Am Volkstrauertag mit den Opfern von Paris solidarisch

Von: mabie
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Die musikalischen Beiträge der Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula rundeten die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Geilenkirchen ab. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Auch bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Kreis Heinsberg in der Aula des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen waren die Anschläge in Paris das Thema Nummer eins. Angesichts der unfassbaren Geschehnisse bekräftigten alle Redner und Akteure des Abends nicht nur ihre Solidarität mit den Opfern und die Abscheu gegen den Terror.

Der Standortälteste und stellvertretende Kommandeur des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw), Oberst i.G. Reinhard Jörß, zitierte auch aktuelle Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir glauben an den Respekt vor dem anderen und an die Toleranz“, so Jörß, und er betonte, dass der Terror ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben in Europa nicht verhindern werde.

Eingebettet in ein wundervolles musikalisches Programm, das Schulorchester, Jugend- und Kammerchor von St. Ursula beitrugen, wurden die Vorträge zu einem ausdrucksstarken Beitrag des Gedenkens. „Der persönliche Schmerz, die Trauer und der Verlust geliebter Menschen hat die Zurückgebliebenen zusammengeführt“, so Jörß. Zehn Millionen Tote und über 21 Millionen Versehrte aus dem Ersten Weltkrieg, mehr als 55 Millionen Tote und 35 Millionen Versehrte aus dem Zweiten Weltkrieg und allein zweieinhalb Millionen Kriegswaise in Deutschland zeigten eindrucksvoll auf, warum der Tag wider das Vergessen der schrecklichen Kriegsereignisse wichtig bleibt.

„Nach wie vor ist Gewalt weltweit verbreitet, nach wie vor werden Menschen in vielen Teilen der Welt Opfer von Krieg, Verfolgung, Vertreibung und Terror“, schloss Jörß.

Sich gegen das Vergessen und für den Frieden einzusetzen, das stellte auch Josef Nießen, stellvertretender Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, in den Vordergrund. „Wo jeder Einzelne trauert, trauert ein ganzes Volk“, sagte er.

Erinnern sei, ganz im Sinne des im Januar verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, einen Teil des Geschehenen „so ehrlich und rein zu gedenken, dass es zu einem Teil des eigenen Inneren wird“. Dafür bedürfe es Wahrhaftigkeit, fand Nießen, und es gelte umso mehr vor dem Hintergrund, dass Krieg und Gewaltherrschaft auch im 21. Jahrhundert traurige Realität sind. „Flüchtlinge, die voller Hoffnung zu uns kommen, führen uns dies täglich vor Augen“, schloss Nießen.

Im Beisein vieler Reservisten, der Vertreter von Nato-E3A-Verband, des ZVBw und der in der Selfkantkaserne stationierten Vertreter der kanadischen Streitkräfte blickte auch St. Ursulas Schulleiter Jürgen Pallaske auf das Erinnern. Es sei die Herausforderung unserer Tage, die Perspektive des Friedens mit Projekten für mehr Frieden in der Welt zu entwickeln.

Bürgermeister Georg Schmitz, der mit weiteren Rednern im Beisein der Freiwillige Feuerwehr, Soldaten, des Musikvereins Prummern und des Spielmannszug Niederheid Kränze auf dem Ehrenmal hinter St. Marien niederlegte, betonte, dass Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit niemals selbstverständlich seien.

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