Am „Winkplatz“ spielen sich Dramen ab

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Ulrike Görgl, Marion Drews, Bernadette Saager, Katharina Grosmann und Reiner Jensen (v.l.) freuen sich auf den „Tag der Architektur“.
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Beliebt und geschichtenträchtig: die Abschiedsfenster. Diesmal sind für den Fotografen die Kinder draußen. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Diese beiden jungen Mitbürger freuen sich über die neu gestalteten Waschräume.

Gangelt-Birgden. Dass beim „Tag der Architektur 2016“ am 25. Juni der Birgdener Kindergarten im Mittelpunkt des Geschehens in Gangelt steht, wird den Kindern ziemlich egal sein. Sie finden ihr neues Reich einfach „cool“, haben viel Platz für Gemeinsames, haben ihre Rückzugsmöglichkeiten, finden Raum für spezielle Förderungen und zeigen immer wieder den Eltern und Großeltern, was es im Sanitärbereich Spezielles gibt und was sie so gerne auch zu Hause hätten.

Pläne in Greifbares umsetzen

In Geilenkirchen wird es die Kirche St. Mariä Himmelfahrt im Zentrum sein, die nach einem Brand saniert und neu gestaltet wurde; im Selfkant der westlichste Punkt in Isenbruch, der mitten im Rodebachtal liegt. Schon bei diesen beiden Projekten zeigt sich ein Spektrum der Vielfalt, das Besucher neugierig auf das machen soll, was aus Gedanken und gezeichneten Plänen in Greifbares umgesetzt wird.

Der Birgdener Kindergarten indes war ursrpünglich ein Zweckbau aus den 70er Jahren. Pädagogische Konzepte sahen damals völlig anders aus als die Anforderungen, die heute gestellt werden. Man betrat das Gebäude im Schatten von St. Urbanus an der Straßenseite und hatte dann einen langen Flur vor sich, von dem die Räume abgingen. Die waren dunkel, zu klein und irgendwann auch nicht mehr zweckmäßig.

Früchte getragen

Die Zusammenarbeit des Kindergartenträgers „pro multis“ mit dem Planungsbüro der Architektin Ulrike Görgl und dem Bauingenieur Reiner Jensen hat schon in der Vergangenheit Früchte getragen, wurde hoch gelobt und sollte am Ende auch für den Birgdener Umbau ein Erfolg werden. „Klein und dunkel“ seien die Räumlichkeiten gewesen, erinnert sich Katharina Grosmann, Gebietsleiterin bei pro multis, und berichtet, dass die Neuerungen in nur gut vier Monaten Bauzeit geschaffen wurden. Davon verliefen vier Wochen parallel zum Betrieb, danach mit der Auslagerung des Betriebs ins Bürgerhaus und in die örtliche Grundschule.

Das Mauerwerk blieb bestehen. Dank freundlicher Nachbarn, die einem Grundstückstausch zustimmten, konnte der Eingang in die Mitte des Gebäudes verlagert und der Weg verbreitert werden. Verlagert wurden auch die Küche und die Turnhalle. Drei unterschiedlich gestaltete Wickelbereiche, je zwei Differenzierungs- und Nebenräume sowie ein zusätzlicher Waschraum orientieren sich nun auch an den Bedürfnissen der U3 und U2-Kinder. Im U2-Bereich gibt es vier und im U3-Bereich 18 Kinder. Insgesamt besuchen 75 Kinder aufgeteilt in vier Gruppen die Kita St. Urbanus. Natürlich sind nicht nur die Waschräume kindgerecht und mit fließenden Formen gestaltet. Die WCs für die Mädchen und das „große Geschäft“ sind winzig klein im Verhältnis zu dem, was jeder von uns zu Hause hat. Klar, dass hier der Andrang groß ist, bevor das berühmte „Ab-put-zen!“ durch den Flur schallt. Das ist nur eine von vielen Besonderheiten, die Ulrike Görgl (Planung) und Reiner Jensen (Ausführung) erdacht haben.

Der große Renner im Haus sind drei eher unscheinbare und runde Fenster, die am alten Eingangsbereich Richtung Parkplatz zu finden sind. Für die Kinder hier genau auf der richtigen Höhe angebracht, werden sie zum Wink- und Verabschiedeplatz. „Manchmal spielen sich da Dramen ab“, weiß Marion Drews, Leiterin des Hauses, zu berichten. Sie sind aber auch eine Art Mutprobe: Wer traut sich alleine hin und wer muss noch begleitet werden? Es wird dann gewunken und geklopft, bis das Auto der Eltern oder Großeltern vom Parkplatz gefahren ist. „Da ist es wohl klar, dass wir die Scheiben täglich putzen müssen“, so Marion Drews. Alles Dinge, die nicht selbstverständlich sind. „Das, was finanzierbar ist, setzen wir um“, erläutert Bernadette Saager, Geschäftsführerin bei pro multis. Dabei wird das Augenmerk natürlich auf das Wohl der Kinder gerichtet, aber auch die Mitarbeiter werden nicht vergessen. Schallschutz und Arbeiten ohne Rückenbelastung sind nur zwei Beispiele. Helle, lichte Räume, ganz viel Platz, viel Funktionelles und immer wieder die Möglichkeit für die Kinder, sich zurückzuziehen – so präsentierte sich der Kindergarten bei der Wiedereröffnung im November des Vorjahres. „Es sollte halt etwas besonders sein“, so Ulrike Görgl Reiner Jensen. „Wir erhalten nur positive Rückmeldungen“, erklären Marion Drews, Bernadette Saager und Katharina Grosmann unisono.

Am Tag der Architektur, Samstag, 25. Juni, ist das Haus von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Es gibt kein besonderes Rahmenprogramm, aber alle Fachleute werden vor Ort sein und Fragen beantworten.

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