Alfred Biolek besucht Übach-Palenberg

Von: Markus Bienwald
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Alfred Maria Biolek war auf Einladung von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und dem Übacher René Moosmann zu Besuch. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Gut gekleidet ist er immer noch, der einst zum bestgekleideten Mann Deutschlands gekürte Entertainer. Aber zum Unterhalten oder Plaudern war er am Montag bei seinem – fast – Inkognitobesuch in Übach-Palenberg nicht.

Der, der früher durch sein Kochstudio wirbelte und „Mmmmh, interessant“ sagte, wenn ihm etwas nicht so ganz schmeckte, gefolgt von „Was trinken wir dazu?“ war recht schweigsam und bewegte sich nur mit Vorsicht. Alfred Biolek, 79, der für so viele der Steigbügel war, muss nun beim Treppensteigen selbst Halt bei anderen suchen. Vermutlich der Rücken, über den er in der Vergangenheit schon häufig geklagt hatte.

Offizieller Aufhänger des Besuchs war der 24-jährige René Moosmann, den viele Übach-Palenberger als Mitglied des Trommler- und Pfeiferkorps Übach-Palenberg kennen, der aber nun gerne als TV-Moderator und Entertainer unterwegs sein möchte und Biolek in einem bekannten Kölner Café kennengelernt hatte. „Als wohlwollender Beobachter und väterlicher Freund“, wie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, dem an diesem Tag die Rolle des Stadtführers und Bioleks „Pressesprecher“ zukam, einwarf, habe Biolek nach diesem Treffen den Weg nach Übach-Palenberg gefunden.

Jungnitschs silberner Dienst-Audi war für den Mann, der in seiner Talkshow „Kölner Treff“ Mitte der 70er Jahre schon als Entdecker und Förderer von jungen Talenten von sich reden machte, so etwas wie die Kutsche, mit der er die Stadt durchreiste. Schloss Zweibrüggen war als Fototermin eingeplant – die Journaillie stand aber erst einmal vor verschlossenen Türen. Der Chef der Stadt hatte immerhin die passenden Schlüssel, hinter den Portalen fanden sich aber weder Sitzmöglichkeiten noch Tische, geschweige denn Kaffee oder andere Erfrischungen. Ebenso karg die Konversation aus. Auf die Frage beispielsweise, ob er wenigstens die Übach-Palenberger Schokolade erhalten habe, schüttelte Alfred Biolek nur freundlich lächelnd den Kopf.

Bei seiner Stippvisite wurde das Pädagogische Zentrum (PZ) ebenso begutachtet wie das Carolus-Magnus-Centrum, Jungnitsch berichtete über die aktuell laufende Renaturierung der Wurm und ließ die Schildkröten sehen, die an der Rimburger Brücke die langsame Annäherung an der deutsch-niederländischen Grenze symbolisieren.

Biolek fühlte sich ob des Besichtigungsprogramms an Waiblingen bei Stuttgart erinnert, wo er aufwuchs und die Strukturen einer kleineren Stadt kennenlernte. „Ich habe einen sehr positiven Eindruck von der Stadt gewonnen“, sagte er, „ich finde so kleinere Städte sehr angenehm und mag die Atmosphäre dort“.

Nebenbei wurde seitens des Ersten Bürgers der ehemaligen Zechengemeinde noch eine noch nicht näher definierte Veranstaltung angekündigt, bei der der promovierte Rechtswissenschaftler mit Prädikat Dr. Alfred Franz Maria Biolek eine entscheidende Rolle übernehmen soll. Im Herbst 2014 soll sie stattfinden und etwas mit Musik und Entertainment auf Showebene zu tun haben. Mehr Infos gab es nicht. Der Erste Bürger gab zwar Antworten, die fielen aber immer gleich aus, wenn gefragt wurde, ob es nähere Details gebe. „Nein.“

Unterhaltungsshows waren die Bühne Bioleks, der sich vor allem mit „Bio’s Bahnhof“ einen markanten Punkt deutscher Fernsehgeschichte leistete. Dort traten Menschen wie Helen Schneider oder Kate Bush erstmals im deutschen Fernsehen auf, auch The Police mit ihrem Sänger Sting wurden so von Geheimtipps zu Stars.

Star werden und bleiben, das will auch René Moosmann von Alfred Biolek lernen. Nach der Aussage der TV-Legende treffen sich der Übacher Moosmann und er mindestens alle zwei Wochen in Köln in lockerer Runde unter Medienleuten und versorgen sich gegenseitig mit Ideen. „Ich habe immer wieder junge Leute um mich, die sich für mein Metier interessieren“, sagte Biolek.

Die Schokolade gab es am Schluss dann doch noch. Und die war ganz nach Bioleks Geschmack, wie er meinte. Immerhin.

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