Ampel ist ein „Schlag ins Gesicht des Petitionsausschusses“

Von: Udo Stüßer
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Gero Ronneberger (4. v. rechts) erklärte dem SPD-Landtagsabgeordneten Karl Schultheis (3. v. links) vor Ort, warum er die Petition eingereicht hat. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Teveren. Auf der Kreuzung L42/Lilienthalallee/Chorherrenstraße in Teveren wird in diesem Frühjahr eine Ampelanlage installiert. Die Entscheidung, die im Januar im Landesverkehrsministerium getroffen wurde, bezeichnete Gero Ronneberger, sachkundiger Bürger der Bürgerliste aus Teveren, am Mittwoch als einen Schlag ins Gesicht des Petitionsausschusses.

Über 1000 Unterschriften haben Gero Ronneberger und seine Parteifreunde von der Geilenkirchener Bürgerliste im vergangenen Mai in Teveren, Grotenrath, Siepenbusch und Geilenkirchen gesammelt. Sie alle fordern einen Kreisverkehr statt einer wie vom Landesbetrieb Straßenbau Niederrhein geplanten Ampel auf der Kreuzung L 42/Lilienthalallee/Chorherrenstraße in Teveren. Auch Teverens Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus und die Grotenrather Ortsvorsteherin Theresia Hensen wehren sich energisch gegen eine Ampelanlage.

„Bitte verhindern Sie den Baubeginn der Ampelanlage!“ Mit diesen Worten hat Gero Ronneberger im Mai einen Petitionsantrag an den Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages gesandt.

Am Mittwochmorgen war Ortstermin: Kommunalpolitiker, Vertreter aus dem Verkehrsministerium, von Straßen.NRW, der Kreispolizei und der Stadtverwaltung trafen sich vor Ort mit dem Berichterstatter des Petitionsausschusses, dem SPD-Landtagsabgeordneten Karl Schultheis. Gero Ronneberger machte deutlich, dass täglich 15.000 Fahrzeuge die L42 befahren. Wenn der neue niederländische Buitenring fertiggestellt sei, werde die Verkehrsdichte noch einmal um weitere 6000 Fahrzeuge zunehmen. Ronneberger befürchtet, dass eine Ampelanlage zu einem Rückstau führt. Auch Oberst Hans-Henning Pradel, Kommandant der Teverener Kaserne sowie Dienstältester Deutscher Offizier (DDO) und Befehlshaber über das Deutsche Kontingent beim Nato E-3A Verband, spreche sich, so der ehemalige Awacs-Pilot Ronneberger, klar gegen eine Ampel und für einen Kreisverkehr aus.

Theresia Hensen berichtete Schultheis von den Befürchtungen der Grotenrather, dass aus Richtung Niederlande kommende Autofahrer künftig einen Weg durch Grotenrath suchen würden, um die Kreuzung mit Ampelanlage zu umfahren. Johann Graf (Bürgerliste) mutmaßte, dass auch etliche Autofahrer Schleichwege durch Teveren nehmen, falls die Ampelanlage installiert wird. Hans-Josef Paulus machte deutlich, dass es sich um eine der brisantesten Kreuzungen im Umkreis handele, auf der bereits viele Schwerverletzte zu beklagen waren. Auch er plädierte für einen Kreisverkehr. Die weitere Erörterung fand anschließend nichtöffentlich im Rathaus statt.

Wie anschließend aus Kreisen der Teilnehmer verlautete, hat ein Vertreter der Kreispolizei deutlich gemacht, dass es für die Unfallkommission keine Rolle spielt, ob ein Kreisverkehr oder eine Ampel installiert würde. Schultheis soll im Laufe der Diskussion immer mehr Sympathie für einen Kreisverkehr gezeigt haben, dann aber einen Kompromiss vorgeschlagen haben: Zunächst soll eine mobile Ampelanlage installiert werden, in zwei Jahren soll dann überprüft werden, ob ein Kreisverkehr sinnvoller ist.

Diese Lösung sei zu teuer, außerdem habe man die Ampelanlage bereits bestellt, hat daraufhin ein Vertreter des Ministeriums mitgeteilt. Schultheis soll dann ganz klar sein Unverständnis geäußert haben, dass eine Entscheidung getroffen worden sei, ohne den Ausschuss zu informieren. Er werde nun Verkehrsminister Michael Groschek Bericht erstatten. „Es lief so gut für uns, aber das Ministerium hatte bereits Fakten geschaffen“, erklärte der verärgerte Antragsteller Gero Ronneberger.

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