich Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde Heinsberg die Besucher seines Vortrags.

Initiiert hatte diese Veranstaltung Wolfgang Robertz vom Ordnungsamt der Stadt Geilenkirchen, damit sich die Bürger der Stadt, auch in den Neubaugebieten, Tipps von kompetenter Seite geben lassen können. Im Rahmen der Aktionswoche der Polizei NRW „Riegel vor – Sicher ist sicherer“ klärt sie in verschiedenen Aktionen über Vorbeugungsmaßnahmen auf.

„Meist wird über Fenster und Türen eingebrochen“, erläutert Ulbrich, „und es sind größtenteils überregionale Täter, die sich heute in Aachen, morgen in Erkelenz und übermorgen in Übach-Palenberg aufhalten – immer auf der Suche nach einer günstigen Gelegenheit.“ Bargeld, Schmuck und elektronische Geräte seien die am häufigsten entwendeten Sachen.

Man brauche nicht sein Haus in eine Festung zu verwandeln, sondern könne durch technische Sicherungen den mechanischen Widerstand verbessern, um die Widerstandszeit erhöhen und so „dem Einbrecher Zeit zu stehlen“. Die Denkweise eines Diebes sei immer: „Wo komme ich leicht und schnell rein?“ und „Wo ist niemand zu Hause?“ In fünf bis zehn Sekunden ließe sich mit einem einfachen Schraubenzieher ein ungesichertes Fenster aufhebeln, und ein Einbruch dauere, statistisch gesehen, nur 12 bis 15 Minuten.

Am häufigsten kämen die Diebe freitags und samstags zwischen 12 und 20 Uhr, und nicht, wie viele Leute denken, nachts. Der Grund sei, dass sie tagsüber die potenziellen Opfer bei der Arbeit vermuten und die Wohnung dann leer sei. Zwischen null und sechs Uhr morgens passierten die wenigsten Delikte.

Zur Vorbeugung solle man bei Abwesenheit Fenster und Türen schließen und Anwesenheit zeigen oder vortäuschen, beispielsweise durch Licht oder sabotagegeschützte Bewegungsmelder außerhalb des Hauses. Wertgegenstände gehörten ins Bankschließfach, und es dürften keine Kletterhilfen, wie zum Beispiel Mülltonnen, bereit stehen, um in obere Stockwerke zu gelangen.

Die Arbeitsweise der Kriminellen an Fenstern sei zu 82 Prozent das Aufhebeln, eingeschlagen würden die Scheiben nur in sieben Prozent aller Fälle. Wichtig seien einbruchhemmende Fenster und Rollläden nach DIN-Normen. Auch nachrüstbare Sicherungen bei bereits bestehenden Fenstern und Rollläden seien nach DIN möglich. Man solle sich diese Normen auf der Rechnung bestätigen lassen, damit man im Einbruchsfall reklamieren könne. Rollläden gäbe es beispielsweise mit Hochschiebeschutz und Stahlkern.

Bei Fenstern und Türen sei neben der angriffshemmenden Verglasung eine Rundumverriegelung mit Pilzkopfbeschlägen sinnvoll sowie ein verstärktes Rahmenprofil, verstärkte Ecklager und abschließbare Griffe. „Natürlich nicht den Schlüssel auf dem Griff steckenlassen“, schärfte Ulbrich den Gästen ein.

Die Arbeitsweise an Türen sei mit 80 Prozent ebenfalls das Aufhebeln, in elf Prozent seien überhaupt keine Spuren zu erkennen. Hier hätten die Täter zugezogene, nicht abgeschlossene Türen mit einer Scheckkarte oder einem gebogenen Draht geöffnet. Für einbruchhemmende Türen gäbe es ebenfalls Normen, ebenso für den Schutzbeschlag und die Profilzylinder.

Besonders an großen Türen habe sich eine sogenannte Stangenverriegelung bewährt und eine Bändersicherung. Lichtschächte sollten mit einer Aufhebelsicherung versehen sein, damit niemand hineinklettern könne. Elektronische Sicherungen wie Alarmanlagen seien nur als Ergänzung zu betrachten, da sie nicht verhindern können, dass jemand einbricht. Auch hier solle man die Normen beachten.

Firmen, die nach den erwähnten Normen arbeiten, sind im Internet in einem 60 Seiten starken Adressenverzeichnis der Polizei, sortiert nach Postleitzahlen, abrufbar unter www.polizei.nrw.de oder www.polizei-beratung.de. Alle Firmen mussten entsprechende Nachweise erbringen.

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