Am Nierstraßer Weg darf gebaut werden

Von: Manfred Hahn und Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Die bereits seit Wochen geführte Diskussion um die Ausweisung eines geschützten Grundstücks als Bauland am Nier-straßer Weg in Bauchem ging in der Ratssitzung am Mittwochabend weiter.

Die Grünen hatten dieses Vorhaben wegen der befürchteten Schaffung eines Präzedenzfalls zu Ungunsten von Natur- und Landschaftsschutz kritisiert und den Beteiligten „Klüngel“ vorgeworfen. Mit 21 Ja-Stimmen entschied der Stadtrat bei neun Nein-Stimmen und drei Enthaltungen in einer von Stefan Evertz (Grüne) beantragten geheimen Abstimmung, dass Arno Sonntag dort bauen darf.

Stefan Mesaros (Für GK!) machte deutlich, dass sich das betreffende Grundstück am Ende einer Straße befindet, die durchgehend bebaut ist. „Das Grundstück ist eine Baulücke, die bebaut werden kann“, sagte er. Sicherlich habe er auch Verständnis für die Grünen, allerdings sei es unerträglich, wie Antragsteller und Verwaltung von ihnen unter Korruptionsverdacht gestellt worden seien. Dieses Verhalten sei unfair. „Damit haben Sie der Stadt einen Bärendienst erwiesen“, meinte er in Richtung Grüne.

Er lud sie zu einer sachgerechten Mitarbeit ein: „Mehr Demut und weniger Hochmut, dann passt es wieder“, sagte er und erhielt viel Beifall. Die Kritik wies Rainer Jansen (Grüne) aufs Schärfste zurück. Keiner habe je das Wort Korruption in den Mund genommen. Allerdings gebe es ein Gutachten eines renommierten Juristen, das besage, es handele sich um den Tatbestand einer Gefälligkeitsplanung. Nachdem Mesaros betont hatte, dass die Grünen dreimal das Wort Klüngel wiederholt hätten, entfachte sich eine Diskussion über die Definition von Klüngel. Ist Klüngel mit Korruption gleichzusetzen?

Wilfried Kleinen, Fraktionschef von „Geilenkirchen bewegen! und FDP“, unterstützte die Argumentation von Mesaros: „Er hat alles gesagt, was gesagt werden sollte. Die Art und Weise, wie mit dem Antrag umgegangen wurde, motiviert bestimmt nicht weitere Grundstückseigentümer zu Bauen.“ Dies sah auch Hans Josef Paulus (CDU) so. „Was man mit dem Antragsteller gemacht hat, ist eine Unverschämtheit. So etwas hat es noch nie gegeben.“

Präzedenzfall

Es handele sich um ein Landschaftsschutzgebiet, argumentierte hingegen Evertz. „Wenn wir das verändern und daraus ein Baugebiet machen, ist das ein Präzedenzfall.“ Technischer Beigeordneter Markus Mönter erklärte, dass die Entscheidung im Ermessen des Rates liege. Der stimmte schließlich dem Bauvorhaben zu.

Nach vielen Monaten immer neuer Beratungen im Rat und in den Ausschüssen ist die Verbesserung der Schülerbeförderung für Nirm, Kraudorf und Hoven endlich vom Tisch. Nach dem einstimmigen Beschluss des Rates beantragt die Stadt bei den Verkehrsbetrieben für alle Linienfahrten der Linien 407 und 494 die Bedienung der Haltestellen in Richtung Kraudorf an der Einmündung zum Sportplatz sowie in der Ortslage Kraudorf jeweils mit Standardbussen (Zweiachser).

Der Schülerverkehr wird unverändert beibehalten, einschließlich des Gelenkbusses, der um 14.02 Uhr weiterhin an der Spitzkehre in Nirm (Abzweigung nach Kraudorf) hält. Auf Antrag von Christoph Grundmann (SPD-Linke), der das Thema mehrfach in die Sitzungen gebracht hatte, wurde ergänzt, dass jährlich Erhebungen zum Schülerverkehr durchgeführt werden sollen.

Für Grundmann ist die Entscheidung ein Kompromiss, mit dem man leben kann. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er, dass mit dem Beschluss auch der Schulweg der Kinder aus Kraudorf verkürzt und damit sicherer gemacht werde. Beim Halt des Gelenkbusses an der Spitzkehre sei die gesamte Abfahrt durch den Bus gesperrt.

Vom Tisch sind mit dem Ratsbeschluss auch die Vorschläge, einen Schüler-Pendelbus zwischen Randerath und Kraudorf verkehren zu lassen oder Schülerlotsen für die Sicherheit einzusetzen. Für die Schülerlotsen oder Verkehrshelfer habe man niemanden gewinnen können, teilte die Verwaltung in ihren Erläuterungen mit, und der Pendelbus hätte jährlich 7000 Euro als freiwillige Leistung gekostet. Ziel bleibt jedoch als Ideallösung die Anlage eines Wendeplatzes vor Hoven, so dass auch größere Busse hier wenden können.

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