Altersjubilarin hegte früh den Wunsch nach Lehrerberuf

Von: g.s.
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Geistig noch immer „auf der Höhe“: Hildegard Dremmen, die am Donnerstag 103 Jahre alt wird. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Hildegard Dremmen feiert am morgigen Donnerstag ihren 103. Geburtstag. In Geilenkirchen und in Stahe ist die Jubilarin bei der älteren Generation keine Unbekannte, denn die Seniorin hatte als Lehrerin dort ihren Wirkungskreis.

In Liessau/Westpreußen als zweites von drei Kindern der Eltern Johann und Therese Masurowski 1910 geboren, zog die Familie zwei Jahre später nach Berlin. „Meine Eltern wollten später ins katholische Rheinland“, erinnert sich Hildegard Dremmen noch an das Jahr 1920, als sie im Alter von zehn Jahren die erste Wohnung in der Neustraße (heute Herzog-Wilhelm-Straße) in Geilenkirchen bezog. Sie besuchte das Mädcheninternat der Ursulinen und absolvierte 1931 ihr Abitur.

„Schon als Kind war es mein Wunsch, Lehrerin zu werden“, erzählt die Altersjubilarin und erinnert sich an ihre Klassenkameradin Helene Edel, zu der sie stets Kontakt pflegte, bis ihre Freundin vor Monaten im Alter von 102 Jahren starb. An der pädagogischen Akademie in Frankfurt/Main studierte Hildegard Masurowski, legte 1933 ihre erste Prüfung ab. Später war sie beim Schulamt in Geilenkirchen beschäftigt, bevor sie 1935 ihre erste Lehrerinnenstelle in Blumenthal/Eifel antrat.

Regelmäßiger Schüler-Treff

Über Beeck kam sie am 1. Januar 1936 an die Volksschule Stahe. Die Fahrt mit dem Rad von Geilenkirchen nach Stahe sei sehr anstrengend gewesen, deshalb habe sie als eine der ersten Frauen überhaupt 1937 den Führerschein gemacht und sich einen DKW gekauft. In Stahe blieb Hildegard Masurowski bis zur Evakuierung nach Kriegsausbruch im Jahr 1939. Aus Westfalen kam sie 1945 nach Geilenkirchen zurück. Von 1946 bis zu ihrer Pensionierung war sie Lehrerin an der Katholischen Volksschule Geilenkirchen, die damals noch in der Sittarder Straße lag, und heute in der Brucknerstraße beheimatet ist.

„Ich habe immer mit Begeisterung meinen Beruf ausgeübt“, schwärmt Hildegard Dremmen, die damals sogar eine Klasse mit 56 Kindern betreuen musste. Vor 24 Jahren starb ihr Ehemann Ferdinand Dremmen, den sie 1957 geheiratet hatte. Seit 25 Jahren treffen sich sieben ehemaligen Schülerinnen regelmäßig mit ihrer Lehrerin Hildegard Dremmen. Die ehemalige Hebamme Karin Motzkus kümmert sich besonders liebevoll um die Pädagogin und ist immer für sie da.

Hildegard Dremmen ist auch in ihrem hohen Alter noch geistig fit. Sie lebt selbstbestimmend in ihrer eigenen Wohnung und will auch dort ihren 103. Geburtstag feiern. „Ich freue mich, wenn meine früheren Schülerinnen zu mir kommen“, sagt sie in ihrem Sessel vor dem Fenster sitzend. „Dann kriege ich immer alle Neuigkeiten zu hören“, schmunzelt die Jubilarin.

Viele Gratulanten überbringen zum Geburtstag die besten Glückwünsche, darunter auch Bürgermeister Thomas Fiedler, der schon bei den vergangenen Geburtstagen mit dabei war.

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