50 Stellen fallen in der Selfkant-Kaserne weg

Von: Udo Stüßer
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Sie hatten Spaß: die ehemalige AK-Vorsitzende Dr. Rita Freches-Heinrichs sowie General Jürgen Beyer und Ehefrau Elke (v.l.) Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr werden in diesem Jahr 50 Stellen abgebaut. Das Personal wird von 200 auf 150 Soldaten reduziert. Dies erklärte am Donnerstag Brigadegeneral Jürgen Beyer beim Neujahrsempfang in der Selfkant-Kaserne vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Militär und öffentlichem Leben.

Bei dieser Personalreduzierung handele es sich um einen Prozess, „der von meinen Mitarbeitern viel Kraft und Flexibilität erfordert, zumal das Tagesgeschäft natürlich auf gleichbleibend hohem Niveau weitergehen muss“, erklärte der Kommandeur. Dass der im Dezember verabschiedete Koalitionsvertrag der Regierungsparteien der Rüstungskontrolle erneut einen hohen Stellenwert einräume, erklärte Beyer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Internationales Zentrum

Die Bundeswehr werde kleiner, auch das Zentrum müsse seinen Beitrag leisten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Aufgaben erfüllen. Wir müssen nur Prioritäten setzen.“ Durch die in den Abrüstungsverträgen festgelegten Vorgaben habe man keinen Spielraum. „Wir werden jede Inspektion in gleicher Qualität sicherstellen. Und wir werden auch bei unseren Rechten, Inspektionen im Ausland vorzunehmen, keine Abstriche machen.“ Da an der Rüstungskontrolle selbst nicht gespart werden könne, müsse man diese bei der konzeptionellen Zuarbeit für die Ministerien tun. Im Klartext heißt das: Die Ministerien müssen halt mal etwas länger auf ein Gutachten der Abrüstungsspezialisten aus Geilenkirchen warten.

„Wir haben 131 unterschiedlichste Rüstungskontrollmaßnahmen – angefangen bei Begleiteinsätzen für Inspektionsteams aus dem Ausland hier in Deutschland über Inspektionen im Ausland bis hin zur Teilnahme an internationalen Projekten und Konferenzen – in aller Welt erfolgreich durchgeführt“, sagte er in seiner Bilanz. Zunehmend geschehe das auch außerhalb Europas. So hätten Angehörige des Zentrums deutsche Rüstungskontrollinteressen auch in Ägypten, Kenia und Süd-Sudan vertreten.

Beim Neujahrsempfang wurde deutlich, wie sehr dem Kommandeur, der Ende des Jahres in den Ruhestand tritt, die Internationalisierung des Zentrums am Herzen liegt. Im vergangenen Jahr habe das Zentrum die ersten beiden internationalen Lehrgänge erfolgreich angeboten. Um die Idee eines internationalen Rüstungskontrollzentrums in die Tat umsetzen zu können, hat zwischenzeitlich Rüdiger Wolf, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, das Absichtskonzept bewilligt.

„Weil andere Staaten ihre Verifikationszentren noch stärker reduzieren, ist die Not dort noch größer, die Verträge zu erfüllen.“, erklärte Beyer am Rande des Empfangs. In Geilenkirchen könne Hilfe angeboten werden durch internationale Ausbildung in einem ersten Schritt und das Zusammenführen von Abrüstungsspezialisten aus benachbarten Staaten in Geilenkirchen in einem letzten Schritt, „so dass die Verifikation von hier aus erfolgt, aber unter der Verantwortung des Staates, der inspiziert wird“.

Traum vom eigenen Flugzeug

Ein weiterer Traum von Beyer wird sich während seiner Dienstzeit nicht mehr erfüllen: ein eigenes Offener-Himmel-Flugzeug. Seit dem Absturz des Flugzeuges der Bundesrepublik 1995 über dem Nordatlantik least Deutschland Flugzeuge von Schweden, der Türkei und Rumänien. Ein eigenes Flugzeug scheitert an den Kosten, die Beyer auf rund 40 Millionen Euro beziffert.

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