Geilenkirchen - Ärzte informieren: Wenn das Herz aus dem Takt ist

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Ärzte informieren: Wenn das Herz aus dem Takt ist

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
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Chefarzt Dr. Ulrich Sudhues will über „Herzrhythmusstörungen“ informieren. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Herzrhythmusstörungen. Alleine an der häufigsten Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern sind etwa 1,8 Millionen Menschen erkrankt, schlägt die Deutsche Herzstiftung Alarm.

Über die Möglichkeiten der Diagnose und Therapie dieser Volkskrankheit informiert die Deutsche Herzstiftung im November: „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen“, sind die bundesweiten Herzwochen überschrieben. „Oft besteht eine große Unsicherheit darüber, ob Herzrhythmusstörungen harmlos oder lebensbedrohlich sind“, erklärt dazu Dr. Ulrich Sudhues, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses.

Deshalb wollen auch die Mediziner des Geilenkirchener Krankenhauses über Diagnose und Therapie aufklären. Da das Interesse an den jährlichen Info-Veranstaltungen der Geilenkirchener Klinik in den vergangenen zehn Jahren stetig gewachsen ist, bieten Ulrich Sudhues und seine Kollegen in diesem Jahr gleich zwei Veranstaltungen zum Thema „Aus dem Takt – Herzrhythmusstörungen“ an: Die erste findet am Mittwoch, 5. November, um 18 Uhr im Gangelter Rathaus statt.

Eine Wiederholung gibt es eine Woche später am Mittwoch, 12. November, 18 Uhr, in der Aula des St.-Ursula-Gymnasiums. Neben den kurzen Vorträgen der Ärzte gibt es jede Menge Informationen über die drei Herzsportgruppen des ATV Geilenkirchen sowie von der AOK und dem VdK. Alle Referenten stehen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Dass der Informationsbedarf groß ist, liegt unter anderem daran, dass Herzrhythmusstörungen weit verbreitet sind und die Grenze zwischen unregelmäßigem Herzschlag und einer Krankheit fließend ist. „Nicht alles, was unregelmäßig ist, ist krank. Nicht alles was krank ist, ist gefährlich. Aber nicht alles, was gefährlich ist, spürt man auch“, beschreibt der Chefarzt die oft schwierige Diagnose.

Spürt der Patient sein Herz, dann ist meist ein unregelmäßiger Herzschlag die Ursache. Stottert der „Motor“ häufiger, ist der Hausarzt erste Anlaufstelle. „Nur durch ein EKG kann er Herzrhythmusstörungen diagnostizieren“, erklärt Sudhues. Doch genau da liegt das Problem: Das Herz muss dann aus dem Takt sein, wenn mit einem EKG die Diagnose erstellt wird.

Gelingt das nicht, kann ein Langzeit-EKG die Lösung sein. „Aber es kann auch sein, dass während dieser langen Messdauer keine Störungen auftreten. Deshalb leiden manche Patienten jahrelang unter Herzrhythmusstörungen, ohne dass sie diagnostiziert werden“, erläutert der Kardiologe. Bringen auch EKG und Langzeit-EKG keine Erkenntnisse, kann der Arzt eine Diagnose durch den Einsatz eines internen oder externen Ereignisrekorders erstellen.

Einen externern Ereignisrekorder kann sich der Patient im Falle von plötzlich auftretenden Herzrhythmusstörungen auf die Brust halten, so dass genau in diesem Moment das EKG geschrieben wird. Bei dem internen Ereignisrekorder handelt es sich um ein USB-Stick-großes Implantat, das über ein Jahr lang die Herzfrequenz aufzeichnen kann. Ein solches Implantat setzt Sudhues mit seinen Kollegen aus der Chirurgischen Abteilung ein.

„Herzrhythmusstörungen sind aber meist nur die Spitze eines Eisberges und werden durch eine andere Erkrankung verursacht“, erklärt Sudhues und nennt in dem Zusammenhang hohen Blutdruck, Durchblutungsstörungen des Herzens, Muskelschwäche des Herzens, Herzklappenfehler, aber auch Schilddrüsenerkrankungen, Lungenkrankheiten, Schlafstörungen und Stress.

„Dann ist der Internist oder der Kardiologe gefragt, um nach den Ursachen zu forschen, notfalls auch mit Hilfe des Herzkatheters. Dann muss die Grunderkrankung behandelt werden“, sagt Sudhues. Meistens ist damit auch die Herzrhythmusstörung behoben. Ist die Grunderkrankung erfolgreich behandelt, die Herzrhythmusstörungen aber damit nicht beseitigt, kann man diese medikamentös behandeln, sofern sie gutartig ist. Ist eine dann noch bestehende Herzrhythmusstörung bösartig, kann sie durch den Einsatz eines Defibrillators behoben werden.

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