Alte „Schätzchen” mit Kurbel und Glühkopf

Von: g.s.
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Der macht schon ordentlich Ger
Der macht schon ordentlich Geräusche, wenn sein 25 PS-Motor einmal läuft: der Deutz-Diesel von 1933 im Besitz von Rudolf Feiter (Bild). Und es gab noch viele andere Kostbarkeiten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Hochheid. Aus allen Himmelsrichtungen knatterten, spotzten und bullerten die zum Teil mächtigen Gefährte landwirtschaftlichen Traktorbaus heran und hatten alle dasselbe Ziel - Hochheid.

Der kleine Geilenkirchener Stadtteil war am Wochenende außergewöhnlich belebt, denn neben rund 200 alten Traktoren und Landmaschinen bevölkerten auch hunderte Besucher das 120-Seelen-Dorf.

Alle waren der Einladung des Vereins „Interessengemeinschaft Historischer Landmaschinen Selfkant 1984” und des Dorfvereins Hochheid zum 8. Oldtimer Traktor-Treffen gefolgt. Und was sich da an alten Schätzchen auf den Wiesen inmitten des Ortes präsentierte, hielt nicht nur den Blicken der Traktor-Freunde, sondern auch den immer wieder eintretenden Regenschauern stand.

Klangvolle Namen

IG-Vorsitzender Anton Schultes freute sich, dass so viele Traktoren von weither den Weg in den äußersten Westen gefunden hatten. Aus dem ganzen Kreis Heinsberg, aus den Regionen Aachen, Düren und Bergheim waren sie gekommen, um ihre historischen Schätzchen zu zeigen. So standen die chromblitzenden, aber auch angerosteten Schmuckstückchen überall verteilt und ernteten erstaunte Blicke.

Beim Bummel über das Ausstellungsgelände eröffneten sich dem Betrachter Blicke auf eine ganze Armada von seltenen Traktoren. Wer hätte schon gedacht, das es Traktoren mit dem klangvollen Namen „Porsche” oder Fabrikate wie Ursus, Allgaier, Bautz, Holder, Schlüter gibt? Vierzon, IHZ, Eicher, Hatz oder Güldner zählen beim Volke auch nicht gerade zu den bekanntesten Herstellern.

Der Älteste von 1933

Aber, wer kennt sie nicht, die laut bullernden „Bulldogs” von Lanz, wie auch die in heimischen Regionen früher viel eingesetzten Traktoren von Deutz, Fendt, McCormick, Fahr, Hanomag, Ferguson, MAN oder Kramer?

Rudolf Feiter aus Heinsberg musste sich als Besitzer des ältesten Traktors am Platz vielen Fragen stellen. Seit knapp zwei Jahren ist der 81-Jährige Besitzer eines Deutz-Diesel-Traktors Baujahr 1933. Das 25-PS-Gefährt wurde als Ackerschlepper genutzt, und der Motor wird noch mit einer Kurbel angeworfen.

Auch IG-Mitbegründer Anton Schultes kann auf seinen „Liebling” verweisen, einen Lanz-Bulldog aus dem Jahr 1949 mit Glühkopf. Das ursprünglich 35 PS starke Fahrzeug wurde 1955 auf Volldiesel umgebaut und verfügt seitdem über 42 PS. Anton Schultes kann seinen alten Lanz-Bulldog bei Bedarf übrigens selber reparieren, aber bei den modernen Traktoren mit viel Elektronik muss er passen.

Schultes Kamerad Peter Kuschel vom Dorfverein Hochheid verweist stolz auf seinen „Lanz D 1616” von 1956 mit 16 PS. Und dieser Trecker hat sogar noch ein GK-Kennzeichen, die zwischenzeitlich fast „ausgestorben” sind. Wenn der Himmel wieder mal seine Schleusen öffnete, kam den Teilnehmern wie auch Besuchern die von der Familie Schaaff zur Verfügung gestellte Halle zum Unterstellen gerade recht. Hier ließ es sich am Getränkepavillon vortrefflich klönen und fachsimpeln über die „Trekker” und anderes mehr.

„Es war mir immer schon ein Anliegen, die historischen und kulturellen Werte für die Nachwelt zu erhalten”, nennt Anton Schultes den Grund für die damalige Gründung der Interessengemeinschaft. Seine Leidenschaft habe seit jeher den alten Traktoren gegolten.

Viele angereiste Traktorfreunde hatten Wohnwagen mitgebracht und übernachten darin. Die meisten von ihnen nahmen auch am abendlichen Gottesdienst an der Kapelle in Hochheid teil.

Die Gedanken des Organisationsteams um Anton Schultes und Peter Kuschel kreisten derweil schon in Richtung des 9. Treffens der IG, das für das Jahr 2013 vorgesehen ist.
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