Geilenkirchen - Angezündeter Hühnerstall ruft Justitia auf den Plan

Angezündeter Hühnerstall ruft Justitia auf den Plan

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Unterbrochen wurde die Verhandlung gegen einen 40-jährigen Angeklagten aus einem Heinsberger Stadtteil, dem vorgeworfen wird, einen Hühnerstall vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben.

Es sollen noch weitere Zeugen gehört werden. Nächster Verhandlungstermin ist 22. Juni ab 12 Uhr.

Am ersten knapp sechsstündigen Verhandlungstag erklärte der Angeklagte, der mehrfach einschlägig vorbestraft ist, dass diese Vorstrafen auf eine Alkoholerkrankung und auf Heroinmissbrauch zurückzuführen seien. Das Ganze habe während seiner Zeit bei der Bundeswehr begonnen, er sei vor etwa zwei Jahren entgiftet worden und derzeit „trocken”. Zur Sache selbst erklärte der Angeklagte, dass er „zunächst einmal von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen will”.

Bereits vor gut anderthalb Jahren, am 1. September 2008, war gegen 23 Uhr der etwa zwölf Quadratmeter große Schuppen, eben jener Hühnerstall, in Flammen aufgegangen - zehn Hühner und ein Hahn verbrannten. Es entstand ein von der Polizei geschätzter Schaden von rund 5900 Euro, der allerdings vom Eigentümer auf zehn- bis zwölftausend Euro beziffert wird.

Die Zeugenvernehmungen zeigten deutlich, dass das Klima in der Nachbarschaft offensichtlich seit Jahren vergiftet ist. Es handelt sich mehr um einen Nachbarstreit, der immer wieder einmal eskalierte, ehe es am 1. September zu der Brandstiftung kam, mit der sich jetzt sogar ein Schöffengericht auseinandersetzen muss.

Zunächst wurde die Nachbarin des Geschädigten, die damals mit dem Angeklagten zusammenlebte, als Zeugin gehört. „Das Verhältnis zwischen uns war extrem angespannt”, sagte sie aus. Sie habe vom Feuer im etwa 200 Meter entfernten Hühnerstall in dieser Nacht nichts mitbekommen, obwohl gegen 23 Uhr immerhin 35 Feuerwehrleute anrücken mussten, um den Brand zu löschen.

Kein Stromanschluss

„Selbst am nächsten Morgen wusste ich von einem Feuer nichts, ich hatte gegen 8 Uhr sogar unsere beiden Pferde auf die Weide gelassen, wobei ich da erst feststellte, dass an unserem Grundstück das Tor am Ende der Weide, wie sich für mich erst später herausstellte, von der Feuerwehr gewaltsam geöffnet und dabei auch beschädigt worden war”, erklärte die Zeugin.

„Ich bin gegen 22.30 Uhr telefonisch darüber informiert worden, dass mein Hühnerstall brennt”, erklärte der 71-jährige Hennenhalter als Zeuge im Strafverfahren. Er habe Polizei und Feuerwehr alarmiert. Dabei ging der Zeuge auch darauf ein, dass das Verhältnis zum Nachbarn seit Jahren nicht das beste gewesen sei. Besonders der Angeklagte habe sich immer wieder, wenn er zu viel getrunken habe, mit ihm angelegt. „Er hat mehrfach gesagt, dass er mein Haus anzünden würde”, sagte der 71-Jährige.

„Dass da ein Brandbeschleuniger eingesetzt worden ist, habe ich am nächsten Tag gerochen, auch wenn das Landeskriminalamt den Einsatz von Beschleunigern nicht nachweisen konnte”, erklärte der Polizeibeamte, der sich mit der Sache beschäftigte. Eine andere Erklärung habe es für das Feuer nicht gegeben, ein Stromanschluss sei im Hühnerstall nicht vorhanden gewesen.

Die unmittelbaren Nachbarn seien polizeilich vernommen worden. Die Nachbarin, deren Lebensgefährte jetzt angeklagt ist, habe die Beamten aber nicht sprechen wollen, „was auf mich nicht den besten Eindruck gemacht hat”. Die Vernehmung eines jungen Mannes in der Nähe des Tatortes habe ergeben, dass dieser vom Angeklagten aufgefordert worden sei, dem 71-Jährigen Schaden zuzufügen.

„Ich habe zwei Proben erhalten. Den Einsatz eines Brandbeschleunigers konnten wir nicht nachweisen”, gab Dr. Anke Grundmann vom Landeskriminalamt ihr Gutachten ab.
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