Absage aus Brüssel: Die Nato beerdigt das Awacs-Projekt

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
13313086.jpg
Awacs-Maschinen wird es in Geilenkirchen weiterhin zu sehen geben, aber nur an der Nato-Airbase. Der Wurmauenpark bleibt flugzeugfreie Zone. Nur den ohrenbetäubenden Lärm gibt es weiter gratis für alle. Symbolbild: dpa Foto: dpa

Geilenkirchen. Es war schon ein merkwürdiger Verlauf, den die Diskussion um die Awacs-Maschine genommen hat. Als Bürgermeister Georg Schmitz seine Pläne, eine ausrangierte Boeing als Touristenattraktion in den Wurmauenpark zu stellen, im Stadtrat öffentlich machte, waren die Ratsleute verblüfft, fast elektrisiert. Donnerwetter, auf jeden Fall eine mutige Idee, so in etwa lautete der Tenor.

Doch nach und nach wurde Spott laut, auch und gerade aus Reihen des Rates („Awacs am Stiel“). Nun hat die Nato dem Projekt den Stecker gezogen, die offizielle Mitteilung über die Entscheidung des Brüsseler Hauptquartiers erreichte das Rathaus am Dienstag. Vielleicht ist es besser so.

Die beiden Flugzeuge, die in Frage gekommen wären, würden „anderweitig ausgemustert“, heißt es in der Absage. Sie würden voraussichtlich als Ersatzteillager für andere Maschinen verwendet. Eventuell werde eine von beiden auch „Ground Trainer“ auf der Airbase bleiben. So oder so: Die Nato hätte der Stadt nicht etwa, wie seinerzeit kolportiert wurde, ein für sie selbst de facto wertloses Alt-Flugzeug geschenkt und sich selbst so die kostspielige Entsorgung auf einem Flugzeugfriedhof in den USA.

Dass die Stimmung gegenüber dem Projekt nach und nach kippte, hatte auch maßgeblich mit einer Einschätzung aus Nato-Reihen zu tun. Mitte April äußerte sich mit Brigadegeneral Karsten Stoye erstmals ein Offizieller des Verteidigungsbündnisses öffentlich zu der Idee von Albert Baeumer, dem inoffiziellen Berater von Georg Schmitz – und das in einer deutlich zweifelnden Weise: Die Kosten könnten immens ausfallen, der Erhalt der Maschine sei schwerlich zu garantieren, der Transport der Maschine vom Flugplatz bis in den Wurmauenpark ein mehr als schwieriges Unterfangen, für das es praktisch keine Erfahrungswerte gebe. Vielleicht wäre es besser, schlug Stoye damals vor, die ausrangierte Maschine in der Tat der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – aber nur auf einem gesonderten Bereich an der Teverener Airbase, fernab der Innenstadt.

Das allerdings war nicht vereinbar mit den Plänen von Schmitz und Baeumer, die mit der Awacs-Maschine an sich nicht zu Ende gedacht waren. Das Flugzeug sollte lediglich Dreh- und Angelpunkt für eine groß angelegte Belebung der Geilenkirchener Innenstadt in Form eines Inlet-Centers werden. Auch diese Idee muss nun von Grund auf neu gedacht werden. Ansonsten ist auf dem Friedhof für nie umgesetzte Visionen sicherlich noch ein weiteres Plätzchen frei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert