Abgeordneter Wilfried Oellers im Politikunterricht am Gymnasium St. Ursula

Von: Georg Schmitz
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Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Heinsberg, Wilfried Oellers, stand den Schülern der 8c des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen beim „Expertengespräch“ Rede und Antwort. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Darf ich Ihnen die Hand geben?“, fragte Nick Bienwald sein Gegenüber. Das ist Wilfried Oellers, am 22. September für die CDU im Kreis Heinsberg als Abgeordneter in den Bundestag gewählt. Er war Gast im Bischöflichen Gymnasium Sankt Ursula.

Aus Anlass eines Projekts hatte die Klasse 8c des Gymnasiums den Rechtsanwalt zu einem Gespräch eingeladen. Zuvor durfte Nick Bienwald dem Abgeordneten die Hand geben. Sarka Nowak, Lehrerin für Politik und Französisch, sowie Bernward Coers, stellvertretender Schulleiter, dankten Wilfried Oellers, dass er dem Besuch zugestimmt hatte.

Die Idee zum Expertengespräch mit Wilfried Oellers war im Politikunterricht geboren worden. Über die Familie von Tim Grosse, Schüler am Gymnasium, kam der Kontakt zum jetzigen Bundestagsabgeordneten zustande. Wilfried Oellers wusste aktuell zu berichten, dass er bereits zwei Tage nach seiner Wahl zur ersten Fraktionssitzung nach Berlin reisen musste, 311 Abgeordnete der CDU seien dort zusammengetroffen.

Zahlreiche Sitzungen

Und was macht man dann eigentlich? Die erste Frage in der Klasse beantwortete der 38-jährige Abgeordnete schnell und charmant: „Als Neuling hat man zunächst mal mit sich selbst zu tun.“ Man beginne, von Null an alles aufzubauen. „Es ist nicht so, dass Angela Merkel auf mich zukommt und sagt ,Guten Tag, Herr Oellers‘“, machte er klar.

Der Heinsberger Abgeordnete berichtete von wöchentlichen Sitzungen, bei denen aktuelle Themen behandelt werden. In den sitzungsfreien Wochen werde er seinen Wahlkreis betreuen, denn die Arbeit an der Basis sei für ihn sehr wichtig. „Ich pendele jetzt zwischen zwei Wohnorten, aber mein Zuhause ist hier“, ließ Oellers die 30 Schülerinnen und Schüler wissen.

Er fragte aber auch einmal zurück: „Wer leitet die konstituierende Sitzung, bis der neue Bundestagspräsident gewählt ist ?“ Da gab es von Seiten der Schüler jedoch keine schlüssige Antwort. „Der Alterspräsident“, klärte Wilfried Oellers auf. Das Alltagsgeschäft in Berlin umfasse momentan schwerpunktmäßig die Koalitionsverhandlungen. Hierbei würden die Ziele für die nächsten vier Jahre festgelegt. „In welchem Bereich der Politik möchten Sie arbeiten?“, wollte dann Charlotte Braun wissen.

Die Ausschüsse für Wirtschaft, Arbeit- und Soziales sowie Landwirtschaft stünden auf seiner Wunschliste, sagte der Abgeordnete. Dies liege zum einen daran, dass seine Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb führen und er sich als Rechtsanwalt beruflich mit Arbeits- und Sozialrecht befasse. „Was halten Sie von der Pkw-Maut?“, stellte Paul Plum eine durchaus hochpolitische Frage.

So wie es die CSU haben möchte, sei das mit europäischem Recht derzeit nicht vereinbar, gab der Abgeordnete zurück. Da müsse noch einiges geklärt werden. „Wenn es zu einer Maut kommt, muss sie für deutsche Autofahrer kostenneutral behandelt werden“, hielt Wilfried Oellers fest.

„Haben Sie sich schon als Jugendlicher für Politik interessiert?“, setzte Alina Schornstein nach. Tatsächlich habe die Politik in seiner Jugend schon eine Rolle gespielt, erwiderte Wilfried Oellers, auch sei er früh in die CDU eingetreten. Aber: „Dass es so weit kommt, habe ich nie gedacht. Bundestagsabgeordneter zu werden war damals nicht mein Ziel.“

Aber der Weg dorthin sei im Lauf der Zeit gereift. „Wie wird man denn Spitzenkandidat einer Partei?“, wollte Sophia Verspeek wissen. Einfache Antwort: „Über ein Bewerbungsverfahren.“ Vier Kandidaten hatte es gegeben, die sich den zehn CDU-Ortsverbänden vorgestellt hätten. Dann folgte die Kreisdelegiertenversammlung, bei der er im ersten Wahlgang mit den meisten Stimmen zum Kandidaten der Kreis-CDU gewählt worden sei.

„Werden Sie Ihren Beruf noch ausüben?“, kam die praxisnahe Frage von Lehrerin Sarka Nowak. „Den fahr‘ ich jetzt erst mal runter“, gestand Wilfried Oellers. Wenn es später zeitlich möglich sein würde, werde er seinen Beruf als Rechtsanwalt möglicherweise parallel ausüben. „Ich möchte nicht nur von meinem Bundestagsmandat abhängig sein und mir Alternativen ,für die Zeit danach‘ offen halten“, sagte Wilfried Oellers.

Nevosität kam spät

„Wie haben Sie sich vor und am Tag der Wahl gefühlt?“, wollte Paula Küffner etwas aus der Gefühlslage aus der Kandidatenzeit wissen. Vor der Wahl sei er eigentlich nicht nervös gewesen. „Da hat man keine Zeit dafür.“ Aber am Wahltag, eine Stunde vor der Hochrechnung, hätte ihn die Nervosität doch gepackt. Um so schöner sei die anschließende Erleichterung gewesen.

Gegen Ende des Projekt-Expertengesprächs offerierte der Bundestagsabgeordnete der Klasse eine Einladung nach Berlin. Wilfried Oellers zum Abschied: „Ich würde mich freuen, wenn es klappt.“

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