75 Jahre gelebte Kameradschaft

Von: agsb
Letzte Aktualisierung:
10441458.jpg
Ehre wem Ehre gebührt: Viele hundert Jahre gelebtes Feuerwehrwesen werden beim Festakt ausgezeichnet. Fotos (2): agsb Foto: agsb

Gangelt-Stahe. Was für ein Glück, als 1940 eine Löscheinheit für Stahe-Niederbusch-Hohenbusch im Grunde unfreiwillig ihre Geburtsstunde hatte. In den Kriegswirren wurde für die Ortschaften eine Wehr befohlen und junge Männer zum freiwilligen Dienst verdonnert.

Josef Montz, ein Gangelter Feuerwehrmann, in Stahe wohnhaft, scharte mit Anton Eidams, Gerhard Franken, Josef Franken, Franz Frantzen, Heinrich Kofferath, Edmund Kohlen, Fritz Lenzen, Wilhelm Maaßen, Johann Melchers, Franz Molls und Hans Ollers junge Leute um sich und kam so den Befehlen zuvor. Montz wurde erster Wehrführer und Brandmeister in der Dreidörfergemeinschaft.

Doch die Anfänge waren schwer; das Löschwasser musste zunächst aus dem Brunnen am Rodebach gepumpt werden. Ende der 1960er-Jahre musste der damalige Gangelter Bürgermeister Heinrichs Aretz musste per Los in der Sache der Vergabe eines Feuerwehr-Fahrzeug entscheiden lassen. Aufgrund der dünnen Haushaltslage 1970 konnte erst einmal nur ein Fahrzeug angeschafft werden. Die Einheiten aus Stahe und Schierwaldenrath hatten Bedarf und das Los entschied sich im Frühjahr 1970 für Schierwaldenrath. Aber Monate später sollte sich auch die Dreidörfergemeinschaft freuen können.

In den bisherigen 75 Jahren entwickelte sich eine lebhafte Geschichte. Seit 1997 ist Bernhard Tholen Bürgermeister der Gemeinde Gangelt und hat – wie zuvor auch Heinrich Aretz – die Feuerwehrleute ins Herz geschlossen. Die Schirmherrschaft für das Jubiläumsfest wurde dem Bürgermeister übertragen und dieser zeigte sich sehr angetan von dieser Ehre. In seiner Festrede sah Tholen in seiner Gemeinde eine sehr gut aufgestellte Feuerwehr, sah auch in den jeweiligen Einheiten eine einzigartige Kameradschaft und besonders im Rodebachland eine starke Einheit mit sehr vorbildlichem Engagement im gesamten Dorfvereinsleben.

Kurz nach einem Amtsantritt half der Bürgermeister bei Arbeiten zum Parkplatz an der Kirche mit. Da wurden gleich auch andere Projekte besprochen, die man dann gemeinsam anpackte. „Dieser eingeschworene Ortsgeist untereinander beeindruckte mich schon damals und wurde dann mit dem Bau zum neuen Feuerwehrgerätehaus an der Bundesstraße weit übertroffen“, lobte er. „Du bist unserer Freund und unterstützt das Feuerwehrwesen aus dem Herzen heraus“, sagte Gemeindebrandinspektor Günter Paulzen, selbst Mitglied der Löscheinheit Stahe-Niederbusch-Hohenbusch.

Als besondere Anerkennung wurde dem Bürgermeister das Feuerwehrverdienstabzeichen in Gold verliehen. Kreisbrandmeister Klaus Bodden gratulierte im Namen aller rund 3300 Feuerwehrkameraden und dankte den Familien der Einsatzkräfte für das Verständnis und ganz besonders den Wehrleuten selbst. Bodden überbrachte auch die Glückwunsche des Landes, überreichte an Löschgruppenführer Manfred Rabben die Jubiläumsurkunde der Landesregierung.

In den Festreden dankte unter anderen Wilfried Oellers (MdB) im Namen vieler für das beispielhafte, unbezahlbare ehrenamtliche Engagement der Wehrleute durch den körperlichen Einsatz zur Abwehr und Bekämpfung von Gefahren im Brand- und Katastrophenschutz. Die sehr zahlreichen Gäste erlebten ein buntes Rahmenprogramm mit besonderen Glückwünschen des Feuerwehrmannes Kresse aus Köln. Schließlich endete der Festakt am Freitagabend mit einem Großen Zapfenstreich. Am Samstag gab es dann die Kölsche Nacht mit den „Drei Colonias“ zu sehen und am Sonntag folgte die große Fahrzeugschau.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert