Abgeordnete loben Geilenkirchen für Flüchtlingshilfe

Von: Udo Stüßer
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Stefan Engstfeld (MdL), Peter Rodenbücher, Maria Meurer, Ruth Seidl (MdL), Yvonne Wolf, Regina Schaaf und Jürgen Benden (v.l.) diskutierten vor der Flüchtlingsunterkunft am Süggerather Limitenweg.
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Sie besuchten einen Deutschkurs für Flüchtlinge im Zille. Foto: Udo Stüßer
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Koordiniert werden diese Deutschkurse von Anika Evertz. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. 234.278 Flüchtlinge wurden im Zeitraum vom 1. Januar bis 1. November in Nordrhein-Westfalen in Erstaufnahmeeinrichtungen aufgenommen. Etwa 2000 Flüchtlinge kommen täglich in NRW an: Diese Zahlen nannte Ruth Seidl, Landtagsabgeordnete der Grünen, bei einem Besuch in Geilenkirchen.

Gemeinsam mit Stefan Engstfeld, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, Maria Meurer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Regina Schaaf, Vorstandssprecherin des Heinsberger Kreisverbandes der Grünen, und dem Geilenkirchener Grünen-Parteichef Jürgen Benden wollte sich Seidl vor Ort ein Bild über die Flüchtlingssituation machen.

Im Rahmen der regelmäßigen Aktion „Fraktion vor Ort“ besuchten in dieser Woche die Mitglieder der Grünen Landtagsfraktion Flüchtlingsunterkünfte im ganzen Land. „Die Hilfsbereitschaft in der Geilenkirchener Bevölkerung ist nach wie vor großartig. Von der Kleiderstube über Freizeitangebote und Deutschkurse ziehen hier alle an einem Strang. Dieses unermüdliche Engagement verdient unseren großen Respekt und unsere Anerkennung“, lobte Seidl und erklärte weiter:

„Bei unseren Besuchen in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in Geilenkirchen konnten wir uns ein Bild davon machen, dass sowohl die Stadt wie auch die ehrenamtlichen Helfer alle möglichen Kraftanstrengungen unternehmen, um die Flüchtlinge angemessen unterzubringen und mit allem Notwendigen auszustatten.“ Sie habe eine „positive Stimmung in Geilenkirchen“ erfahren. „Geilenkirchen ist ein Vorbild für andere Kommunen.“

Auch Engstfeld lobte das Engagement der Verantwortlichen in der Stadt und der Ehrenamtler, blickte aber auch in die Zukunft: „Wir müssen uns nicht nur um Unterkünfte und Unterricht kümmern. Die nächsten Schritte müssen berufliche Bildung, Ausbildung und Integration sein. Viele Menschen bleiben 20 Jahre und noch viel länger hier“, erklärte er. Dies seien die künftigen Aufgaben auch der Stadt Geilenkirchen und der Menschen in Geilenkirchen.

Die Landesregierung unterstütze die Kommunen in ihrem Bemühen, Sprache und Ausbildung der Flüchtlinge zu fördern. Sie setze sich für mehr Integrationskurse und Personal in den Schulen ein. „In Integrationskurse und Personal müssen wir investieren“, sagte Engstfeld. Dass das Land die Kommunen bei der Versorgung der Flüchtlinge nicht im Stich lasse, betonte Seidl.

Das Land unterstütze die Kommunen allein in diesem Jahr mit 810 Millionen Euro bei der Versorgung der Hilfesuchenden. Die Landesregierung habe außerdem durch hartes Verhandeln erreicht, dass sich der Bund ab 2016 an den Kosten für Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge beteilige.

„Den Kommunen haben wir angeboten, die Flüchtlingspauschale des Bundes großzügig aufzustocken und 2016 mehr als 1,9 Milliarden Euro bereitzustellen. Pro Flüchtling würde dann ein Betrag von rund 10.000 Euro zur Verfügung stehen“, sagte Seidl.

Wie die Situation vor Ort ist, erfuhren die Gäste, die von Bürgermeister Georg Schmitz begrüßt wurden, am Limitenweg in Süggerath. Hier erklärte Yvonne Wolf, im städtischen Jugend- und Sozialamt für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig, dass die Stadt Geilenkirchen derzeit 315 Flüchtlinge aus 34 Nationen versorge. Zwölf unbegleitete Minderjährige seien vom Jugendamt in Obhut genommen worden.

Mit 74 Menschen sei die größte Flüchtlingsunterkunft der Stadt am Limitenweg voll belegt. Wolf ging auf den geplanten Neubau eines Flüchtlingsheimes für 120 Asylbewerber im nächsten Jahr ein. Dann könne man in der Stadt 500 Plätze anbieten. Die meisten der in Geilenkirchen lebenden Asylbewerber stammten aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Keine Planungssicherheit

„Manche leben seit 14 Monaten hier, manche drei Jahre. Bei vielen hat das Asylverfahren noch gar nicht begonnen“, sagte Yvonne Wolf und übte auch Kritik: „Hier leben seit Monaten Albaner, die noch nicht registriert sind. Die Stadt hat keine Planungssicherheit. Wir können keinen Wohnraum planen, wir können keine Projekte planen. Wir wissen in den Kommunen nicht, wo die Politik hin will. Und ich weiß nicht, wer in einem Jahr noch hier ist.“

Während Jürgen Benden die Bemühungen der Stadt, Flüchtlinge dezentral unterzubringen, unterstrich, meinte Peter Rodenbücher, einer der beiden für Flüchtlingsunterkünfte zuständigen Hausmeister: „Wenn Sie alle Flüchtlinge dezentral in der Stadt unterbringen wollen, brauchen Sie mehr Personal. Es kommen täglich neue Flüchtlinge, die wir unterbringen müssen.“

Wie groß die Hilfsbereitschaft ist, sahen die Grünen auch im Deutschkurs für Flüchtlinge im Zille-Jugendtreff der Evangelischen Kirchengemeinde. Hier unterrichteten Anika Evertz mit Unterstützung von Herbert Brandt, Brigitte Hiller, Laura Diederichs, Shayda Shawn und Brigitte Anzelmo Flüchtlinge aus vieler Herren Länder mit unterschiedlichem Bildungsniveau. „Mittlerweile gibt acht Kurse in fünf Orten. Da sind wir gut aufgestellt“, erklärte Studentin Anika Evertz, die diese Kurse ehrenamtlich koordiniert.

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