Übach-Palenberg/Baesweiler - Arbeitswelt im Klassenzimmer kennenlernen

Arbeitswelt im Klassenzimmer kennenlernen

Von: Markus Bienwald
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Der Abschluss der Kurs-Lernpartnerschaft war für Andreas Haupts vom Gymnasium Baesweiler, Schlafhorst-Ausbildungsleiter Thomas Kalitzki, Schulleiter Wilhelm Merschen, Wolfram Flatow von Saurer.Schlafhorst, Christian Vogt vom Kurs Basisbüro und Frank Brunner, Beigeordneter aus Baesweiler, ein Grund zur Freude.
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Selbermachen und Ausprobieren: Die Ausbildung spielt bei dem Unternehmen Schlafhorst in Übach-Palenberg schon immer eine große Rolle. Damit ist sie für viele junge Menschen attraktiv. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Baesweiler. Der Textilmaschinenbauer Saurer.Schlafhorst und das Gymnasium Baesweiler schließen eine Kurs-Lernpartnerschaft. Das Beispiel Schlafhorst ist inzwischen die zweite Lernpartnerschaft des Gymnasiums Baesweiler.

Heinz Gehlen hat manchmal Visionen, die in gar nicht so ferner Zukunft vielleicht wahr werden könnten. „Stellen Sie sich einmal vor, Sie rufen beim Facharzt an, und haben innerhalb von zwei Tagen einen Termin, beim Dachdecker dauert das aber dann anderthalb Jahre“, so der Geschäftsführer der Sparte Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Dass es für Abiturienten nicht ein Muss ist, die Universität zu besuchen, stellte er bei der Vorstellung der am Mittwoch frisch geschlossenen Kurs-Lernpartnerschaft zwischen dem Textilmaschinenbauer Saurer.Schlafhorst in Übach-Palenberg und dem Städtischen Gymnasium in Baesweiler klar. „Denken Sie einfach mal darüber nach, was Sie werden wollen“, riet er künftigen Schulabsolventen. Vor dem Hintergrund eines hochqualifizierten Ausbildungssystems mit attraktiven Chancen sah er wie auch Wolfram Flatow von Schlafhorst und Schulleiter Wilhelm Merschen eine gute Möglichkeit für Schüler, durch die Lernpartnerschaft wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt und den Betrieb zu gewinnen.

Das Beispiel Schlafhorst ist inzwischen die zweite Lernpartnerschaft des Gymnasiums Baesweiler. „In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, sich frühzeitig mit der Studien- und Berufswahl auseinanderzusetzen“, so Merschen. Heimische Betriebe wie Schlafhorst böten da mit ihren vielfältigen Möglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen gute Chancen, mit und ohne Studium zu einer qualifizierten Berufsausbildung zu gelangen.

Schlafhorst-Ausbildungsleiter Thomas Kalitzki nannte beispielhaft die drei im Betrieb installierten Dualen Studiengänge für Maschinenbau, Elektrotechnik und BWL. „Bei einem Dualen Studium lernen die jungen Leute auch das Wertesystem in einer Firma kennen, denn sie haben durch ihre Ausbildung die Arbeit an der Basis kennengelernt“, weiß der erfahrene Ausbildungsprofi. „Wir haben es auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten immer schon geschafft, über Bedarf auszubilden“, ergänzte Wolfram Flatow.

Dass Lernpartnerschaften wie die vor gut eineinhalb Jahrzehnten eingeführte Kurs-Initiative der IHK, Handwerkskammern und der Bezirksregierung Köln ein gutes Instrument seien, mit Betrieben auch in Zeiten des demografischen Wandels früh Kontakte zu knüpfen und auszubauen, sah auch Heinz Gehlen. „Dazu halten wir uns mit Kurs hervorragend am Markt“, fand er vor dem Hintergrund, dass ähnlich gelagerte Förderprogramme zum Ausbildungsaustausch zwischen Schulen und Betrieben beispielsweise auf Landesebene oft eine viel kürzere Halbwertszeit hätten.

Bei der Betrachtung aktueller Zahlen von Studienabbrechern, die an der nahen RWTH Aachen beispielsweise um 40 Prozent liegen, machte Gehlen aber noch einen weiteren Faktor aus, der für eine Teilnahme am Kurs-System spräche. Schließlich zeige dies, dass die Frage nach der richtigen Berufswahl nicht immer auf Anhieb und im ersten Schritt zum Erfolg führe.

Daher könnten Angebote wie Kurs, die beispielsweise schon in der neunten Schulklasse neben Berufsinformationstagen einen tieferen Einblick in die tatsächlichen Tätigkeiten in einem Betrieb erlaubt, sehr hilfreich sein. „Kurs ist nicht nur schon sehr lange am Markt, sondern hat auch alle Schulformen und aktuell alleine in der Städteregion Aachen mehr als 60 Kooperationen im Boot“, sagte er.

Wie sich eine Kooperation zwischen Schule und Betrieb auch auf künstlerischer Ebene gestalten kann, davon berichteten Kunstlehrer Nils Markmann und die Schüler Greta Opitz (17) und Sven Pilz (18) vom Gymnasium Baesweiler.

Der Lehrer erhielt bei einem Besuch in der Lehrwerkstatt von Schlafhorst in Übach-Palenberg ein paar Materialien, wie sie in der Ausbildung zum ganz normalen Alltag gehören. Die Schüler des Gymnasiums machten daraus Kunst, Abstraktes in der Oberstufe, wie beispielsweise fotografisch verfremdete Bauteile, oder realistisches wie Skizzen von Maschinenelementen. Die entsprechenden Bilder wurden bei der Kurs-Vertragsunterzeichnung begutachtet, und könnten bald in der Schlafhorst-Zentrale an der Carlstraße in Übach-Palenberg zu sehen sein.

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