700 Unterschriften retten den Penny-Markt

Von: Jan Mönch
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Hat erfolgreich für den Erhalt des Penny-Markes gekämpft: Margret Molls. Foto: Mönch

Gangelt. Der Pennymarkt in Gangelt bleibt. Für nicht wenige Bürger ist das eine gute Nachricht. Und es lässt sich sogar recht genau erahnen, für wie viele mindestens: Je rund 50 Unterschriften wurden auf 14 A4-Bögen Papier gequetscht. Macht 700 – das ist nicht wenig für eine kleine Gemeinde.

„Wir wünschen uns weiterhin einen Supermarkt am Standort Lindenstraße“, steht oben auf den Bögen. Ein Wunsch, der in Erfüllung gehen wird, so viel ist klar. „Der Markt bleibt“, sagt Margret Molls, Eigentümerin der Immobilie.

Dabei sah es im November vergangenen Jahres noch düster aus. Innerhalb weniger Tage wurde bekannt, dass sowohl der Edeka in Birgden als auch der Pennymarkt im Ortskern schließen werden. Der Grund: Zu starke Konkurrenz. Im Falle des Edeka ist die Schließung längst eingetreten. Und für den Pennymarkt hätte es eigentlich am 15. Juni so weit sein sollen. Dann allerdings kamen Hubertine und Ludwig Schmitz auf die Idee, besagte Unterschriftenlisten auszuhängen. „Wir wissen nicht, was wir noch tun sollen“, klagte das Gangelter Ehepaar damals.

Verlust für das Zentrum

Nun ist klar: Sie taten genau das Richtige. Denn während eine Unterschriftensammlung nur zu oft eine reine Verzweiflungstat bleibt, zeigte sie in diesem Falle Wirkung. „Die Unterschriftenaktion war sicher mit ausschlaggebend“, bestätigt Margret Molls. Zwar musste niemand die Architektin davon überzeugen, dass die Schließung des Marktes ein Verlust für das Zentrum wäre. „Dass den Menschen so viel daran liegt, war mir aber selbst nicht bewusst“, gibt sie zu.

Angespornt durch die länger und länger werdende Liste suchte Margret Molls das Gespräch mit den Mietern, die ja eigentlich bereits gekündigt hatten. „Wenn der Markt bleibt, werden die Leute es euch danken“, konnte sie den Pennymarkt-Vertretern bei einem Treffen in Köln guten Gewissens versprechen. Es wurde beschlossen: Sowohl Margret Molls und Penny als auch die Bäckerei Bomanns – die ebenfalls entgegen der Ankündigungen von vergangenem Jahr erhalten bleibt – investieren in den Standort. Alles soll heller, freundlicher und moderner werden – mit vereinten Kräften, so ist nun der Tenor, werde man das schon schaffen.

Zu diesen Kräften, die Bemerkung kann und will Margret Molls sich nicht verkneifen, gehört nicht die Gemeinde. Bürgermeister und Verwaltung hätten sich nach Bekanntwerden der Schließung nicht ein einziges Mal bei ihr gemeldet. Von den im Gemeinderat vertretenen Fraktionen habe einzig die UB-Gangelt ihre Unterstützung angeboten. „Ansonsten hat die Politik uns im Regen stehen lassen.“

Mit der Rettung des Marktes hat Margret Molls sich nicht zuletzt einem Stück Zeitgeist erfolgreich entgegengestellt, das keineswegs nur ein Gangelter Streitthema ist: der Konzentration der Nahversorgung auf wenige, große Zentren, für gewöhnlich gelegen außerhalb der Ortskerne. Zuletzt sorgte diese Entwicklung in Übach-Palenberg für Ärger: Kurz vor der Eröffnung des Einkaufsparks Magnus wurde bekannt, dass der Palenberger Rewe schließen wird. Kritiker schimpften über eine einseitige und verfehlte Stadtplanung und darüber, dass ihr Stadtteil ausblute. Nichtsdestoweniger scheint der Einkaufspark mittlerweile gut angelaufen zu sein.

„Existenzen werden vernichtet“

Was für die Palenberger Kritiker der Einkaufspark Magnus ist, ist für Margret Molls das Nahverorgungszentrum am westlichen Ortsausgang Gangelts. Vor allem die niederländische Kundschaft sei dort abgefangen worden. „Die Politik Gangelts der vergangenen Jahre führt zum Ortssterben, vernichtet Existenzen im Ort und entspricht nicht dem Wunsch der Bürger“, schimpft Molls auch heute noch. Verwaltungschef Tholen hatte die Konzentration des Einzelhandels auf einzelne Punkte stets damit begründet, dass kleine Supermärkte wie der in der Lindenstraße nicht mehr zeitgemäß seien und die Nahversorgung nur mit großen Märkten, sogenannten Vollsortimentern, sicherzustellen sei.

Zumindest die niederländische Kundschaft wird für die Lindenstraße wohl kaum zurückzugewinnen sein. Margret Molls hofft jedoch, dass besonders die Kunden aus der direkteren Umgebung sich an das erinnern, was auf der Unterschriftenliste stand: „Wir wünschen uns weiterhin einen Supermarkt am Standort Lindenstraße.“

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