Abtauchen in die 1000-jährige Geschichte von St. Nikolaus

Von: hama
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Dorothee Fernholz (r.) bei ihrer Führung durch die 1000-jährige Geschichte der Gangelter Pfarrkirche St. Nikolaus. Foto: K.-H. Hamacher

Gangelt. Eine gute Stunde brauchte Dorothee Fernholz, um einem Dutzend Gäste die 1000-jährige Geschichte der Gangelter St. Nikolaus-Kirche zu erläutern. Fernholz, die zusammen mit elf andern Gästeführerinnen im Kreis Heinsberg in der Organisation „Westblicke” zusammengeschlossen ist, holte die Besucher am Rathaus ab und begann mit ihren Erläuterungen auf dem Weg zur Kirche.

Der kleine Ort Gangelt verfügt über eine relativ große Kirche, deren Ursprünge ins erste Jahrtausend zurückgehen. Gangelt war ein karolingischer Königshof mit einer romanischen Kirche, die im Spätmittelalter zu einer gotischen Basilika umgebaut und erweitert wurde.

Das große Interesse für das Mittelalter war es, das Dorothee Fernholz zur Gästeführerin werden ließ. 2005 begann das Projekt „Gästeführer” und Fernholz war dabei. Es folgte ein für sie faszinierendes Abtauchen in die Geschichte Gangelts, die soviel mehr bietet als nur den „Muhrepenn”.

Von Karl dem Großen in Gangelt hörten ihre Gäste, vom Einfluss des Franzosenkaisers Napoleon, von Kosaken, die auf dem Durchmarsch nach Frankreich das Gotteshaus 1814 als Pferdestall benutzten. Oft werden die gottesfürchtigen Gangelter hervorgehoben, die St. Nikolaus, ihre geliebte Kirche, ein ums andere Mal wieder aufbauten.

An der Stadtmauer hört man vom Geheimgang, der einst Burgturm und Kirche verband. Dass „der Weg zu Gott beschwerlich ist”, zeige der leichte Anstieg vom Eingang zum Chorraum, erläuterte Fernholz. Sie brachte das Taufbecken, aus einem Granitblock gehauen, mit dem darüber befindlichen Schlussstein eines Kreuzbogens in Verbindung. Von den Chancen, die ein Unglück bietet, berichtete sie, als es um das Jahrhundert-Erdbeben (Stärke 5,9) vom 13. April 1992 ging. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele der herrlichen Malerarbeiten des Gangelter Meisters Caspar Maintz weiß übertüncht. Einige dieser Arbeiten wurden bei der Renovierung freigelegt, die „Bergpredigt” restauriert. „Ich stelle mir das wunderschön vor, wie die Kirche einmal ausgesehen hat”, trauert nicht nur Dorothee Fernholz dieser Pracht nach. Zum heiligen Antonius („St. Töen, help mech söke) gab es amüsante Geschichten und am nahen Marienaltar endete die Führung.

Weitere Infos zu den Führungen, auch auf Englisch oder Französisch, für Freunde des Rittertums, der Sakralarchitektur und für Kinder unter www.westblicke.de

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