90 Jahre SPD in Übach-Palenberg: Festakt im CMC

Von: g.s.
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Bei der Jubilarehrung in der H
Bei der Jubilarehrung in der Halle, die zahllose bergmännische Erinnerungen hütet, gratulierten als Erste SPD-Stadtverbandsvorsitzender Heiner Weißborn (l.), Unterbezirksvorsitzender Norbert Spinrath (3.v.r.) sowie die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers (M.) den langjährigen Mitgliedern. Foto: Georg Schmitz

Übach-Palenberg. Die SPD, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, spielte in Übach-Palenberg schon immer eine politische Hauptrolle und hat in den zurück liegenden Jahrzehnten die Geschichte der Bergbaustadt maßgeblich geprägt.

Jetzt feierten die Übach-Palenberger Sozialdemokraten ihr 90-jähriges Bestehen und hatten aus diesem Grund zu einem Festakt in das Carolus Magnus Center (CMC) eingeladen.

Neben politisch Gleichgesinnten und treue Wegbegleitern hatten auch Vertreter der städtischen Parteienlandschaft den Weg in die ehemalige Lohnhalle gefunden. Nach der instrumentalen Eröffnung durch die Privatmusikkapelle Scherpenseel hieß SPD-Stadtverbandsgeschäftsführer Georg Overländer die rund 200 Gäste herzlich willkommen, bevor Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch das Wort ergriff.

„Zwischen der Gründung der Zeche im Jahre 1911 und der Übach-Palenberger SPD liegen nur elf Jahre. Aber die Zeche wurde nicht so alt wie die SPD”, vermeldete der Bürgermeister mit Blick auf das ehemalige Verwaltungsgebäude von Carolus Magnus. Um das CMC zu erhalten, sei es 1995 restauriert und in eine Gründer- und Innovationszentrum umgewandelt worden. Wenn er auch Mitglied der CDU sei, wäre er der Einladung der SPD gerne gefolgt, auch weil er viele Freunde bei den Sozialdemokraten habe, so der Ratsvorsitzende.

Der Unterbezirksvorsitzende der SPD, Norbert Spinrath, sowie die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Eva-Maria Voigt-Küppers, überbrachten ebenfalls herzliche Grüße, bevor Stadtverbandsvorsitzender Heiner Weißborn in seiner Festansprache auf die 90-jährige Geschichte der SPD in Übach-Palenberg zurückblickte.

In der Zeit von Karl Valentin, Gerhart Hauptmann und Thomas Mann sei im damaligen Boscheln die erste SPD von Übach-Palenberg gegründet worden. Obwohl die Gründung erst 1922 stattfand, habe es bereits 1919 einen ersten Sozialdemokraten im Übacher Kommunalparlament gegeben. „Der Name dieses Sozialdemokraten war - aus heutiger Sicht kann man es kaum glauben - Joseph Fröschen”, überraschte Heiner Weißborn die Gäste. Ist doch der Name Fröschen in Übach-Palenberg fast schon traditionell mit der CDU verbunden.

Die Gründung der SPD habe in einer Zeit stattgefunden, in der Boscheln und Übach noch zu Baesweiler gehörten, in einer Zeit mit vielen blutigen Aufständen, mit politischen Unruhen und sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Die politische Stimmung im Stadtteil Boscheln sei damals durch den Zuzug von Saarländern, Westfalen, Schlesiern und Lothringern geprägt gewesen, und die Boschelner hätten schwer mit den neu zugezogenen Mentalitäten zu kämpfen gehabt. Heiner Weißborn brachte auf den Punkt: „Die Roten waren gekommen und brachten jetzt das Leben des bis dahin beschaulichen Boscheln gehörig durcheinander.”

In den 1920er Jahren hätte sich schnell die sozialdemokratische Vereinslandschaft etabliert, beispielsweise mit dem Radsportverein „Solidarität”, dem Theaterverein „Blüh Auf” und dem Sportverein „Arbeitersport”. Die 30er Jahre seien durch die politischen Auseinandersetzungen zwischen den „Roten” auf der einen und den Nationalsozialisten auf der anderen Seite geprägt gewesen.

„1945 findet unsere SPD ihren Neuanfang, und gemeinsam mit der KPD entschieden sich die Wähler damals für den SPD-Mann Richard Wagner als Bürgermeister”, blickte Heiner Weißborn auf die ersten Nachkriegsjahre zurück. Der Stadtverbandsvorsitzende ließ die Wahlsiege der SPD in den Jahren darauf Revue passieren. Seine Partei habe in Übach-Palenberg eine kluge Ansiedlungspolitik betrieben, mit dem Ergebnis, dass die im Bergbau wegbrechenden Arbeitsplätze durch die Schaffung von neuen im Industrie- und Gewerbebereich größtenteils kompensiert werden konnten.

Übach-Palenberg sei heute auch eine Schulstadt, in der jede Schulform vertreten ist. Vieles sei noch zu SPD-Zeiten geschafft worden, darunter der Bau von Sportstätten und dem allseits beliebten Naherholungsgebiet. Heiner Weißborn dankte allen, die in den 90 Jahren mit Engagement und Fleiß am Erfolg der SPD in Übach-Palenberg mitgewirkt haben. „Wo steht die SPD heute?”, fragte der lokale Partei- und Fraktionschef.

Nach zehn Jahren erfolgreicher Koalition mit den Grünen befinde sie sich heute in der Opposition. „Und das ist fürwahr nicht vergnügungssteuerpflichtig”, unkte Heiner Weißborn. „Gerade die so erfolgsverwöhnte SPD muss zur Zeit die harten Stühle der Minderheitsfraktion besetzen.”

Voller Optimismus blickte der Stadtverbandsvorsitzende jedoch in die Zukunft: „Ich glaube daran, dass es der SPD gelingen wird, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzuholen.”
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