Heinsberg - Alte Kunst und frischer Kaffee: Lebenshilfe öffnet Samocca-Café

Alte Kunst und frischer Kaffee: Lebenshilfe öffnet Samocca-Café

Von: Anna Petra Thomas
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Im Beisein der künftigen Muse
Im Beisein der künftigen Museumscafé-Mitarbeiter Guido Muckel (l.) und Nadeem Chaudhary (r.) unterschrieben Bürgermeister Wolfgang Dieder (2.v.r.) und Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen den Nutzungsvertrag. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Der Ausflug in Kunst und regionale Geschichte im Heinsberger Begas-Haus lässt sich schon bald mit einer guten Tasse Kaffee in Wiener Kaffeehaus-Ambiente abrunden. Im rechten Flügel des Gebäudekomplexes, im derzeit im Umbau befindlichen ehemaligen Haus Lennartz wird die Lebenshilfe Heinsberg voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres ein sogenanntes Samocca-Café eröffnen.

Einen Gastronomiebetrieb dieser Kette betreibt die Lebenshilfe bisher schon in Wegberg. Anders als dort wird sie jedoch in Heinsberg ihren Kaffee auch selbst direkt vor Ort im Café rösten, ihn in verchromten Schütten eindrucksvoll präsentieren und frisch aufbrühen, wenn der Kunde seine Wahl getroffen hat. Die Kaffeespezialitäten werden dafür etwa aus Guatemala, Mexiko oder gar aus Indien den Weg nach Heinsberg finden.

Samocca ist ein Projekt des Samariterstifts Neresheim, einer Einrichtung für behinderte und psychisch kranke Menschen. Dessen Ziel ist es, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Und so werden auch im Heinsberger Samocca zwölf neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. Leiterin des Cafés wird Gisela Schäfers sein, die derzeit bei der Lebenshilfe im Bereich Arbeits- und Berufsförderung tätig ist.

In zwei Gasträumen soll das Café, das neben einer eigenen Rösterei auch über eine eigene Küche verfügen wird, auf rund 120 Quadratmetern Fläche etwa 60 Plätze bieten. Hinzu kommt im Sommer eine großzügige Außengastronomie. Neben Kaffee wird das Angebot weitere warme und kalte Getränke, Kuchen und kleine Speisen umfassen. Geplant sind darüber hinaus kulturelle Veranstaltungen in Form von Ausstellungen, Konzerten oder Lesungen.

„Wir haben schon einige Jahre darauf hingearbeitet, eine so große Herausforderung anzunehmen”, betonte Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen, bevor er den Nutzungsvertrag zur Einrichtung des Museumscafés in dem städtischen Gebäude gemeinsam mit Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder direkt auf der Baustelle unterschrieb - vor den historischen Befestigungsmauern unterschrieb, die auch im Café sichtbar bleiben werden. „Aber wir tun damit genau das, was die Politik will, nämlich Außenarbeitsplätze einzurichten”, fügte Johnen hinzu.

Erfreut äußerte sich auch Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier: „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass wir das hier übernehmen dürfen”, sagte er dem Bürgermeister. „Es ist für uns eine große Ehre, hier mitten in Heinsberg tätig sein zu dürfen”, ergänzte er und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Einrichtung zu einer guten Kaffeestube und einer wirklichen Begegnungsstätte werde. „Ich bin sicher, sie wird gut angenommen!”

Man könne als Bürgermeister nicht alles selbst erfinden, erklärte Dieder zur Entstehungsgeschichte der Kaffeehaus-Idee für das Museum. Wichtig sei für ihn, all dem zuzuhören, was die Bürger in der Stadt an ihn herantragen würden. So seien bisher schon aus zwei Ideen Erfolgsgeschichten geworden, berichtete er vom Vorschlag eines Prospex-Mitarbeiters zur Einrichtung des Bootshauses am Lago Laprello oder von der Idee einer Bürgerin, im Bootslager des Bootshauses in den Sommermonaten ein Trauzimmer einzurichten.

Und auch die Idee zur Einrichtung eines Cafés durch die Lebenshilfe in den historischen Mauern stamme von einer Heinsbergerin, verriet er. „Man darf nicht immer nur über Integration reden”, fuhr er fort, und wenn es bei Projekten wie diesem neuen einen verlässlichen Partner gebe, seien nicht einmal große Besprechungen notwendig. „Ich bin begeistert”, erklärte er und hofft mit diesem Anziehungspunkt zugleich auf eine weitere Belebung der oberen Hochstraße.

„Sie müssen damit rechnen, dass ich auch selbst gelegentlich mal hier vorbeikomme”, sagte er Guido Muckel und Nadeem Chaudhary, zwei von zwölf Lebenshilfe-Mitarbeiterin, die künftig hier ihren Arbeitsplatz haben werden. Und die ließen ihn nicht wieder gehen, ehe er noch auf der Baustelle die Schwarzwälder Kirschtorte probiert hatte, die es auch im Museumscafé geben wird.
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