Geilenkirchen - Anita-Lichtenstein-Gesamtschule feiert 20-jähriges Bestehen

Anita-Lichtenstein-Gesamtschule feiert 20-jähriges Bestehen

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
Schulleiter Uwe Böken begrüÀ
Schulleiter Uwe Böken begrüße zur offiziellen Feierstunde rund 300 geladene Gäste in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule und zog eine eindrucksvolle Bilanz. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Wir alle schauen heute auf 20 Jahre Anita-Lichtenstein-Gesamtschule zurück, und wir schauen gerne zurück”, sagte Schulleiter Uwe Böken beim Festakt anlässlich der Jubiläumsfeier zu den rund 300 Gästen.

Als 1990 der Rat der Stadt Geilenkirchen den Beschluss zur Gründung der vierzügigen Gesamtschule gefasst habe, sei dieser Beschluss alles andere als populär gewesen. Der seinerzeit konservativ besetzte Rat habe bei seiner Entscheidung, dem Wunsch einer engagierten Elterninitiative nach einer Gesamtschule zu folgen, Mut bewiesen. Die damals notwendigen 112 Anmeldungen seien erreicht worden, so dass die Gesamtschule am 2. September 1991 an den Start ging.

„Die Namensgebung unserer Schule drei Jahre später war ein prägender Meilenstein in der noch jungen Schulgeschichte”, blickte Uwe Böken zurück. Er verwies auf die junge Geilenkirchenerin Anita Lichtenstein, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung von den Nazis ermordet wurde. „Mit der Namensgebung ist es der Stadt Geilenkirchen und der Schulgemeinde schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt gelungen, einem ermordeten Geilenkirchener Mädchen, welchem zu Lebzeiten jeglicher Schulbesuch verweigert worden war, die Heimkehr in ihre Heimatstadt posthum zu ermöglichen”, so der Schulleiter.

Böken ging in diesem Zusammenhang auf die verschiedenen Projekte der Schule ein, die sich mit dem Holocaust befassen. So hat die komplette 9. Jahrgangsstufe der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule kürzlich das Vernichtungslager Auschwitz und das Oskar-Schindler-Museum in Krakau besucht. Aus diesem Besuch sei eine Projektgruppe entstanden, die ihre Exponate am Tag des Schulfestes der Öffentlichkeit vorstelle.

Uwe Böken zitierte an dieser Stelle aus einem Grußwort des Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe: „Ich darf Ihnen im Namen des Präsidiums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aufrichtigen Dank sagen für Ihre wunderbaren Projekte, die alle dazu in hervorragender Weise dienen, die Erinnerung an die von den Naziverbrechern ermordete Schülerin Anita Lichtenstein wach zu halten. Darüber hinaus unterstreichen Sie mit Ihren beispielhaften Projekten unsere spezielle deutsche Verantwortung für die Juden bei uns im Lande, aber besonders auch in Israel und in allen Teilen dieser Welt.”

Eichendorff-Kolleg

Uwe Böken warf einen weiteren Blick in die Schulgeschichte und erwähnte die Besuche bei den Partnerschulen in Estland und Israel. Ein weiteres markantes Datum sei der Januar 2010 gewesen, als es galt, die bis zu diesem Zeitpunkt autonome Schule für spät ausgesiedelte Abiturientinnen und Abiturienten, das Eichendorff-Kolleg, als komplett neue Abteilung in die Gesamtschule zu integrieren. Dies habe bedeutet, zwei vollkommen unterschiedliche Systeme miteinander zu verschmelzen. Der Schulleiter kam auch auf den Förderverein zu sprechen, der in den zurückliegenden Jahren viele Dinge in Bewegung gesetzt habe, so sei er auch für das im Bau befindliche Tierhaus federführend.

„Ich glaube, dass wir uns hier mit der in 20 Jahren geleisteten Arbeit sehen lassen können”, so Böken. Uwe Böken überreichte gegen Ende seiner 25-minütigen Rede einen Blumenstrauß an Elfriede Görtz, die als damalige Freundin von Anita Lichtenstein die Puppe des jüdischen Mädchens aufbewahrt und kürzlich der Gesamtschule als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat.

Ein Thema werde aber die nächsten Jahre dominieren, das der Inklusion. Böken: „Wir werden uns bemühen, integrative Wege zu finden, um behinderte Schülerinnen und Schüler zusammen mit nicht behinderten Kindern zu beschulen.”

Baum des Lebens

Bürgermeister Thomas Fiedler, Leitender Regierungsschuldirektor Bernward Gilles, Schulpflegschaftsvorsitzender Dr. Michael Simons, Medienkoordinator Karl-Gerd Steffens, die evangelische Pastorin Anne Siebrands und der katholische Kaplan Christian Mengen überbrachten der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule ebenfalls Glückwünsche.

Böken und Steffens stellten während des Festaktes erstmals den „Baum des Lebens” vor, der an die in den vergangenen 20 Jahren verstorbenen Weggefährten erinnern soll. Zwölf Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Wegbegleiter sind es, deren Name in Form einer Plakette an dem stilisierten Baum des Lebens angebracht sind.

Die Feierstunde wurde durch den Schulchor unter Leitung von Maria Slagboom sowie das Duo der Musikschule Geilenkirchen, Marco Grunert (Cello) und Klaus Mehler (Piano), musikalisch gestaltet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert