Alkohol am Steuer: Die schlimmen Bilder kommen immer wieder

Von: Georg Schmitz
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Polizeioberkommissar Frank Meuffels klärte die Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums über die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer auf. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Wer Geld zum Saufen hat, der hat auch Geld für ein Taxi!“, machte Frank Meuffels den rund 170 Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula klar. Der Polizeioberkommissar ist in den Schulen unterwegs und klärt die Jugendlichen über die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer auf.

In der Funktion des Verkehrsberaters der Kreispolizeibehörde Heinsberg weiß Frank Meuffels, wovon er redet und ist während seiner Dienstzeit mit vielen Unfällen konfrontiert worden. „Mir ist euer Leben wichtig“, wendet er sich an die jungen Leuten des 10er Jahrgangs. Die Präventionsarbeit wird von Suchtberatungslehrerin Brigitte Reymer unterstützt. „Im vergangenen Jahr hatten wir den Schwerpunkt Essstörungen behandelt“, erzählt sie und verweist für 2014 auf das neue Alkohol/Drogen-Projekt.

Frank Meuffels geht schnell das Thema an. „Es passieren zu viele Verkehrsunfälle mit jungen Fahrern“, warnt der Polizeibeamte. Oft sind neben überhöhter Geschwindigkeit auch Alkohol und Drogen Ursachen. „Es kann nicht sein, dass sich jemand ans Steuer setzt und besoffen Auto fährt“, sagt Frank Meuffels eindringlich und verweist auf die strafrechtliche Seite mit dem Paragrafen 316, nach dem Alkohol am Steuer mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden kann.

Ab 1,1 Promille trete die absolute Fahruntüchtigkeit ein, die zu Ausfallerscheinungen führen würde. Dies ende nicht selten mit einem Unfall. Was folgt, sei nicht nur lästig, sondern auch sehr teuer. Lehne ein Autofahrer den Alkoholtest ab, führe dies stets zu einer Blutprobe.

Er hielt den Schülern die Kosten vor Augen, die mehrere tausend Euro betragen würden. Und natürlich führe ein Fahren unter Alkoholeinwirkung zu Führerscheinentzug und Punkten in der Strafkartei. Auch Radfahrer bekommen den Auto-Führerschein entzogen, wenn sie mit mehr als 1,6 Promille erwischt würden. Stürzt ein Fahrradfahrer aufgrund von Alkoholkonsum, könne ein Richter den Entzug des Führerscheins auch schon bei 0,3 Promille veranlassen.

Frank Meuffels ging auf mehrere Verkehrsunfälle in der Region ein, bei denen Alkohol die Ursache für den Tod junger Menschen war. „Ihr werdet die Bilder ein ganzes Leben lang vor Augen haben – die kommen immer wieder“, mahnte der Polizeioberkommissar. Hinzu komme das Leid der Angehörigen, die einen lieben Menschen verloren hätten: „Wir als Polizeibeamten sind selber betroffen, wenn wir den Eltern mitteilen müssen, dass ihr Kind bei einem Unfall getötet wurde.“

Für Drogenkonsum gelte das Gleiche wie für Alkoholgenuss. Es komme ebenfalls zu starken Ausfallerscheinungen, einhergehend mit Fahruntüchtigkeit. Drogenkonsumenten erwarte auch die gleiche Strafverfolgung. Zu hohe Geschwindigkeit sei Unfallursache Nummer eins. „Hier sind junge Männer das Problem, die der Meinung seien, den Frauen mit schnellem Fahren zu imponieren“, schilderte der Beamte, „junge Frauen tun sich hier nicht hervor, sie fallen kaum auf.“

Frank Meuffels erzählte von einem Verkehrsunfall, bei dem er 1983 als Beifahrer lebensgefährlich verletzt wurde. Er habe überlebt – nach zehn Tagen Intensivstation und einem halben Jahr Arbeitsunfähigkeit. „Seitdem habe ich noch immer starke Rückenschmerzen“, gibt er zu bedenken. Ein schockierendes Video beendete der Vortrag des Polizeibeamten.

Darin ging es um eine junge hübsche Frau, die durch einen alkoholisierten Autofahrer in einen verheerenden Unfall verwickelt wird. Ihre Zukunft ist zerstört, zwei Freunde verloren ihr Leben. „Ich sterbe jeden Tag vor Schmerzen“, machte sie vom Bildschirm den Schülern von St. Ursula deutlich, die nach solchen Eindrücken betroffen die Aula verließen.

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