Geilenkirchen - Aktionskreis strukturiert sich völlig neu

Aktionskreis strukturiert sich völlig neu

Von: Thorsten Pracht
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Blick nach vorn: Der Aktionskreis Geilenkirchen wählt mit Karl-Heinz-Esser einen neuen Vorsitzenden und debattierte über die Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt. Foto: Thorsten Pracht
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Blick nach vorn: Der Aktionskreis Geilenkirchen wählt mit Karl-Heinz-Esser einen neuen Vorsitzenden und debattierte über die Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt. Foto: Thorsten Pracht
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Blick nach vorn: Der Aktionskreis Geilenkirchen wählt mit Karl-Heinz-Esser einen neuen Vorsitzenden und debattierte über die Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt. Foto: Thorsten Pracht

Geilenkirchen. Sechs statt zwei Schultern: Der Aktionskreis Geilenkirchen stellt sich strukturell neu auf und verteilt die Verantwortung künftig ausgewogener. Mit Karl-Heinz Esser wurde der erwartete neue Vorsitzende gewählt, die Aufgaben des Geschäftsführers teilen sich künftig Uwe Eggert und Detlef Kerseboom.

Die Ära Rüdiger Strübig, zuletzt Vorsitzender und Geschäftsführer in Personalunion, ist also endgültig vorbei. Und wer genau hinhörte bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Sportpark Loherhof, der konnte herausfiltern, wie kompliziert die vergangenen Wochen seit dem Zerwürfnis mit Strübig gewesen sein müssen.

„Durch seinen Rücktritt stand der Vorstand vor einer schwierigen Herausforderung. Die Personalunion führte zu großen Problemen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Jörg Stamm, der zuletzt kommissarisch die Geschicke geleitet hatte. So erhielt Stamm die Dokumente für seinen Bericht erst vor wenigen Tagen. Die ihm angetragene Ehrenmitgliedschaft lehnte Strübig ab und ließ sich zeitgleich zum Geschäftsführer des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins wählen. Umso verständlicher, dass Stamm die Losung ausgab, den Blick nach vorn zu richten. „Früher waren unsere Wettbewerber nebenan oder auf der anderen Straßenseite, heute sind es globale Konzerne. Noch nie waren Aktionskreise und Werbegemeinschaften so wichtig wie heute“, sagte Stamm.

Dass möglicherweise große Veränderungen für die Stadt anstehen, hat sich seit Publikwerden der Pläne für eine parallele Aufwertung des städtischen Handels („Inlet-Center“) und Tourismus (ausgedientes Awacs-Flugzeug als Touristenmagnet) herumgesprochen. Albert Baeumer präsentierte wie schon im Stadtrat auch beim Aktionskreis seine Ideen. Auch hier fielen sie prinzipiell auf fruchtbaren Boden. „Es ist toll, dass jemand eine Vision für Geilenkirchen entwickelt, unabhängig von der Realisierbarkeit“, dankte Stamm. Doch auch bei der Aussprache beim Aktionskreis zeigte sich, wie viele offene Fragen noch zu klären sind.

Im Laufe der Diskussion kamen die Gewerbetreibenden fast zwangsläufig auf das Thema Stadtmarketing zu sprechen. „Bei so einem Vortrag stelle ich wieder fest, wie sehr wir ein professionelles Stadtmarketing vermissen. Das gehört einfach nicht in politische Gremien“, gab Franz-Michael Jansen zu bedenken. Stamm kündigte ein gemeinsames Konzept mit der Verwaltung an. „Da ist viel Bewegung drin, auch weil man erkannt hat, dass die bisherigen Aktivitäten nicht zielführend waren.“

Stamm blickte zurück auf das Jahr des 50. Bestehens. Mit der Culinara, dem Weinfest und dem Nikolausmarkt sorgt der Aktionskreis für die Highlights im Geilenkirchener Veranstaltungskalender. „Ziel ist es, diese Veranstaltungen so zu erhalten“, erklärte Stamm. Weitere Ideen gebe es, angesichts der personellen Umstrukturierung komme eine Realisierung aber erst für 2017 in Frage.

Vor den Wahlen („Mein Lieblingstagesordnungspunkt“) erläuterte Stamm die Gedanken des Vorstandes bei der neuen Aufgabenverteilung. „Es sollen mehr Leute Einblick in alle Tätigkeiten erhalten“, beschrieb er die Grundkonzeption. Speziell die Tätigkeit des Geschäftsführers sei umfangreich und solle deshalb auf mehrere Schultern verteilt werden.

Uwe Eggert soll künftig die Organisation des Vereins übernehmen, Detlef Kerseboom, Mitarbeiter im Schulverwaltungs-, Sport- und Kulturamt der Stadt Geilenkirchen, zeichnet für die Organisation der Veranstaltungen verantwortlich. Angeführt wird der Vorstand von Karl-Heinz Esser. Ohne Diskussion, im Block und bei drei Enthaltungen wurde die neue Mannschaft gewählt.

Esser, der heute 64 Jahre alt wird, übernahm die Versammlungsleitung und schwor die Mitglieder gleich ein: „Geilenkirchen hat es verdient, dass über die Stadt wieder positiv gesprochen wird“, sagte der erfolgreiche Unternehmer (Fleisch- und Wurstspezialitäten Esser). Nachdem Stamm schon die Zusammenarbeit mit der Verwaltung gelobt hatte, nahm Esser auch die Parteien mit ins Boot: „Wir haben uns mit den Fraktionen ausgetauscht. Wie die sich der Aufgabe stellen, davor habe ich Respekt und Hochachtung.“

Esser wurde in Geilenkirchen geboren und wuchs in Dremmen auf. Nach der Metzgerausbildung im väterlichen Betrieb machte er mit 20 Jahren seinen Meister und übernahm das Unternehmen im Alter von 27 Jahren. Aus sechs Mitarbeitern sind mittlerweile 380 in 33 Filialen geworden. Der 64-Jährige, der den Kilimandscharo bestiegen und mit dem Fahrrad die USA von der West- zur Ostküste durchquert hat, bringt nach dem Berufssoldaten Strübig also viel unternehmerisches Know How in den Aktionskreis.

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