Advent-Aktion: Bunte Tüten für warme Schuhe

Von: Andrea Schever
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Lisanna, Jenny und Leonora (v.r.) verkaufen gleich zwei Tüten mit der bunten Plätzchenmischung an die interessierte Kundin. So kommt mehr Geld in die Kasse für die Winter-Obdachlosenhilfe. Foto: Andrea Schever
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Alle Tüten waren – zum Aussuchen – mit je einer bunten Mischung an Plätzchen gefüllt. Foto: Andrea Schever
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Die Advent-Aktion des St.-Ursula-Gymnasiums unterstützt Obdachlosen-Hilfsprojekt in Köln. Vielefreiwillig Engagierte bringen Plätzchen unters Volk. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Advent stimmt ein auf Weihnachten – das „Fest der Liebe“. Eine Form von Liebe, auf die in diesen Tagen zahlreichen Spendenaktionen aufmerksam machen, ist die Nächstenliebe. Dass Jung und Alt ihr Geld aber in fremde Hände geben sollen und nicht immer nachvollziehen können, was und wie viel tatsächlich damit gemacht wird, gibt mancher Spendenbitte eine Abfuhr.

Deshalb haben Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums Geilenkirchen ein eigenes Projekt gestartet. Sie fertigten und verkauften in der Vorweihnachtszeit eigene Plätzchen und reichten das gesammelte Geld mit einem sicheren Gefühl weiter an Pfarrer Andreas Blum aus Köln. Er ist Leiter des Mentorats, also der Betreuungsstelle für Theologiestudenten an der dortigen Universität. Seit langem setzt er sich darüber hinaus für die Obdachlosen in der Stadt ein und freut sich über jede Spende. Gerade in der Winterzeit brauchen diese Menschen dringendste Hilfe, betont der Seelsorger. Die wird ihnen auch über festes Schuhwerk geboten.

„Wir geben Pfarrer Blum das Geld, er geht dann zu denen, die dringend Schuhe brauchen, und fragt nach den Schuhgrößen.“ Anne Zumfeld ist sichtlich begeistert von dem Projekt: „Dann geht er selbst in die Schuhgeschäfte, kauft entsprechend die Schuhe und verteilt sie an die Obdachlosen.“

Im dritten Jahr in Folge wurden Schülerinnen, Schüler und Eltern der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7, aber auch einige Freiwillige der Jahrgangsstufe 11 darum gebeten, Plätzchen zu backen und sie für das Projekt zu stiften. „Man kann diese Mengen an Plätzchen schlicht nicht in der Schule herstellen“, erklärt Anne Zumfeld, Lehrerin am Gymnasium und Organisatorin des Projektes, die Einbindung der vielen Helfer.

Die Kinder der Klasse 6b haben mit der Lehrerin die Plätzchen dann portioniert, in Klarsichttütchen gepackt und mit einem „Danke!“-Anhänger versehen. Dankbar ist Anne Zumfeld zudem der Bäckerei Dohlen, die der Schule die Tüten gespendet hat. „Auf das Verpacken wurden dann ein paar Stunden verwendet“, so die Lehrerin, woraufhin sich zahlreiche große Kartons mit den Päckchen füllen ließen. Verkauft wurden die Plätzchen während des zweitägigen Elternsprechtags an der Schule. In wechselndem Dienst, zu dem sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 5d und 6b freiwillig eintragen konnten, gingen bei kühlen Temperaturen Gruppen von bis zu drei Personen vor und in den verschieden Gebäudekomplexen der Schule umher. Mit einem stets freundlichen, bisweilen auch verlegenen „Wollen Sie Plätzchen kaufen?“ sprachen sie jeden an, dem sie begegneten – und kaum jemand sagt Nein.

Selbst diejenigen, die bereits ein oder zwei Tüten mit Plätzchen in ihren Taschen verstaut hatten, gaben weitere Spenden für noch eine Portion. „Es ist ja für einen guten Zweck“, hörte man immer wieder. Doch nicht nur Eltern griffen bei den süßen Leckereien zu: Auch die Lehrer wurden angestiftet, Tüte um Tüte zu kaufen. Konrektor Bernward Coers erkundigte sich zwischenzeitlich auch nach dem Stand der Dinge und bedankte sich bei den „Tütenträgern“.

„Wir sind ja eine Bischöfliche Schule“, erklärt Anne Zumfeld, „da ist uns das karitative Engagement auch sehr wichtig.“ Bei der Organisation, Koordination und Umsetzung der Obdachlosen-Aktion wurde Anne Zumfeld von ihrer Kollegin Anne Dünnwald unterstützt. „Hier ins Leben gerufen“, sagt sie weiter, „ wurde das Projekt jedoch vor zwei Jahren von meiner damaligen Kollegin, der Referendarin Pia Troschke. Sie wusste durch Kontakte zum Mentorat Köln von dieser Idee und hat das hier umgesetzt.“

Auch den Jugendlichen bedeutet das Projekt einiges. „Es freut, dass das hier eine so gute Sache ist. Manche gehen zwar einfach an uns vorbei, aber viele geben uns ein positives Feedback“, bringt Claudia Stenske ihren Spaß an der Aktion zum Ausdruck, „Es ist einfach klasse, dass das gemacht wird.“ Die baldige Abiturientin und ihre Klassenkameraden Nicole und Ramjith saßen am Elternsprechtag stundenlang in der Pausenhalle am Hauptstand des Plätzchenverkaufs, das jedoch sichtlich gerne: „Die Kleinen haben Spaß am Verkaufen und kommen immer wieder, ihre Kekskörbe aufzufüllen. Das ist richtig süß.“

Am Ende waren alle stolz, den Vorjahresbetrag übertroffen zu haben: Es wurden rund 1500 Euro eingenommen. „Wir werden Pfarrer Blum das Geld jetzt schicken, und er kauft die Schuhe davon“, sagt Anne Zumfeld.

„Im Januar werde ich mit den Oberstufenschülern, die am Stand die Kleinen betreut haben, nach Köln fahren, um dort gemeinsam mit Frau Troschke und ihren Schülern von der Marienschule in Leverkusen-Opladen, die die gleiche Aktion gemacht haben, Pfarre Blum zu treffen. Dann werden wir uns davon überzeugen können“, ist sich Anne Zumfeld sicher, dass unser Geld auch wirklich angekommen ist.“

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