66 Jahre Humor: „Würmer Wenk“ feiert Jubiläum

Von: Georg Schmitz
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Da geht was in Würm im November: Präsident Christof Frensch (l.) und der 2. Geschäftsführer Franz-Josef Schröder freuen sich auf die Jubiläumsparty mit Stars wie Bernd Stelter und Kasalla. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Würm. Ein 66-jähriges Bestehen ist für das „normale“ Vereinswesen kein Grund zum Feiern. Anders bei den Karnevalsgesellschaften, die mit sechs mal elf Jahren ein närrisches Jubiläum begehen. In der kommenden Session steht für die KG „Würmer Wenk“ das 66-Jährige an, und das gilt es mit einer Jubiläumsgala mit TV-Entertainer Bernd Stelter gebührend zu würdigen.

Ein Blick in die Geschichte der lustigen Würmer führt zurück in das Gründungsjahr 1949. Doch auch zuvor wurde in der Dörfergemeinschaft die Narretei schon hochgehalten. So ist bekannt, dass bereits ab 1928 Karnevalszüge durchgeführt wurden. Salomon I. hieß 1928 der erste bekannte Prinz in der Gemeinde.

Das närrische Treiben wurde vor der Gründung des „Würmer Wenk“ von einer Interessengemeinschaft veranstaltet. Bei einem Frühschoppen in der Gaststätte Schultes-Braun wurde der Karnevalsverein gegründet. Ein Mann der ersten Stunde war Fritz Bürsgens, der die Geschicke der närrischen Gemeinschaft 40 Jahre lang mitbestimmte.

Als erster Präsident der neu gegründeten KG wurde Hermann Lentzen bestimmt, einen Vorstand gab es zu Beginn noch nicht. Den Namen „Würmer Wenk“ (Würmer Wind) hatte der damalige Dechant Esser ins Spiel gebracht. In seiner Sonntagspredigt hatte er mit diesen Worten des Öfteren seinen Unmut über die heranwachsende Jugend geäußert.

Beim weiteren Blick in die Annalen stolpert man über die Geschichte einer „Wildsau“. Auf der Rückfahrt von einer Vergnügungsfahrt der KG an die Ahr überquerte ein Wildschwein „völlig verkehrswidrig“ die Straße und geriet unter den Bus. Die mausetote Sau wollten die Karnevalisten der „Volksernährung“ zuführen und wurde deshalb mit nach Würm genommen und dort sorgfältig in Einzelteile zerlegt. Doch kurz bevor sich das hungrige Volk zu Tisch setzte, meldete sich der Jagdpächter und nahm den Karnevalisten das Fleisch wieder ab.

Genügend Fleisch für ein Gulasch-Essen hatte die Truppe aber noch verstecken können. Ein derartiges Erlebnis inspirierte die Würmer Narren im gleichen Jahr zu der „Ballade von der wilden Sau“. 1959 entschlossen sich sieben Mitglieder des Vereins, ein Musikcorps aus ihren Reihen zu gründen. Dieses erhielt den Namen „Rote Funken“ und ist bis heute des musikalische Aushängeschild der Karnevalsgesellschaft. Die „Roten Funken“ haben sich über die Region hinaus, sogar bis nach Scaer in der Bretagne einen klangvollen Namen geschaffen.

1959 veranstaltete der „Würmer Wenk“ auch seine erste Kindersitzung, wohl wissend, dass in der Jugend die Zukunft eines Vereins liegt. 20 Jahre vergingen, bevor die KG mit Heinrich und Anneliese Kreutz im November 1969 ihr erstes Prinzenpaar vorstellte. Fritz Bürsgens und seine Mannen beschlossen damals, die Identität des Paares bis zur Proklamation geheim zu halten. Diese Tradition behält der „Würmer Wenk“ noch heute bei und auch bei der kommenden Prinzenproklamation am 7. November wird das Geheimnis erst im Verlauf der Veranstaltung gelüftet. Mit dem beliebten „Badewannenrennen“ bringt seit dem Jahr 2000 eine geniale Idee der KG bundesweiten Ruhm ein. Die jecke und feuchtfröhliche „Erfindung“ der Karnevalisten aus Würm findet mitten im Sommer viel Beachtung, je nach Wetterlage pilgern bis zu 10.000 Zuschauer zu dem Event an der Wurm.

Die personell starke KG „Würmer Wenk“ sieht sich für die Zukunft bestens gerüstet und geht in wenigen Wochen ihre Jubiläums-Session an. Auch um den Nachwuchs braucht man sich keine Sorgen zu machen. Im April wurde ein neuer Vorstand gewählt und da löste Christof Frensch den langjährigen Präsidenten Manny Walter im Führungsamt ab. Hemme Cüster wurde zum 2. Vorsitzenden, Stephan Haselör zum Geschäftsführer und Claudia Sauren zur Kassiererin gewählt.

Karten für die Jubiläumsparty und die Proklamation gibt es im Vorverkauf bei Sportsfreund, Gerbergasse, Geilenkirchen; Metzgerei Schlömer, Leiffarth; Stephan Haselör, Randerather Straße 10, Leiffarth, außerdem direkt bei der KG unter 02453/382127, E-Mail: captainkaercher@t-online.de.

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