Alles im Fluss: Emotionale Ausstellung im Krankenhaus

Von: Barbara Nießen
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Marga Benders
Marga Benders perfektionierte ihre Maltechnik: Nach einem Besuch im Einkaufszentrum kreierte sie ihre verrückte, bunte Kuh. Foto: Barbara Nießen
Karl-Heinz Kißner
Prof. Dr. Karl-Heinz Kißner malt nur mit seinem Computer. Seine Pinsel und die Farbpalette findet er auf dem Bildschirm. Foto: Barbara Nießen

Geilenkirchen. Im St.-Elisabeth-Krankenhaus Geilenkirchen hängen Kunstwerke in unterschiedlichster Art von Gestaltung und Technik. Die Gruppe Kunst im Krankenhaus möchte den Patienten neben ihrer medizinischen Versorgung auch kulturelle Angebote während ihres Aufenthalts machen.

Für die beiden Künstler ist diese Ausstellung in den Fluren des Krankenhauses eine besondere. Ein ganzes Quartal lang präsentieren sie ihre Werke: Marga Benders ihre auf Leinwand gemalten Bilder und Professor Dr. Karl-Heinz Kißner seine abstrakten Computermalereien.

Heinz-Leo Gerhards von der Gruppe Kultur im Krankenhaus eröffnete die Ausstellung feierlich: „Zum 66. Mal findet eine Vernissage hier im Krankenhaus statt. 2014 stellten Marga Benders und Prof. Dr. Karl-Heinz Kißner hier bereits eine Einzelausstellung aus. Umso mehr freut es uns, das erste Mal eine Doppelausstellung zu eröffnen.“

Persönliche Schicksale hätten gemeinsame Bezugspunkte der zwei Künstler geschaffen und sie dazu motiviert, eine gemeinsame Ausstellung zu kreieren. Heinz-Leo Gerhards ist davon überzeugt, dass Computer und Kunst schon längst nicht mehr zu trennen seien: „Die Bilder strahlen kraftvolle Freude heiterer Lebendigkeit aus.“

Prof. Dr. Karl-Heinz Kißner übernahm das Wort und erklärte den Besuchern der Vernissage, warum es überhaupt zu dieser Doppelausstellung kam: „Marga und ich entdeckten viele Gemeinsamkeiten. Eine besondere Gemeinsamkeit war, dass wir beide Schicksalsschläge erfahren mussten und uns deshalb die Malerei schwer fiel. In vielen Gesprächen wurde uns klar, dass wir unser Hobby und die Liebe zur Kunst wiederbeleben wollen und diese in einer gemeinsamen Ausstellung präsentieren möchten. Die Idee war geboren.“ Die Besucher waren ergriffen von den Worten des Künstlers.

Freude soll übertragen werden

Wichtig sei Kißner, dass die Freude die Marga Benders und er in diese Bilder gelegt hätten, auch an die Besucher übertragen wird. Die Künstlerin Marga Benders konnte den vorherigen passenden Worten nichts hinzufügen und bedankte sich kurz und knapp für die zahlreichen Besucher.

Die Computermalereien von Prof. Dr. Karl-Heinz Kißner überzeugen mit ihrer abstrakten Art. Durch seinen früheren Job in einem Verlag sei er zur Computermalerei gekommen. „Meine Pinsel und meine Farbpalette finde ich auf meinem Bildschirm. Über mehrere Stufen hinweg bearbeite ich meine Kunstwerke mit Filterungsprozessen oder Manipulationen bis sie schließlich vollendet sind.“

Auf eine andere Art fand Marga Benders zum Malen: „Meine Tochter schenkte mir vor Jahren eine Staffelei mit Acrylfarben. Mein erstes Bild sollte damals einen Klatschmohn darstellen. Es ähnelte jedoch eher einem Stiefmütterchen“, erzählte die Künstlerin lachend von ihren Anfängen. Doch aufgegeben hat sie nicht. Über Jahre hinweg malte Marga Benders immer wieder und perfektionierte ihre Technik. Ihre Bilder stellen meist Dinge oder Orte dar, die sie irgendwie berührt haben.

Ein Bild sticht bei der Ausstellung besonders ins Auge: eine verrückte, bunte Kuh. „Ich habe im Einkaufszentrum verrückte Kuhfiguren gesehen. Diese haben mich so fasziniert, dass ich meine eigene verrückte Kuh kreiert habe“, erklärte die Künstlerin.

Beide Künstler genossen es, den zahlreichen Vernissage-Besuchern die Geschichten zu den jeweiligen Bildern zu erzählen. Noch bis zum 14. Januar 2018 gibt es die Möglichkeit, die Kunstwerke im Flurbereich C3/B3 im St.-Elisabeth-Krankenhaus Geilenkirchen zu bestaunen.

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