Arbeit der Tafel: Keine Bittsteller, sondern Kunden

Von: mh
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Der Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales informierte sich über die Arbeit der Übach-Palenberger Tafel. Auskunft gaben die Vorstandsvorsitzende Roswitha Bischhaus-Trotnow und ihr Stellvertreter Dieter Bischhaus (rechts). Foto: M. Hahn

Übach-Palenberg. Über die offensichtlich erfolgreiche Arbeit der Übach-Palenberger Tafel informierten sich die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales mit ihrem Vorsitzenden Dr. Sascha Derichs und dem Beigeordneten Helmut Mainz, bevor sie sich am Donnerstag zur Sitzung im Rathaus trafen.

Der Erfolg ist nicht selbstverständlich, denn vor knapp drei Jahren klagten die Tafel-Mitarbeiter über Probleme vor allem wegen des rückläufigen Spendenaufkommens.

Spenden, so versicherten Roswitha Bischhaus-Trotnow als Vorstandsvorsitzende der Tafel und Dieter Bischhaus als ihr Stellvertreter, könnten auch heute noch reichlicher fließen. Als Bitte gaben sie den Kommunalpolitikern mit auf den Weg, sich zum Beispiel bei der Schokoladenfabrik für die gute Sache stark zu machen. Seit den gestiegenen Flüchtlingszahlen registriert man bei der Tafel natürlich eine wachsende Zahl von Asylbewerbern, dagegen ist die Zahl der deutschen Kunden zurückgegangen. Roswitha Bischhaus-Trotnow sieht das ziemlich pragmatisch: „Dann brauchen die uns eben nicht mehr“, sagt sie.

Die 2005 gegründete Übach-Palenberger Tafel war übrigens die erste im Kreis Heinsberg. In ihren fünf Ausgabestellen – neben Palenberg sind das Boscheln, Geilenkirchen, Gangelt und Selfkant – betreut sie rund 2500 Kunden. Allein in Palenberg, Am Mühlenhof 12 (mittwochs ab 13.30 Uhr), und Boscheln, VfL-Vereinsheim an der Martin-Luther-Straße (freitags ab 13.30), sind es 430 „Bedarfsgemeinschaften“, meist Familien, und damit rund 1000 Menschen. Der Rest verteilt sich auf Geilenkirchen, Parkplatz Von-Harff-Straße (montags und donnerstags ab 13.30 Uhr), Gangelt-Birgden, Sportplatz, und Selfkant-Tüddern, Schule, alle 14 Tage im Wechsel jeweils montags ab 13.30 Uhr.

Die Arbeit verteilt sich auf 52 Ehrenamtler, fünf Teilnehmer am Bundesfreiwilligenjahr und zwei Ein-Euro-Jobber. Derzeit gehören zwei Syrer zum festen Team. „Das ist eine große Hilfe“, sagt die Vorstandsvorsitzende, „sie können uns auch bei Sprachproblemen helfen“. Die Versorgung der Außenstellen geschieht mit zwei Kühlfahrzeugen, und „Kühlung“ ist für Roswitha Bischhaus-Trotnow das Stichwort für den Hinweis auf die regelmäßigen Kontrollen durch das Gesundheitsamt. Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Spender der Lebensmittel sind vor allem Geschäfte und Supermärkte. „Das wird zwar schwieriger, aber es gibt nur wenig Absagen“, sagt die Vorsitzende. Spenden, auch Obst oder Gemüse aus dem Garten, können aber auch Privatleute leisten (Kontakt über www.übach-palenberger-tafel.de).

Wichtig für die Vorsitzende ist die Feststellung: „Unsere Besucher sind nicht Bittsteller, sondern Kunden!“ Diese müssen sich jedoch als Empfänger von Sozialleistungen ausweisen können. Und damit sich niemand zurückgesetzt fühlt, wird der Eintritt über Lose geregelt, wenn zum Beispiel vor den nicht allzu großen Räumen in Palenberg mittwochs 150 Menschen warten.

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