Geilenkirchen/Rom - Als Papst-Sekretär Gänswein noch in Süggerath wohnte

Als Papst-Sekretär Gänswein noch in Süggerath wohnte

Von: Georg Schmitz
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Betty Bleilevens mit einer gerahmten Karte, die Georg Gänswein ihr im Jahr 2005 geschickt hat. Foto: Georg Schmitz Foto: Repro (2): Georg Schmitz
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Gänsweins Priesterweihe durch Erzbischof Dr. Oskar Saier im Jahr 1984 in Freiburg. Repro: Georg Schmitz Foto: Repro (2): Georg Schmitz
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Eine Aufnahme von Georg Gänswein mit seinem Mentor Dr. Wilhelm Imkamp. Repro: Georg Schmitz Foto: Repro (2): Georg Schmitz

Geilenkirchen/Rom. Unter dem Titel „Schönheit ist keine Sünde“ hat kürzlich das weltweit erscheinende Magazin „Vanity Fair“ in der aktuellen italienischen Ausgabe dem Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. die Titelseite gewidmet: Georg Gänswein. Er wurde am 7. Dezember 2012 vom Papst zum Erzbischof und zum Präfekten der Präfektur des päpstlichen Hauses ernannt. Benedikt XVI. spendete Georg Gänswein auch am 6. Januar 2013 die Bischofsweihe im Petersdom zu Rom.

Wegen seines guten Aussehens wird Gänswein oft als „George Clooney des Petersdoms“ bezeichnet. Was aber kaum jemand weiß: Gänswein hat in jungen Jahren kurz in unserer Region gewohnt. Doch Betty Bleilevens aus Geilenkirchen-Süggerath erinnert sich noch gut an den jungen Georg Gänswein, der damals mit lockigem Haar während der Semesterferien von ihr beköstigt wurde. „Das war ein lebensfroher, sympathischer junger Mann, aber ich hätte nie gedacht, dass er es so weit bringt“, erzählt die 84-Jährige.

Es ist bekannt, dass Gänswein als Student gerne Pink Floyd hörte, Tennis spielte und auch gerne Ski fuhr. Der „schöne Schorsch“, wie er in den Medien schon betitelt wurde, erblickte in Riedern am Wald (Schwarzwald) das Licht der Welt und wuchs mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf. Am Wirtschaftsgymnasium in Waldshut erwarb Georg Gänswein 1976 das Abitur und begann anschließend ein Studium in Theologie und Philosophie in Freiburg und führte dies in Rom fort.

Während dieser Zeit hatte Kaplan Wilhelm Imkamp eine Wohnung im Pfarrhaus in Süggerath bezogen und verrichtete auch Messen in der örtlichen Heilig Kreuz Kirche. Der heutige Dr. Wilhelm Imkamp blieb ein paar Jahre in Süggerath, bevor er 1988 als Wallfahrtsdirektor in „Maria Vesperbild“ in Ziemetshausen eingeführt wurde. Imkamp genoss in Kirchenkreisen einen hervorragenden Ruf, und so ergab es sich, dass ein gewisser Student Georg Gänswein in Süggerath bei ihm vorstellig wurde, um bei ihm seinen Wissenshorizont zu erweitern.

Zwei Jahre hintereinander bezog Georg Gänswein während seiner Semesterferien ein Zimmer im Süggerather Pfarrhaus und bildete sich fort. „Während dieser Zeit habe ich nicht nur für Wilhelm Imkamp, sondern auch für Georg Gänswein den Haushalt geführt und beide bekocht“, denkt Betty Bleilevens zurück.

Die Verbindung zum heutigen Erzbischof ist geblieben und zu Ostern und Weihnachten schickt Gänswein ihr immer liebe Grüße. Die Süggeratherin hat den gesamten Schriftverkehr gesammelt und gut aufbewahrt. Bei der Priesterweihe von Georg Gänswein am 31. Mai 1984 durch Erzbischof Dr. Oskar Saier in Freiburg war sie zusammen mit ihrem Ehemann Hubert Bleilevens ebenso dabei wie bei seiner Heimatprimiz drei Tage später in Riedern am Wald. „Das war sehr ergreifend“, blickt Betty Bleilevens, deren Ehemann schon im Alter von 65 Jahren starb, zurück. Gänswein hatte für Betty und ihren Ehemann Hubert Bleilevens sogar das Hotelzimmer reserviert. „Ich habe Georg Gänswein auch schon in Rom besucht“, erzählt sie weiter.

Betty Bleilevens ist im katholischen Glauben aufgewachsen und war rund 30 Jahre im Pfarrgemeinderat Süggerath, davon zehn Jahre lang als Vorsitzende, tätig. Natürlich hat sie Georg Gänswein zum Erzbischof gratuliert und ihm für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen gewünscht. „Ich weiß, dass er jetzt einen 24-Stunden-Job hat“, sagt sie und hofft dennoch auf regelmäßige Post vom Erzbischof.

Betty Bleilevens segensreiche Arbeit besteht unter anderem in Krankenhaus- und Altenheimbesuchen, wo sie Süggerather Bürger aufsucht und ihnen Trost spendet. An die Zeit von Georg Gänswein, der in dem 730-Seelen-Stadtteil von Geilenkirchen seine Fußspuren hinterließ, wird sich Betty Bleilevens wohl immer gerne erinnern.

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